Kleiner Mann – ganz groß

He just wants your extra time and your Kiss

Wer kennt sie nicht, Songs wie „Purple Rain“, oder den legendären Clubklassiker „Kiss“? Wir alle kennen Prince´ (Prince Rogers Nelson) Kopfstimme und lieben sie. Er galt vorwiegend in den 80er Jahren als Sexsymbol, und alle Ladies schmolzen bei seiner außergewöhnlichen Gänsehaut-verursachenden Stimme dahin, die nicht nur einen unglaublichen Wiedererkennungswert hat, sondern die so facettenreich ist, dass sie viele verschiedene Färbungen hat und mehrere Oktaven einschließt, um sie in Perfektion wiederzugeben. Und er brillierte nicht nur stimmlich, er schrieb sogar all seine Liedtexte selbst, komponierte, arrangierte und produzierte seine Songs. Außerdem spielt er Instrumente wie Gitarre, E-Bass, Klavier, Keyboard und Schlagzeug. Bei fast allen Studioaufnahmen spielte er alle Instrumente selbst. Ein wahres Multitalent!

Prince Rogers Nelson wurde am 7. Juni 1958 in Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota) geboren. Benannt wurde er nach dem Bühnennamen „Prince Rogers“ seines halbitalienschen Vaters John Lewis Nelson, der Jazz-Pianist seiner Band The Prince Rogers Trio war. Bei einem seiner Auftritte im Jahr 1956 in Minneapolis lernte Nelson die Jazzsängerin Mattie Della Shaw, die afroamerikanische und weiße Vorfahren hatte, kennen. Er engagierte sie als Sängerin in seiner Jazz-Band, und 1957 heirateten die beiden. Prince hat sechs weitere Halbgeschwister und eine Schwester.
Prince’ musikalische Entwicklung begann in den 1970er Jahren. Als Jugendlicher spielte er mit seinen damaligen Bands Songs nach, etwa von Interpreten wie Sly & the Family Stone, Jimi Hendrix, Stevie Wonder, James Brown, Parliament, Grand Funk Railroad und Earth, Wind and Fire.
Im Juni 1976 bestand Prince seine Abschlussprüfung an der Central Highschool und im Dezember 1976 bezog er im Alter von 18 Jahren seine erste eigene Wohnung in Minneapolis.
Seit 1978 bereichert uns der 1,58m große Prince mit seiner Musik.

Kleiner Mann – ganz groß

Die Kombination verschiedener Genres wie R&B, Funk, Soul, Pop und Rock über Blues bis hin zum Jazz macht seine Musik sehr einzigartig, mit einem wohlverdienten Resultat von über 100 Millionen verkauften Platten, sieben Grammy Awards, einem Oscar sowie 2007 einen Golden Globe Award.
Seinen internationalen Durchbruch schaffte Prince im Jahr 1984 mit dem Film, der Single und dem Album Purple Rain.
Am 5. Januar 1979 war es soweit, er gab sein Konzertdebüt in Minneapolis vor etwa 300 Zuschauern. Er tat sich sehr schwer mit Live-Shows, einmal wurde er sogar solange ausgebuht, dass er ein Konzert nach 15 Minuten abbrechen musste, ein weiteres Konzert spielte er trotz fliegender Wurfgeschosse zu Ende.
1980 erschien sein drittes Album Dirty Mind, mit dem er sich ein neues Image schaffte, er trennte sich von seinem Afro-Look und legte sich eine Kurzhaarfrisur zu. Außerdem trat er in dieser Zeit oftmals in Tanga und Trenchcoat, kombiniert mit Strapsen und hochhackigen Schuhen, in der Öffentlichkeit auf. Er etablierte u.a. mit David Bowie den androgynen Look in der Musikszene, der vor allem bei Frauen sehr gut ankam. Seine zum Teil sehr anzüglichen Liedtexte und seine schüchterne Art ließen ihn zudem geheimnisvoll wirken. Er gab tatsächlich auch nur fünf Interviews im Zeitraum von 1982-1990.

Not only sexy, but spiritual and deep

Prince’ Songs handeln meist von Liebe, zwischenmenschlichen Beziehungen oder Sexualität. Aber auch politische und gesellschaftskritische Themen sowie religiöse und spirituelle Inhalte kommen in seinen Texten vor.
1979 sang er beispielsweise im Song „Bambi“ von lesbischer Liebe, und die Liedtexte des Albums „Dirty Mind“ von 1980 galten zu der Zeit sogar als obszön. Prince war das egal, er sang weiterhin von Oralverkehr, oder in „Little Red Corvette“ seiner Liebe zu Vaginas.

