Es ist bereits über vier Jahre her, dass sich The White Stripes getrennt haben. Doch aus unserem Gedächtnis haben wir sie noch lange nicht gelöscht.

Die White Stripes zählten zu den bekanntesten Vertretern des Garage Rocks. Jack White war dafür bekannt, die Songs selbst zu komponieren und ein Mix aus Rock, Punk, Indie, Blues und Folk machte die Whites aus.Eigentlich war Jack White als Schlagzeuger tätig, erst später wechselte er zur Gitarre. Two Part Resin war die erste Band, in der er als Gitarrist gespielt hat. Nachdem die Drei-Mann Band aber von Domini Suchyta verlassen wurde, spielten nur Jack und Brian Muldoon von Ende 1993 bis 1996 und somit bestand die Band nur aus einem Schlagzeuger und einem Gitarristen. Als auch Muldoon die Band verlies kam Jack auf die Idee, Meg White ans Schlagzeug zu setzen. Bis dahin hatte sie keinerlei Erfahrung, bald wurden sie aber so gut, dass sie beschlossen, weiterzumachen und so wurden daraus die White Stripes, wie wir sie heute kennen.
Bis heute hält sich das hartnäckige Gerücht, dass Jack und Meg White Geschwister seien, da sie sich auch als solche ausgaben. Angeblich waren sie aber von September 1996 bis Februar 1999 verheiratet. Doch wir dürfen fleißig weiterrätseln, was nun tatsächlich der Wahrheit entspricht. Vermutlich wissen es nur Jack und Meg selbst.

Die Anfänge

Stripes

Meg and Jack White: Autumn De Wilde

Die White Stripes wurden im Jahr 1997 gegründet. Am 15. August 1997 hatten sie ihren ersten Auftritt im Gold Dollar in Detroit. Dort fand eine Veranstaltung für Newcomer statt und nur 10 bis 15 Leute waren damals anwesend. Der Auftritt von Meg und Jack kam richtig gut an und Jack war klar, dass das nur an Megs kindlichem Schlagzeugspiel liegen konnte.
Zeitgleich spielte Jack in den beiden anderen Bands 2 Star Tabernacle und The Go. In Detroit wurden aber die White Stripes immer bekannter und so konzentrierte sich Jack bald nur mehr auf dieses Projekt und verließ die beiden anderen Bands .
1998 brachten die White Stripes dann ihre ersten beiden Singles heraus. Dabei kreierte Jack auch den rot-weiß-schwarzen Stil der White Stripes, der bis heute unverwechselbar ist. So einfach und simpel schaffte er es, die Aufmerksamkeit auf die Whites zu ziehen.
1999 und 2000 erschienen dann die Alben The White Stripes und De Stijl. Bis ins Jahr 2002 wurden diese ausschließlich auf Vinyl veröffentlicht, wie auch die zahlreichen Singels.

Am Höhepunkt

2001 veröffentlichen die White Stripes das Album White Blood Cells und 2002 wurde das Album im Zuge des Hypes um Retro-Bands zum ersten großen Erfolg. Die internationale Bekanntheit war ihnen nun sicher. 2002 erschien das Album auch auf CD und das Exemplar wurde weltweit über eine Million mal verkauft. Mit dem Album Elephant kam es 2003 zum großen Durchbruch. Weltweit wurden über vier Millionen Exemplare verkauft, allein ein Drittel davon in den USA. Das Album wurde nicht nur von zahlreichen Kritikern gelobt, sondern auch Keith Richards von den Rolling Stones zeigte sich beeindruckt. In den UK-Charts erreichte es auf Anhieb Platz Eins und den sechsten Platz der Billboard Album Charts in den USA. Aufgrund der eingängigen Riffs wurde die Singleauskoppelung Seven Nation Army ihr bisher bekanntester Song. Daraufhin bekamen die White Stripes zwei Grammys in den Kategorien Best Alternative Music Album für Elephant und Best Rock Song für Seven Nation Army.

Das Album Get Behind Me Satan wurde innerhalb von nur 10 Tagen in Jacks eigenen Third Man Studios in Detroit aufgenommen und weist im Gegensatz zu den vorigen Alben einige Veränderungen auf. In Get Behind Me Satan tritt Jacks E-Gitarre völlig in den Hintergrund. Nun dominieren akustische Gitarre und Klavier. Einmal kommt sogar ein Marimbaphon zum Einsatz. Zudem fällt Jacks Falsett-Gesang auf und auch die neuen Perkussion Elemente.
Mit Brendan Benson, Jack Lawrence und Patrick Keeler gründete Jack 2005 die neue Band The Raconteurs, welche bis 2008 zwei Alben veröffentlichte.

Icky Thump ist das sechste Studioalbum, das die White Stripes 2007 veröffentlichten. Hier wandte sich die Band wieder ihrem früherem Stil zu, der durch Punk, Garage-Rock und Blues beeinflusst wurde. Es dauerte drei Wochen, bis das Album fertig aufgenommen wurde und somit ist Icky Thump das aufwändigste Album. Zudem ist es das erste Album der White Stripes, in welchem ein Lied den gleichen Titel wie das Album trägt.
2009 wurde die Live Dokumentation Under Great White Northern Lights beim Toronto International Film Festival präsentiert. Gezeigt wird eine Kanada Tour der Band aus dem Sommer 2007, und der Film wurde 2010 mit dem gleichnamigen Live-Album als DVD veröffentlicht.

