Dass Dr Dre heute vor allem durch seine Kopfhörer bekannt ist, lässt sich nicht leugnen. Aber blicken wir auf die Musik des arrivierten Rappers, und was macht er eigentlich heute?

Mit Titeln ist das so eine Sache, entweder man verdient sie sich durch mehrere Jahre Studium, oder man bekommt sie aufgrund von besonderen Leistungen verliehen. Der Mann, um den es hier heute geht, bekam seinen Titel aber auf andere Weise, er verlieh ihn sich einfach selbst. Anfangs noch als DJ, unter dem Namen Dr J. bekannt, änderte er seinen Namen, als er zum MC wurde, in Dr Dre um. Heute kennt ihn der Großteil der Jugend aber wahrscheinlich nur wegen seiner Kopfhörer. Darum wollen wir uns heute eher fragen: „Was wurde aus… der Musik von Dr Dre“? Um diese Frage besser zu beantworten, wagen wir einen kurzen musikalischen Rückblick.

Erste Erfolge konnte Andre Young, so sein bürgerlicher Name, mit NWA feiern. NWA war eine Gruppe, bestehend aus Dr Dre, Ice Cube, MC Ren, DJ Yella, und Eazy-E. Mit ihrem ersten Album „Straight Outta Compton“ feierte die Gruppe große Erfolge, thematisiert wurde darauf das harte Leben in Süd-Los Angeles. Dre selbst, veröffentlichte aber erst nach dem Zerfall von NWA sein erstes Soloalbum. „The Chronic“ erschien 1992, Singles wie „Nuthin’ but a ‘G’ Thang“ sind bis heute szeneintern unvergessen. Einige Jahre später gründete der Rapper das Label Aftermath Entertainment. Von diesem Zeitpunkt an entdeckte er eine Menge Rapper, die heutzutage weltbekannt sind, wie Eminem, 50 Cent, The Game, oder Kendrick Lamar. Sein bislang letztes Album erschien im Jahr 1999. Für das Album „2001“ wurde er mit dem Grammy für die beste Produktion ausgezeichent, Hits wie „Forgot about Dre“ genießen bis heute einen Kultstatus.

„Detox“ – ein dehnbarer Begriff

Im Hip Hop hat Dr Dre unfreiwillig einen Begriff geprägt. Dieser Begriff wird stellvertretend für Alben benutzt, die angekündigt wurden, aber ständig verschoben werden, bzw. nie erscheinen. „Detox“ – so sollte das dritte Album von Andre Young heißen, seit 2004 angekündigt, bis heute nie veröffentlicht. Trotzdem belohnt uns der Doktor alle paar Jahre mit einer Single, so bekamen wir 2010 mit Akon und Snoop Dogg „Kush“ zu hören, 2011 releaste er mit Eminem und Skylar Grey „I need a Doctor“. Der Grund für seinen mageren musikalischen Output, ist seine Produzententätigkeit für eine Vielzahl an Künstlern. Dr Dre produzierte bereits mit großem Erfolg Alben für Snoop Dogg, Eminem, und Kendrick Lamar, und wurde hierbei mehrfach dafür ausgezeichnet.

Um die anfängliche Frage „Was wurde aus… Dr Dre?“ zu beantworten, es ist wirklich ein Warten auf sein drittes Album, welches sich bereits mehr als zehn Jahre zieht. Mittlerweile ist sogar bekannt geworden, dass das Album nicht mehr wie ursprünglich gedacht „Detox“ heißen soll. Rapkollegen wie Snoop Dogg und 50 Cent äußerten sich sogar in Interviews, dass das Album wohl nie erscheint, obwohl bereits ein Snippet 2009 erschien, und angeblich zu diesem Zeitpunkt schon ein Dutzend Lieder fertig waren.

Dre goes cinema

Sobald werden wir von Dre keinen musikalischen Output bekommen. Grund dafür ist bestimmt auch der Verkauf von Beats an Apple, die Gründer Dr Dre und Jimmy Iovine bekamen dafür 3 Milliarden Dollar. Seitdem befinden sich die beiden auch im Apple Management, Dre hat dadurch noch weniger Zeit für seine Musik, als er vorher schon hatte. Momentan arbeitet Young übrigens mit Ice Cube am Film „Straight outta Compton“, welcher noch dieses Jahr ins Kino kommen soll. Selbst zu sehen ist er darin aber nicht, die Rolle von Dr Dre wurde bereits an Corey Hawkins vergeben. Einen ersten Trailer gibt es auch schon, ob der Film auch für Europa interessant wird, ist schwer zu sagen. Auf alle Fälle ist es eher ein Film, den man sich im Original auf Englisch ansehen sollte, deswegen gibt es auch hier den Trailer im Original – viel Spaß!

Foto: Sam Jones

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