Nu-Metal war einer der größten Trends der Nullerjahre und brachte auch viele One-Hit-Wonder hervor. Limp Bizkit hingegen gehörten zu den Nu-Metal-Starbands – was machen sie jetzt?

Limp Bizkit – wie alles begann

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Limp Bizkit

Gegründet wurde die Kombo um Mastermind Fred Durst 1994. Nachdem er sich einige Jahre in diversen unerfolgreichen Bands ausprobiert hatte, fand er nach langer Suche endlich die passenden Musiker, um seine Visionen umzusetzen: Sam Rivers, dessen Cousin John Otto sowie den Gitarristen Wes Borland, der die Band später verlassen sollte.
Der ehrgeizige Durst konnte es kaum erwarten, die Band „an den Mann“ zu bringen und gab sein Demotape an die „Über-Band“ Korn weiter, die Limp Bizkit daraufhin mit auf ihre eigene Tour nahmen. Dank ihrer energetischen Bühnenpräsenz gewannen die heißblütigen Musiker schnell noch mehr Fans. Um den Sound der Gruppe noch spezieller zu machen und von anderen Nu-Metal-Bands abzuheben,  wurde DJ Lethal (ehemals House of Pain) engagiert, der anstelle eines weiteren Gitarristen ins Boot geholt wurde.

Three Dollar Bill, y’all – eine Band startet durch

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Limp Bizkit – live

Nachdem Limp Bizkit ihren ersten Plattenvertrag unterschrieben hatten, spielten sie auf diversen populären Festivals wie dem „Ozzfest“ oder der „Family Values Tour“  mit Bands wie Primus, Orgy, den Deftones, Sick of it all und Lagwagon. Die zweite Single der Band, das George Michael Cover „Faith“ wurde zum umstrittenen Radiohit, der die Band immer weiter in den Mainstream katapultierte. Noch größeren Erfolg erzielte das zweite Album „Significant Other“, das unter anderem die Hitsingles „Nookie“ und „Break Stuff“ enthielt. Allerdings war auch bei Limp Bizkit nicht alles Gold, was glänzt: Auf dem Woodstock-Festival von 1999 wurde während des Auftritts von Limp Bizkit von diversen sexuellen Übergriffen auf weibliche Fans im Publikum berichtet, bei denen die Band wohl nicht energisch genug eingeschritten sei. Auch das oftmals als „unreif“ bezeichnete Verhalten von Leadsänger Fred Durst der Presse und Fans gegenüber warf immer wieder ein negatives Licht auf die erfolgreiche Gruppe.

Chocolate Starfish and the Hot Dog Flavored Water

Allen Eskapaden zum Trotz konnten sich Limp Bizkit auch weiterhin behaupten – die Single „Take a Look Around“ wurde sogar auf dem Soundtrack  des Blockbusters „Mission: Impossible II“ veröffentlicht. Auftritte bei dem MTV Video Music Awards und dem australischen „Big Day Out“ Festival folgten. Allerdings stand Letzteres unter keinem guten Stern: Ein weiblicher Fan erstickte während des Auftritts von Limp Bizkit im Moshpit, was gerichtliche Konsequenzen für Frontman Durst mit sich zog. Die Pechsträhne sollte für die Band weiter anhalten, denn kurz drauf trennte sich im Jahr 2001 auch noch Gitarrist Wes Borland von Limp Bizkit. Ohne einen permanenten Ersatz für Borland gefunden zu haben, brachten Limp Bizkit 2003 ihr viertes Album „Results May Vary“ heraus, das unter anderem das Hitcover „Behind Blue Eyes“ von The Who vorweisen konnte und es auf Platz drei der Billboardcharts schaffte.

Borland’s Rückkehr und neue Pläne

2004 kehrte Wes Borland überraschend zu Limp Bizkit zurück und nahm mit der Band das Album „The Unquestionable Truth (Part 1)“ auf, das kommerziell weniger erfolgreich war, und zusammen mit einem darauf folgenden Greatest Hits -Album eine Bandpause für die Kombo einläutete. Diese sollte immerhin vier Jahre dauern. Erst 2009 meldete sich die wieder erstarkten Musiker mit ihrem sechsten Studioalbum „Gold Cobra“ zurück, das Platz 16 in den amerikanischen Charts für sich einnehmen konnte. Eine erfolgreiche Tour folgte,  wurde jedoch vom Ausstieg DJ Lethals überschattet. im Jahr 2013 brachten Limp Bizkit die Single „Ready to go“ mit Rapper Lil‘ Wayne heraus und wechselten zu seiner Plattenfirma „Cash Money Records“, die sie jedoch nach kurzer Zeit auch wieder verliessen.

Stampede of the Disco Elephants – was bringt die Zukunft für Limp Bizkit?

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Limp Bizkit – live

Trotz aller Probleme mit Besetzung und Plattenfirmen haben Limp Bizkit es geschafft, ihr siebtes Album fertig zu stellen – allerdings wartet dieses weiterhin auf seine offizielle Veröffentlichung. Im Gegenzug wurden jedoch die Singles „Ready to go“, „Endless Slaughter“ und „Thieves“ herausgebracht, die den ursprünglichen und rohen Sound von „Three Dollar Bill y’all“ zurückbringen sollen. Ob Limp Bizkit es bei ihren diesjährigen Touren schaffen, „in einem Stück“ und mit allen Bandmitgliedern zurückzukommen, kann nicht einmal ein Wahrsager beantworten – aber sicher ist, dass es sich noch lange nicht „augelimped“ hat – die Jungs um Fred Durst sind gerade auf Europa-Tour und zeigten gerade erst bei „Rock in Vienna“, dass sie durchaus noch für ordentlich Action sorgen können.

Fotocredit: Universal Music

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