Die Battlequeen aus Queens, die 1984 als erste Frau das Mic rockte.

Who´s that Female MC?

Roxanne Shanté (Lolita Shante Gooden) erblickte am 9. November 1969 das Licht der Welt in Queens, New York. Nur 14 Jahre später, 1984 gelang es ihr über 250.000 Platten mit der Veröffentlichung von „Roxanne´s Revenge“ zu verkaufen, die Antwort zu dem Hit „Roxanne Roxanne“ der U.T.F.O. Crew. Wie zur Hölle ist das passiert? Aufgewachsen in Queensbridge, einem sozialen Brennpunkt in New York wurde sie Teil der legendären Juice Crew mit keinem geringeren als DJ Marley Marl, MC Shan, Big Daddy Kane, Biz Markie, und Craig G. Die Jungs sahen das unglaubliche Talent der 14-jährigen Female MC, die sich sogar nicht scheute einstige Größen zu battlen. Sie kollaborierte mit u.a. Big Daddy Kane oder auch Kool G Rap. Sie inspirierte alle danach erfolgreichen Female MCs wie MC Lyte, Queen Latifah oder Salt n´Pepa. Aber auch Cora E. unsere deutsche Zuluqueen „wollte rappen wie Shanté“ und schaffte es in ihre Fußstapfen zu treten.

1989 verabschiedete sich Shanté von dem Hip Hop Bizz, mit der Begründung, dass sie niemals so viel Lug und Trug, Arglistiges und Böses erlebt hätte wie in der Musikindustrie. Sie meinte, dass alle nur für sich selbst kämpfen, man wird ausgebeutet solange man den Hype hat und das nutzen Labels aus. Da wollte Shanté nicht mitspielen und entschied sich dafür, ihren eigenen Weg zu gehen.

It was all just a Dream

Die junge Shanté, die bei Warner Bros. gesignt war, verpflichtete das Label ihr einen Schulfonds einzurichten, damit sie, falls es mit der Musik nicht mehr läuft, wenigstens studieren kann. Sie bekam 217.000$ für eine Ausbildung von Warner Bros. und schloss ein Psychologiestudium mit einem Doktortitel ab. Allerdings stellte sich leider erst 2009 raus, dass das alles nur ein Riesenhoax war. Shanté entschuldigte sich öffentlich, dass sie über Ihren angeblichen Psychologie Doktortitel, den sie nie erwarb, erfunden hatte. Man bedenke sie war zu diesem Zeitpunkt alleinerziehnde Mutter und wollte natürlich sich und ihre zwei Kinder absichern.

Sie erklärte wie folgt:

„I don’t regret any of those decisions either, she says. In the process of living life after Hip Hop, I allowed for a title to be placed on me and continued to live and represent that title. When everything was all said and done, if anyone was angry or if I caused anyone any problems, I apologized and moved on. At the time, I felt like I didn’t do anything negative or put out any negative representation of Hip Hop. I think a lot of people felt I should have walked away and put my head down, but that’s not Shanté and that’s not who I am.
It is very easy to criticize someone and I have left myself open to criticism,“ she said in an open letter. All I can say to that is before you level any further criticism and cynicism, walk in my shoes. I am making this statement to apologize to the people that truly care about me for any angst that this situation has caused, and to thank them for their continued support…Like all of you, I am human and may have not made the correct decision all the time. And, like anyone else, I would like to think that my entire life or career is not judged by one error or mistake.“

„Ich bereue keine dieser Entscheidungen. Für die Zeit nach dem Leben als MC erlaubte ich mir einen Titel zu tragen, den ich lebte und repräsentierte. Und nachdem alles gesagt wurde, falls irgendjemand wütend auf mich deswegen war oder ich irgendwelche Probleme verursachte, habe ich mich entschuldigt. Zu dieser Zeit kam es mir nicht so vor, als ob ich etwas Negatives dadurch tat oder Hip Hop negativ dadurch präsentierte. Ich glaube viele Menschen wollten dass ich einfach wegging und schuldbewusst den Kopf senkte, aber das ist nicht Shanté, das ist nicht die, die ich bin. Es ist sehr leicht jemanden zu kritisieren und ich hab mich der Kritik geöffnet, aber alles was ich dazu sagen kann ist, bevor ihr mit eurer Kritik und eurem Zynismus weitermacht, geht in meinen Schuhen.  Ich mache diese Aussage um mich bei Menschen zu entschuldigen, die sich wirklich um mich sorgten und für die Angst die diese Situation hervorrief und möchte mich bei ihnen für ihre weitergehende Unterstützung bedanken. Genauso wie ihr alle, bin auch ich nur ein Mensch und habe vielleicht nicht die richtigen Entscheidungen getroffen. Und wie jeder andere auch möchte ich, dass nicht mein bisheriges Leben oder meine Karriere nicht durch einen Fehler verurteilt wird.“

Können wir es ihr vergeben?

Selbstverständlich, wer im Glashaus sitzt sollte ja bekanntlich nicht mit Felsbrocken schmeißen. Wir haben alle unsere Fehler. Danke Shanté, dass du aufstehst, ehrlich bist und uns zeigst was wahre Größe bedeutet, sich nicht von Fehlern unterkriegen zu lassen, sondern zu reflektieren und weiterzumachen! Sie ist eine starke Kämpfernatur, die sogar Brustkrebs besiegt hat und jetzt an Ihrer Autobiographie arbeitet, die bald erscheint: „Please believe it“. Und auch weiterhin bleibt Shanté eine Inspiration für viele aufsteigende Rapsternchen. Sie unterstützt junge Female Mcs finanziell mit einem Startkapital für das erste Album oder auch durch Aufbau von Myspace Seiten und Connections.

Ich hoffe wir kriegen bald ihr Buch zu lesen und wer weiß, vielleicht erwartet uns ja doch noch das ein oder andere Feature?

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