Film ab

Nicht zu vergessen sind die Filme, in denen die White Stripes, wenn manchmal auch nur kurz, zu sehen waren. Beispielsweise waren sie 2003 in Jim Jarmuschs Coffee and Cigarettes zu sehen. In Unterwegs nach Cold Mountain hatte Jack White eine Nebenrolle und spielte an der Seite von Jude Law und Nicole Kidman. 2007 spielte Jack den King of Rock and Roll Elvis Presley in Walk Hard: Die Dewey Cox Store . Auch bei den Simpsons durften Jack und Meg natürlich nicht fehlen. In der 18. Staffel, in der 2. Folge Jazzy and the Pussycats, hatten sie einen Gastauftritt. Dort zeigten sie Bart, wo es langgeht.

Am 2. Februar 2011 wurde die Auflösung der White Stripes bekannt gegeben. Seitdem gab es weder öffentliche Auftritte noch Liveauftritte. Es habe zahlreiche Gründe gegeben, warum eine Trennung stattgefunden hat, aber es wurde kein einziger Grund genannt. Es hieß nur, dass beide Gesund und guter Dinge seien.

Jack White

Jack White

Jack White: Autumn De Wild

Am 9. Juli 1975 wurde John Anthony Gillis in Detroit, Michigan geboren. Er wuchs in einer katholischen Großfamilie mit zehn Geschwistern auf. Bereits mit elf Jahren begann er, Schlagzeug zu spielen, mit 15 entdeckte er die Gitarre für sich. 1992 studierte er Musik an der Cass Technical High School und nebenbei absolvierte er eine Ausbildung in einem Polstereibetrieb. Er eröffnete sogar einen solchen Betrieb namens Third Man Upholsterey mit dem Farbschema gelb-schwarz, ähnlich wie die Farben des heutigen Labels Third Man Records, und dem Werbeslogan „Your furniture is not dead“. Die Polsterei machte ihm aber irgendwann keinen Spaß mehr und er schrieb sogar Gedichte auf die Innenseite der Möbel.

„Your furniture is not dead“

Nachdem Jack mit Meg White verheiratet war, führte er unter anderem eine Beziehung mit der Schauspielerin Renée Zellweger und 2005 heiratete er Karen Elson, welche im Musikvideo Blue Orchid aus Get Behind Me Satan zu sehen ist. Zusammen haben die beiden zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn. 2011 gaben sie jedoch ihre Trennung bekannt.

Seit 2001 betreibt Jack das Plattenlabel Third Man Records. Nach der Trennung der White Stripes im Jahr 2011 ist Jack seit Anfang 2012 als Solomusiker unterwegs. Im selben Jahr veröffentlichte er seine erste Singel Love Inerruption und im Jahr darauf das Album Blunderbuss. 2012 führte ihn eine weltweite Tour auch nach Deutschland und 2014 veröffentlichte er sein zweites Album Lazaretto.

Schlagzeilen

Doch nicht nur während seiner Zeit bei den White Stripes sorgte Jack für Schlagzeilen. 2004 war Jack White vor Gericht, da er in eine Schlägerei verwickelt wurde. White gab aber an, dass er aus Notwehr gehandelt habe. Nach Angaben von Stollheimer habe White ihm aber vier Mal mit der Faust ins Gesicht geschlagen.
2014 machte Mr. White aber ganz anders auf sich aufmerksam. Jack wirft nämlich ausgerechnet Helene Fischer vor, von ihm abgekupfert zu haben. Ja, richtig gelesen. Helene Fischer! Klingt Atemlos wirklich wie Seven Nation Army?

Meg White

Meg White

Meg White: Autumn De Wilde

Um Meg White ist es seit der Trennung der Band hingegen sehr ruhig geworden, denn seitdem hat sie nichts mehr von sich hören lassen.
Megan Martha White wurde am 10. Dezember 1974 in Michigan geboren. Sie wuchs in der Gegend von Detroit bei ihren Eltern und mit ihrer Schwester auf. Meg arbeitete in den frühen 1990ern als Barkeeperin, als sie Jack kennenlernte, den sie 1996 heiratete. Er nahm ihren Nachnamen an. 1997 wurde sie von Jack, obwohl sie keine Erfahrung hatte, ans Schlagzeug gesetzt. Zuerst nannten sie sich The Red and White Stripes, benannt nach Megs Lieblings-Bonbons.Meg ist alles andere als das, was man einen typischen Rockstar nennt. Sie wirkt schüchtern und zurückhaltend und stellt das Gegenstück zu Jack dar.
Doch gerade ihre zurückhaltende Art und vielleicht auch gerade diese Unerfahrenheit machten die White Stripes zu dem, wie sie uns in Erinnerung geblieben sind.

Photo Credits: Autumn De Wilde, 2015 Record Store Day

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