Disturbed zählen zu den erfolgreichsten Metal Bands der 2000er-Jahre. Nach ihrer langjährigen Pause meldeten sie sich kürzlich wieder zurück. Ein Rückblick.


Disturbed waren nicht nur in ihrer Namensgebung im wahrsten Sinne des Wortes „wahnsinnig“, sie sind noch dazu wahnsinnig erfolgreich. Bis zum Juni 2014 gingen weltweit mehr als 14 Millionen ihrer Tonträger über die Ladentische, davon alleine neun Millionen in den USA. Abgesehen von ihrem Debüt-Album stieg noch dazu jedes nachfolgende Album direkt auf Platz eins der US-amerikanischen Billboard Charts ein. Vor vier Jahren gab die Band dann bekannt, eine „unbefristete Pause“ einlegen zu wollen – für viele ein Zeichen für das Aus der Band. Vor Kurzem meldeten sich Disturbed jedoch wieder zurück aus der Versenkung. Was in der Zwischenzeit geschah und was wir demnächst von Disturbed erwarten können, erfahrt ihr hier.

Die frühen Jahre

Disturbed wurde 1996 von Gitarrist Dan Donegan und dem damaligen Bassisten Steve „Fuzz“ Kmak gegründet. Kurz darauf stieß Mike Wengren als Schlagzeuger hinzu und die Suche nach einem geeigneten Sänger begann. Nachdem sich dies allerdings als keine leichte Aufgabe entpuppte, gab die junge Band eine Zeitungsanzeige auf, auf die sich David Draiman meldete. Draiman hatte zuvor noch nie in einer Band dieser Musikrichtung gesungen. Bei den Proben überzeugte er jedoch durch seine unverwechselbare Stimme und sein Auftreten, sodass er schließlich in die Band aufgenommen wurde. David Draiman war es auch, der den Bandnamen „Disturbed“ vorschlug.

Bald darauf nahm die Band ihre erste Demo auf, welche schnell das Interesse verschiedener Plattenfirmen weckte. Über den Produzenten des Demos gelangte eine Kopie der Aufnahmen an den Manowar-Bassisten Joey DeMaio, der sich in der Folgezeit stark für sie einsetzte. Disturbed spielten zahlreiche Konzerte im Umland von Chicago und begannen, sich eine Fangemeinde zu erspielen. Als dann schließlich die ersten College Radiostationen anfingen, Lieder von Disturbed zu spielen, wurden weitere Plattenfirmen auf die Band aufmerksam. Schließlich unterzeichneten sie einen Vertrag bei Giant Records, einem Unterlabel der Warner Music Group.

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Disturbed um die Jahrtausendwende

Erste Erfolge

In Chicago nahmen Disturbed ihr Debütalbum „The Sickness“ auf, das im März 2000 veröffentlicht wurde. Mit der Debütsingle „Stupify“ schafften sie ihren Durchbruch. Mit Ozzy Osbourne konnten Disturbed einen weiteren prominenten Fan für sich gewinnen und wurden auf die Ozzfest-Tournee eingeladen. Mit diesem Auftritt konnten sie nicht nur ihre Fangemeinde weiter vergrößern, auch der kommerzielle Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Das Album stieg auf Platz 67 der US-amerikanischen Albumcharts ein und sollte später das einzige Disturbed Album sein, das nicht auf Platz eins der Billboard Charts einstieg. Alleine in den USA verkaufte sich „The Sickness“ über vier Millionen Mal und ist bis heute ihr meistverkauftes Werk. Das Album enthält unter anderem den Klassiker „Down With The Sickness“, der bis heute für Bombenstimmung auf den Alternative-Tanzflächen sorgt.

Neben dem Album nahm die Band auch die Einlaufmusik des US-amerikanischen Wrestlers Steve Austin („Glass Shatters“) neu auf und absolvierte in der Folgezeit zahlreiche Tourneen. Ein Jahr nach der Veröffentlichung von „The Sickness“ waren Disturbed Headliner der zweiten Bühne der Ozzfest-Tour. Später ging die Band zusammen mit Godsmack und den Stone Temple Pilots auf Tour, wenig später folgte ihre erste Tour als Headliner durch Nordamerika.

