Sind Opus schon im Vorruhestand? Wir verraten, wie es nach Live Is Life weiterging und was sie heute machen.

Es war im Jahr 1973, als die bisher erfolgreichste Band Österreichs in Judendorf (Steiermark) gegründet wurde. Der 13-jährige Walter Bachkönig hat sich damals einen kleinen Proberaum im Keller seines Elternhauses eingerichtet und begann, mit dem Gitarristen Ewald Pfleger und Keyboarder Kurt Pilsner Musik zu machen. Anfangs wurden vor allem Songs von Colloseum und Deep Purple gecovert, bis sie kurz darauf anfingen, eigene Nummern zu schreiben. Es gab auch Rockversionen der „Kleinen Nachtmusik“ oder des „Säbeltanzes“ mit denen sie ihre ersten Konzerte in der Steiermark und im Burgenland absolvierten. Dann stieß auch der Schlagzeuger Günther Grasmuck zur Band und der für Opus typische Sound wurde gefunden. Der Name „Opus“ ist übrigens Latein, bedeutet „künstlerisches Werk“ und wurde von Bachkönig im „Stowasser“ seiner Schwester gefunden.

Erste Erfolge

Die Band stand also und machte sich langsam aber sicher auf, Geschichte zu schreiben. 1978 gewannen sie den Steirischen Bandcontest und gründeten das Austria Rock Festival welches über Jahre hinweg ein Sprungbrett für viele österreichische Künstler wurde. 1980 hatten sie von Phonogramm den ersten Plattenvertrag in den Händen und das erste Album Daydreams wurde aufgenommen. Jedoch sollten sie erst mit dem zweiten Album den Sprung in die Charts schaffen. Bachkönig wurde von Niki Gruber abgelöst, die LP Eleven schaffte es in die Top 10 der österreichischen Hitparade und wurde mit Gold ausgezeichnet. Daraufhin folgten Konzerte durch Deutschland und Österreich.

Live Is Life Is Live

Der erste und einzige internationale Hit von Opus war 1985 Live Is Life, jeder kennt das Lied von Hochzeiten, Geburtstagsfeiern, dem Fußballstadion. Ein finnisches Eishockeyteam verwendet es sogar als Hymne. Live Is Life wurde mit viel Glück im Herbst 84 im INFORM-Stadion in Oberwart aufgenommen. Das Konzert wurde nämlich als Ganzes aufgenommen, nur war der Titel unvollständig, da das Band vorzeitig zu Ende war. Also musste es wiederholt werden und das motivierte die 5.000 Besucher noch extra. Das war auch der ausschlaggebende Punkt. Die Leute klatschten, hüpften und gröhlten mit und lassen so auch heute noch die Hemmungen beim Mitsingen fallen. Die Single wurde um die 15 Millionen mal verkauft, erreichte die Top 10 in über 20 europäischen Ländern und staubte unzählige Gold und Platin Auszeichnungen ab. Zahlreiche Welttourneen wurden danach absolviert. Von diesem Welthit zehrt die Band noch bis heute. Verdient.

Umbruch

Opus konnte an diesen Erfolg nicht mehr anschließen, obwohl auch nachfolgende Alben gute Chartplatzierungen aufweisen konnten. 1991 wurde das Label und die Agentur gewechselt und der Bassist Gruber verließ die Band. Daraufhin folgten noch einige Veröffentlichungen und große Konzerte, aber irgendwie war die Luft draußen. Die Musik war nicht mehr zeitgemäß genug und das Interesse schwand. Das letzte Studioalbum datiert von 2004. Danach folgten nur noch Compilations und Live-Alben. Seitdem ist es noch stiller um Opus geworden. Doch selbst heute, nach 40 Jahren spielen sie noch vereinzelt Konzerte und wer weiß wie lange man auf frisches Material der Rocker warten muss.

Opus und die Zukunft

(c) OpusDie Entscheidung etwas kürzer zu treten war aber eine bewusst gewählte. Sie sind in der schönen Rolle, Konzerte und Veranstaltungen selektieren zu können. Aufhören war für die Band nie ein Thema. Es gibt auch Kollaborationen mit ServusTV und noch einige Konzerttermine bis Ende des Jahres. Einen speziellen Leckerbissen gibt es in Graz, wo Opus im Dezember in der Oper ein Benefizkonzert veranstalten. Mit dabei sind unter anderem Willi Resetarits und Thomas Stipsits. Dort werden sie vom Opuspocus-Streichorchester unterstützt und werden viele Hits aber auch einige unbekannte Stücke zum Besten geben. Die gesamten Einnahmen gehen an Karlheinz Böhms Einrichtung „Menschen für Menschen“. Mir diesen wird dort eine Schule gebaut. Zur weiteren Zukunft und eventuell neuen Songs hat sich die Band noch nicht geäußert. Sie können sich alles frei einteilen; das ist ihnen auch zu vergönnen.

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