The OverAlls haben sich in ihrem Tourbus aufgemacht, den Februar im winterlichen Osteuropa zu verbringen.

Teil 2 des Tagebuchs zur Winter of Illusion Tour der burgenländischen Crossover-Band führt uns von der Ukraine weiter nach Russland. Thomas Sieberer lässt uns hautnah bei der Band sein – in Bild und Text.

Samstag, 11. Februar 2017

(c) Thomas Sieberer

Gut ausgeschlafen ging es am 8. Februar weiter nach Vinnytsia. Sonnenschein und minus 19 Grad gaben ein schönes, winterliches Bild der Ukraine. Auf schneebedeckten Straßen wurden einsame Dörfer durchquert bis wir in der Kleinstadt Vinnytsia ankamen. Im Royal Club wurden wir in einem netten Pub recht herzlich begrüßt. Als Hauptact dieses Abends waren wir wieder gespannt, wie die Stimmung sich entwickeln würde. Doch als Andreas, Thomas, Lukas und Nikolaus auf die Bühne traten, das Publikum anfeuerte, erhob sich gefühlt die Hälfte aller Gäste von ihren Plätzen und kam vor die Bühne. Sofort gab es eine euphorische Stimmung, die jene aus Odessa übertraf: Es wurden die Haare geschüttelt, es wurde dicht gedrängt gehüpft und es wurde die Bühne erklommen. Andreas Füße wurden während des Auftritts berührt, Lukas betrieb Stage-diving: Hammer-Show für ein Hammer-Publikum! Nach der Show wurden fleißig mit den Fans Fotos gemacht und Autogramme verteilt. So viel Merchandise wurde noch selten verkauft. Es war ein unvergesslicher Abend.

(c) Thomas Sieberer

Am Donnerstag, 9. Februar 2017, ging es weiter zu unserer dritten und letzten Show in der Ukraine: nach Bila Tserkva. Das schön gepflegte Pub „Kult“ bot uns die Möglichkeit aufzuspielen. Die kleine Bühne wurde kompensiert mit einem vollen Laden: Bestens besucht und verwöhnt von unseren letzten Shows waren wir hoch motiviert, zu konzertieren. Doch die etwas schüchternen und distanzierten Zuhörer brauchten anfänglich noch etwas Nachhilfe, um die The OverAlls Show erleben zu können. Andreas, Lukas und Thomas gaben sich die Ehre, platzierten sich vor die Bühne zu den Zuschauern und gaben sich hautnah. Das Publikum reagierte positiv – die Euphorie und Emotionen gingen über und brachten alle Körperteile der Zuseher in Bewegung. Die Ukraine hat uns positiv überrascht: Ein Musik-affines und impulsives Publikum bei allen drei Konzerten war unterm Strich mehr als wir uns erwartet hatten.

(c) Thomas Sieberer

Gleich nach unserem letzten Konzert in der Ukraine machten wir uns von Bila Tserkva auf nach Russland. Nach einer zwölfstündigen Nachtfahrt und fünf Stunden Wartezeit an der russischen Grenze kamen wir erschöpft in Bryansk an. Ein kurzes Nickerchen im Hotel hatten wir uns verdient, bevor wir uns zum „Club house“ aufmachten. Ein Motorradschuppen mit netten Motorradfahrern und selbstgebranntem Wodka empfing uns herzlich. Roman, der russische Übersetzer, wurde von der Bar engagiert, um die Kommunikation zu erleichtern. Er half uns bei vielen Schwierigkeiten von Tontechnik bis hin zum Abendessen. Als Dankeschön durfte er bei „Parasite“, dem Song unseres letzten Video-Releases, der ihm besonders gefiel, mitsingen. Als eine der ersten Bands, die in diesem Club auftreten durfte, überzeugten wir wie gewohnt: Die Power und Energie unserer Live-Show brachten die Menschen vor die Bühne und bewegten sie zum Tanzen. Es wurde viel geschwitzt und unser Tourmanager Florian F. übertrieb es deutlich mit der Nebelmaschine. Der Ausklang dieses Tages fand im Jacuzzi des Zimmers Nr. 6 statt: Bassist Thomas und Gitarrist Andreas gönnten sich ihr lang ersehntes und verdientes Bad – natürlich, wie man die zwei kennt, zusammen. ;)

