The OverAlls haben sich in ihrem Tourbus aufgemacht, den Februar im winterlichen Osteuropa zu verbringen.

Im dritten und somit letzten Teil des Tagebuchs zur Winter of Illusion Tour der burgenländischen Crossover-Band erzählt uns Drummer Nikolaus Gartner von ihre Konzerten in Moskau, Zelenograd, St. Petersburg und Litauen. Die Bilder dazu liefert wie immer Thomas Sieberer.

(c) Thomas Sieberer

Dienstag, 14. Februar 2017

(c) Thomas Sieberer

Moskau Moskau, deine Seele ist so groß, nachts da ist der Teufel los, Ha ha ha ha ha!“, textete 1979 die Gruppe Dschinghis Khan. The OverAlls, geben ihr recht.

Die Show im Les Club am Dienstag, 14. Februar 2017, war atemberaubend. Ein steiles Bar-Design, professionellste Tontechnik und talentierte und motivierte Bands machten den Abend zu einem unvergesslichen. Ein elegant gekleideter Tontechniker Mitte 50 mit modernem weißem Haar bescherte uns wohl den besten Sound unserer Band-Karriere. Zur Show selbst: Viele Leute vor der Bühne, viel Lautstärke, viel Nebel, viele Lichteffekte, viel Schweiß, viel Jubel, viele Fotos, viele Autogramme und eine Zugabe, die unserem Tourmanager Florian F. gegönnt wurde: da uns dieser nach gutem Beistand am nächsten Tag verließ, durfte er den letzten Song „Riot“ auf den Drums zum Besten geben.

(c) Thomas Sieberer

Mittwoch, 15. Februar 2017

(c) Thomas Sieberer

Gut ausgeschlafen ging es am nächsten Tag, 15.Februar 2017, nach Zelenograd, einer Kleinstadt (für österreichische Verhältnisse Landeshauptstadt) nördlich von Moskau. Zuvor wurde Florian F. zum Flughafen gebracht, da er bereits die Heimreise antrat. Wir verabschiedeten uns gebührlich von unserem Freund und Kollegen, der uns in diesen Tagen bestens betreut hatte. Von nun an hatten wir leider keinen mehr, der Russisch sprach – dafür hatten wir aber wieder mehr Platz im Auto.

(c) Thomas Sieberer

Pünktlich zum Get-in in Zelenograd angekommen wurden wir vom Lokalbesitzer mit Tee freundlichst in Empfang genommen und während der kommenden Stunden, die wir auf den Techniker warteten, mit einem Film unterhalten. Dann endlich ging es los: The OverAlls rockten das im Holz-Haus untergebrachte Rebel-Pub. Die Zuschauer tanzten, machten Selfies mit der Band und forderten Autogramme ein. Die 11. Live-Show der The OverAlls in Folge, die mittlerweile sehr routiniert funktioniert, veranlasste die Band prätentiös zu sagen: „Wir können´s!“

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Donnerstag, 16. Februar 2017

Nach einer zwölfstündigen Fahrt nach dem Konzert in Zelenograd kamen wir müde in St. Petersburg an. Nach ein paar Stunden Erholung, die aufgrund des fortschreitenden Schlafentzugs höchst notwendig war, machten wir uns zum Club auf.

(c) Thomas Sieberer

Der Schlafentzug, der Verkehr in St. Petersburg und die Parkplatzsituation ließen kurz einige Spannungen entstehen, die jedoch nach einer feinen Mahlzeit wieder gelöst waren. Im Club „Fish Fabrique“ wurden wir von herzlichen Gastgebern empfangen und von einem modernen, aufgeschlossenen Publikum unter die Lupe genommen. Lange dauerte es nicht – bereits bei der 2. Nummer C.O.I. brach das Eis und wir konnten selbst dieses mit unserer Show überzeugen. Schön sind vor allem jene Geschichten, die wir hier erzählen dürfen: z.B. vom 15-jährigen Yaroslav, der unbedingt unser Konzert sehen wollte, jedoch aus Altersgründen noch nicht in den Club durfte. Nach Rücksprache mit den Clubbetreibern konnten wir ihm dies dennoch ermöglichen, jedoch musste er aufgrund seines Alters um 22:00 Uhr bereits nach Hause, weshalb wir – um ihm seinen Wunsch zu erfüllen – seine Lieblings-Songs vorzogen. Oder z.B. vom Schreiber des „Helmet-Blogs“, der jährlich etwa 150 Konzerte besucht und unseres als das bisher beste Konzert 2017 beschrieb. Dies sind Momente, die die Band besonders freuen – wenn sie etwas geben können und Bestätigung erfahren.

(c) Thomas Sieberer

Freitag, 17. Februar & Samstag, 18. Februar 2017

Nach dieser letzten großartigen Show in Russland ging es sofort wieder in den Tourbus und weiter zum nächsten Spielort: Alytus in Litauen. Wir erreichten bald die Grenze zu Estland, mit dem Hintergedanken, mit denselben Torturen wie schon bei der Einreise nach Russland konfrontiert zu werden. Unerwarteter Weise blieben jene diesmal aus, sodass wir im Handumdrehen wieder in die EU eingereist waren. Nach einer Nacht im Bus und auf eisglatten Straßen erreichten wir die Kleinstadt Alytus. Ein Quartier stand uns zur Verfügung und wir nutzten den freien Abend zur Regeneration.

(c) Thomas Sieberer

Am Samstag, 18. Februar 2017, standen hier zwei Konzerte am Spielplan. Die erste Show war wohl die ungewöhnlichste, die die Band in ihrer Karriere bestritt. In einer Halbzeitpause eines Handballmatches der hiesigen Handballmannschaft wurde das Publikum unterhalten: 500 Zuschauer klatschten im Rhythmus der Bassdrum des Songs „Salvation“ – einfach unglaublich!

(c) Thomas Sieberer

Das zweite Konzert an diesem Abend konnte als Meet&Greet von Musikern und jugendlichen Musikinteressierten beschrieben werden. Eine junge Band aus Alytus präsentierte ebenfalls ihre Songs vor dem jungen Publikum. Das Musikinteresse der jungen Zuschauer schlug aber bei den The OverAlls schnell in Euphorie um und stimulierte aggressivste Tanzbewegungen.
Mit leerem Merchandise-Koffer und positivsten Erinnerungen an die letzten 16 Tage traten wir die Heimreise an. Nach 1100 km Reise wurden wir von den ersten Sonnenstrahlen in Wien begrüßt. Müde von der langen Reise, den Anstrengungen der letzten Wochen, geprägt von Eindrücken aus verschiedensten Ländern versuche ich nun ein Resümee über die Tour der The OverAlls zu geben: „S’geht net… Es war einfach nur geil!“

(c) Thomas Sieberer

[Text: Nikolaus Gartner]

The OverAlls – Winter of Illusion

Hier findest du weitere Infos zur Osteuropa Tour der The OverAlls:

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