Im September 2002 erschien ihr zweites Album „Believe“, das melodischer ausfiel als das Erstlingswerk und direkt auf Platz eins der Billoard Charts einstieg. Ein Jahr später nahm die Band erneut an der Ozzfest-Tour teil, diesmal trat sie allerdings als Headliner auf der Hauptbühne auf. Eine weitere Tournee wurde absolviert, nach deren Ende Bassist Steve Kmak Disturbed aufgrund von persönlichen Differenzen verließ. Erst im darauffolgenden Jahr wurde mit John Moyer ein Ersatz vorgestellt. Am 8. Dezember 2004 wurde der ehemalige Pantera-Gitarrist und Disturbed-Freund Dimebag Darrell während eines Konzerts auf der Bühne erschossen. Weitere Crewmitglieder wurden bei dem Versuch, ihn zu schützen, ebenfalls erschossen bzw. schwer verletzt. Um die Bestattungs- bzw. Krankenhauskosten zu sichern, spielten Disturbed zusammen mit Anthrax, Soil und Drowning Pool ein Benefizkonzert in Chicago. Bereits einen Tag nach der Beisetzung gingen Disturbed wieder ins Studio, um an neuen Songs zu feilen.

Im Frühjahr 2005 nahmen Disturbed ihr drittes Album „Ten Thousand Fists“ auf, das im darauffolgenden September veröffentlicht wurde und aufgrund von über einer Million Verkäufen in den USA Doppel-Platin erreichte. 2007 begann für die Band mit einer längeren Schaffenspause, bevor im Oktober 2007 mit den Aufnahmen für das vierte Studioalbum „Indestructible“ begonnen wurde. „Indestructible“ war das erste Album, das die Band selbst produzierte und erschien im Juni 2008. Auftritte auf zahlreichen europäischen Festivals und eine Tour mit Shinedown im Herbst folgten. Ihr Song „Inside The Fire“ war sogar für einen Grammy in der Kategorie „Best Hardrock Performance“ nominiert, die Auszeichnung nahm jedoch letztendlich die Band The Mars Volta mit nach Hause.

Unbefristete Pause – Das Ende von Disturbed?

Im August 2010 erschien ihr fünftes Album „Asylum“, ein Jahr später gab die Band bekannt, aus persönlichen Gründen eine unbefristete Pause einzulegen. Bereits zuvor machten Gerüchte um die Trennung der Band die Runde. Als Grund dafür gab Gitarrist Dan Donegan einige Jahre danach an, den Fans und auch der Band eine Pause zu geben. Außerdem wollten die Bandmitglieder aus ihrer Routine ausbrechen. Dieses Vorhaben wurde auch schon bald in die Tat umgesetzt, denn bereits im darauffolgenden Jahr schloss sich Bassist John Moyer der Band Adrenaline Mob an, bei der er bis zum letzten Jahr tätig war. Sänger David Draiman gründete im selben Jahr die Band Device – die nun, da Disturbed wieder aktiv wurden, bis auf Weiteres nicht fortbestehen wird – und Gitarrist Dan Donegan und Schlagzeuger Mike Wengren gründeten zusammen eine neue Band.

Mit „The Vengeful One“ meldeten sich Disturbed am Ende der ersten Jahreshälfte überraschend und mit einem Knall zurück.

Disturbed – Unsterbliche Metalhelden

Im April diesen Jahres tauchten dann erstmals Gerüchte über eine Wiederbelebung von Disturbed auf, die Band solle sich in Las Vegas befinden, um dort ein neues Album aufzunehmen. Tatsächlich erschien zwei Monate später ihr Song „The Vengeful One“ mit dazu passendem Musikvideo, mit dem Disturbed ihre Rückkehr offiziell bekanntgaben. Ihr Comeback Album „Immortalized“ erschien Ende August. Außerdem wurde bereits eine US-Tour für 2016 angekündigt, auf ein baldiges Konzert in Österreich darf also gehofft werden!

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