(c) Thomas Sieberer

Dienstag, 14 Februar 2017

Am Samstag, dem 11. Februar 2017, ging es weiter nach Orel. Nach einem guten Mittagessen und einer verhältnismäßig kurzen Fahrt kamen wir beim Club an. Dessen Dimensionen gefielen uns sehr gut: Eine große Halle und eine große Bühne sind genau unser Geschmack. Wir legten uns ordentlich ins Zeug und durften endlich mal so richtig laut sein! Wir gewannen sofort wieder viele Fans, die in der ersten Reihe tanzten und The OverAlls T-Shirts ergatterten. Schlechte Englischkenntnisse hielten die Zuschauer nicht davon ab, uns ihre Bewunderung auszudrücken. Selbst jüngste Musikliebhaber, die von ihren Eltern aufs Konzert mitgebracht wurden, wurden von unserer Musik mitgerissen und brachten die Menge in Bewegung. Als Dankeschön gönnten wir diesen Kleinen eine kurze Performance auf unserer Bühne.

(c) Thomas Sieberer

Am Sonntag, 12. Februar 2017, stand das insgesamt neunte Konzert – das sechste Konzert hintereinander ohne Pause – auf dem Programm. Tula, eine Stadt mit einer halben Million Einwohner südlich von Moskau, lud uns zum Konzertieren im Irish-Pub „Pub-Irlandec“ ein. Aufgeschlossene Gastgeber und hiesige Musiker, die den Abend begleiteten, machten von Anfang an eine gute Stimmung. Es wurde vom hier bekannten „Ginger-Bread“ gekostet und wir brachten der Bardame die Höflichkeit entgegen, mit ihr Wodka zu trinken. Man bemerke: Hier trinkt man Wodka pur in Achteln.

(c) Thomas Sieberer

Eine Anekdote der Show beschreibt den Abend ganz gut: Thomas war den Tränen nahe, als ein Zuschauer den kompletten Song „Parasite“ mit Euphorie mitsang. „That´s the greatest thing that can happen“, bedankte sich Thomas dafür beim Publikum. Des Weiteren wurde wieder einmal stage-gedived, geschwitzt, fotografiert und Küsse vom weiblichen Publikum entgegengenommen. Oder anders umschrieben: Tula rockt.

(c) Thomas Sieberer

Montag, 13. Februar 2017: Nach sechs Shows in Folge hatten wir uns den freien Tag verdient. Nach einem ausgedehnten Frühstück, bei dem uns ein Russe einlud, mit ihm eine Flasche Wodka zu leeren, ging es frisch vergnügt zur Waschanlage:

(c) Thomas Sieberer

Eine Reinigung des durch den Schnee verdreckten Opel Vivaro war bitter nötig. Nachdem die Türen unseres Tourbusses wieder geöffnet werden konnten, ohne selbst schmutzig zu werden, waren wir startbereit für unser neues Ziel: Moskau.

Bereits die ersten Eindrücke dieser Metropole waren überwältigend: Riesige Häuser, unendlich erscheinende Gebäudefronten, eine sechsspurige Autobahn und viele Menschen. Man fühlt sich sehr klein, die Stadt ist sichtbar in einem anderen Maßstab erbaut. Dementsprechend groß waren unsere Erwartungen auf die morgige Show im „Les Club“. Nachdem bei der Buchung unseres Hostels etwas schiefgegangen war, mussten wir kurzerhand eine neue Unterkunft finden. Das wunderbar kleine Hotel Winterfell, ja es ist ein Game of Thrones Themenhotel, wurde unsere neue Bleibe für die nächsten zwei Tage. Am Abend ging es dann direkt auf den Roten Platz und den Kreml. Große Schneeflocken ließen irgendwie eine Weihnachtsstimmung aufkommen. Zum Abschluss des Abends durften wir im Restaurant Papas gemeinsam mit Florians russischen Freunden Essen und eine tolle Zeit verbringen. Mehr von unserem zweiten Tag und dem Konzert in Moskau gibt es dann im letzten Teil unseres Tourtagebuchs.

[Text: Thomas Sieberer]

(c) Thomas Sieberer

The OverAlls – Winter of Illusion

Hier findest du weitere Infos zur Osteuropa Tour der The OverAlls:

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