Und wem verdanken wir den Warnhinweis: “Parental Advisory – Explicit Lyrics” (deutsch: „Hinweis für Eltern – allzu deutliche Liedtexte“)?
RICHTIG! – Prince!
Eine besorgte Mutter ergriff dazu die Initiative, als ihre damals elfjährige Tochter einen Song hörte, in dem es um Masturbation ging. Im Jahr 2001 schien Prince eine Wandlung, die laut ihm auch spirituell begründet ist, zu machen. Er entfernte alle Kraftausdrücke aus seinen Liedern, woran er sich auch bis heute konsequent hält.

Doch auch sozialkritische und politische Texte schrieb Prince mit einem hingegebenen Metaphorismus. Zum Beispiel thematisiert er im Song „Annie Christian“ (1981) den Mord an John Lennon. Er greift immer wieder aktuelle Themen auf wie u.a. Ängste vor Atomkriegen, über AIDS, Klimaveränderung, den Golfkrieg und den Terroranschlägen am 11. September 2001.
Aber auch Songs in denen er das Vaterunser zitierte, oder von Gott, Teufel, Schuld und Sühne, Reinkarnation, oder sogar die Zeugen Jehovas sang, zeigen die spirituelle Seite des Musikers.

1993 änderte er seinen Künstlernamen in: „The Artist Formerly Known As Prince = TAFKAP“, seitdem nahm sein kommerzieller Erfolg ab. Vor der Namensänderung hatten die meisten seiner Albumveröffentlichungen in den USA Platinstatus erreicht, die Alben danach kamen nicht mehr an den Status heran. Erst nachdem Prince im Jahr 2000 wieder seinen ursprünglichen Künstlernamen angenommen hatte und im Jahr 2004 zu einem Major-Label zurückgekehrt war, hatte er auf einmal wieder großen Erfolg in den Charts. Wahnsinn, was so ein Name ausmacht, man könnte meinen, die Zuhörerschaft mochte nicht seine Musik, sondern die Figur „Prince“.

Prince schrieb offiziell bisher gut 900 Songs, von denen einige nicht durch ihn selbst, sondern durch andere Musiker veröffentlicht wurden. Seit 1978 brachte er 37 eigene Studioalben heraus. Außerdem hat er 320 unveröffentlichte Songs in seinem Safe liegen, wer weiß wann er uns damit überrascht. Bis heute hat Prince über 1.000 unveröffentlichte Songs geschrieben.

Der Hype um Prince war über die Jahre gesunken, er landete auch kaum Hits in den Charts, als dem Genie doch tatsächlich 2004 ein Comeback gelang. Bei der Grammy-Verleihung im Februar 2004 trat er gemeinsam mit Beyoncé Knowles auf und sang mit ihr im Duett seinen Hit „Purple Rain“. Die Grammy-Verleihung wurde in diversen Ländern im Fernsehen übertragen, und endlich war er wieder in aller Munde.
Im April 2004 veröffentlichte Prince sein Album Musicology, welches in den USA Doppelplatinstatus erreichte und mit zwei Grammys ausgezeichnet wurde. Die Musicology-Tour war die weltweit erfolgreichste Tour des Jahres 2004. TATAAAA Prince was back!

Ein Jahr später veröffentlichte Prince das Coffee Table Book „21 Nights„. Es ist ein 256-seitiger Fotoband, der Prince’ Aufenthalt in London während seiner Konzertreihe von August bis September 2007 dokumentiert.

Im März 2009 schuf Prince die Homepages, die er bald schloss. Man konnte sich dort kostenpflichtig lebenslang registrieren, um Musik von Prince downzuloaden.

Ende September 2014 brachte Prince bei Warner Bros. Records mit „Art Official Age“ und „PlectrumElectrum“ zwei neue Studioalben heraus.

Ende November löschte er seine Benutzerkonten bei Facebook, Instagram, SoundCloud, Twitter und YouTube. Eine offizielle Begründung gab Prince dafür zwar nicht, allerdings äußerte er ein paar Jahre zuvor, dass das Internet „tot sei“.

Am 13. Juni 2015 gab Prince ein Live-Konzert vor 500 geladenen Gästen im Weißen Haus.

2004 wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen und sagte unter anderem bei einem Interview:

„Ohne wahre spirituelle Begleitung kann zu viel Freiheit dazu führen, dass die Seele verdirbt. Daher ein Wort an die jungen Künstler: Ein echter Freund und Mentor steht nicht auf eurer Gehaltsliste. Ich wünsche euch allen das Beste auf diesem faszinierenden Weg. Es ist noch nicht zu spät.“

Wir hoffen auch weiterhin gute Musik von ihm zu hören und freuen uns auf Musiker die sich von ihm inspirieren lassen.

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