Hanson sind weitaus mehr als nur Kult der 90er. In Österreich hat man zwar schon lange nichts mehr von ihnen gehört, dabei haben sie nie aufgehört Musik zu machen.

Mmmbop ba duba dop ba, Du bop ba duba dop ba… ist jetzt zugegeben nicht gerade der einfallsreichste Text, aber durchaus wirksam, um den ganzen Tag mit demselben Ohrwurm durch die Gegend zu laufen (gern geschehen). Die Hansons, man assoziiert mit ihnen Kindheitserinnerungen und „Kultfiguren“ der 90er, die schon lange in Vergessenheit geraten sind. Ja, ganz so ist es aber nicht, denn sie spielen noch heute und sind derzeit sogar auf US Tour. Bei uns ist es um die damals kleinen Jungs ziemlich still geworden und man hört von ihnen nur noch etwas auf 90s Partys. In Amerika scheint das aber ganz anders zu sein, denn dort starten sie gerade The Roots & Rock’n’Roll Tour, die teilweise sogar ausverkauft ist.

Wer sind die Hansons?

Die Hansons, das sind die Brüder Clarke Isaac „Ike“, Jordan Taylor „Tay“ und Zachary Walker „Zac“ Hanson, eine Band aus Tulsa, Oklahoma, die schon seit 1992 in der Öffentlichkeit auftritt. Bereits 1995 veröffentlichten sie ihr erstes Album „Boomerang“, das sie ebenso wie ihr zweites Album „MMMBop“ im Selbstvertrieb herausbrachten. Doch ihr Manager wurde erst 1996 auf sie aufmerksam, als die Band beim South by Southwest-Festival in Austin, Texas, als Straßenmusiker auftraten.
Ihre Debütsingle „MMMBop“, die man noch heute durchaus als typische Single der 90er bezeichnen kann, erschien 1997 und erreichte in 27 Ländern Platz eins der Charts.

Im selben Jahr erschien ihr Debütalbum „Middle of Nowhere“, welches von Steve Lironi und den Dust Brothers produziert wurde. Das Album war so erfolgreich, dass es weltweit acht Millionen Mal verkauft wurde und den Hansons zu drei Grammy-Nominierungen verhalf. Und wenn man schon erfolgreich Musik produziert, darf zum Abschluss eines erfolgreichen Jahres ein Weihnachtsalbum mit dem Titel „Snowed In“ nicht fehlen. 1998 starteten die Hansons dann ihre erste große Tournee und waren nicht nur in den USA und Kanada, sondern auch in Paris, Köln und London unterwegs.
Das zweite Studioalbum „This Time Around“ konnte nicht an den Erfolg von „Middle of Nowhere“ anknüpfen und bei den Aufnahmen zum dritten Album kam es 2003 zum Bruch mit der Plattenfirma, woraufhin Hanson ihr eigenes Plattenlabel 3CG Records gründeten. Das reichte Aschley Greyson aus, um darüber den Dokumentarfilm „Strong Enough to Break“ zu drehen.
Im Sommer folgte eine Akustik-Tour und 2004 erschien ihr drittes Album „Underneath“, das gleich auf Platz eins der amerikanischen Billboard Independent Charts einstieg.

Musik gegen Armut

Nach weiteren Veröffentlichungen erschien 2007 das Album „The Walk“. Bei der anschließenden Tour ließen sich Hanson etwas ganz Besonderes einfallen: Vor Beginn der Konzerte wurde erst einmal eine Meile marschiert, um auf die Armut in Afrika aufmerksam zu machen. Dabei wurde mit TOMS Shoes zusammengearbeitet, der versprach, für jeden verkauften Schuh einen gleichwertigen Schuh in Afrika zu spenden. Bei den Aufnahmen zu ihrem Album reisten sie nach Afrika, wo sie das Lied „Great Divide“ zusammen mit einem afrikanischen Schulchor aufnahmen. Der Erlös der veröffentlichten Single ging an eine Organisation, die sich gegen HIV in Afrika einsetzt.

Hanson

Nichts erinnert mehr an die drei „Lauser“ der 90ern. (c) Jiro Schneider

Die Hansons heute

Schaut man sich heute ein Musikvideo von den Hansons an, dann erinnert nichts mehr, außer vielleicht „MMMBop“, an die drei kleinen „Lauser“ aus Oklahoma. Mit feschem Haarschnitt und lässigem Auftreten sind sie, wie sollte es anders sein, richtig erwachsen geworden. Bei uns hat man schon länger nichts mehr von ihnen gehört und sie sind beinahe in Vergessenheit geraten. Umso überraschender ist es dann, wenn man hört, dass die Hansons gar nie aufgehört haben Musik zu machen.

Über all die Jahre haben sie Songs veröffentlicht und waren auf Tour. Auch seit Anfang Oktober sind sie auf US Tour und sorgen für ausverkaufte Hallen. Sie überzeugen mit ihren alten Hits aus den 90ern genauso wie mit ihren neuen selbstgeschriebenen Pop-Rock Songs aus ihrem sechsten Album „Anthem“, das 2013 erschienen ist. Damit wollen sie „the power of music“ feiern und die Menschen zusammenbringen.

Die Debütsingle „Get The Girl Back“ ist inspiriert von 60‘ Soul und Rock’n’Roll und für den Videodreh haben sie sich prominente Unterstützung geholt. Kat Dennings (2 Broke Girls), Nikki Reed (Thirteen), Drake Bell (Drake and Josh), Paul McDonald (American Idol), Drew Seeley (Another Cinderella Story) und den Newcomer Alex Beh wurden an Bord geholt.

Heute sind die Hansons verheiratet, sie sind Familienväter und Skandale sind ihnen allem Anschein nach ein Fremdwort. Daher ist es einfach einmal erfrischend zu sehen, dass „Kinderstars“ doch auf dem Teppich bleiben und gleichzeitig erfolgreich sein können.
Bei uns hat man sie schon fast vergessen und steckt sie daher gerne in die Schublade mit all den typischen One-Hit-Wonder aus den 90ern. Aber wer weiß, vielleicht gibt es auch bei uns schon bald wieder mehr von ihnen zu hören.

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