In den letzten drei Jahrzehnten ist Zahl populärer Songs, in deren Texten Cannabis eine Rolle spielt, überproportional angestiegen. Nach einer US-Studie sollen dort drei von vier Top 40 Songs Marihuana-Content beinhalten. Die Forscher führen diese Entwicklung auf die wachsende öffentliche Akzeptanz gegenüber Cannabis zurück.

Studie analysiert 1200 Liedtexte

Für die Studie der Wayne State University und der University of Minnesota, die im Journal of the American Board of Family Medicine veröffentlicht wurde, haben Wissenschaftler die Texte der Top 40 Songs des Jahres von 1986 bis 2016 analysiert. Neben Cannabis suchten sie auch nach Inhalten, die Alkohol, Tabak oder Opioide thematisieren. So versuchte man einen Zusammenhang zwischen der populären Musik und den Drogentrends in den USA zu konstatieren. Die einzige untersuchte Substanz, die in Texten keinen Bedeutungszuwachs verzeichnen konnte, ist Tabak. Zwar werden auch Opioide in den letzten Jahren verstärkt in Lyrics thematisiert, doch für Cannabis ist die Tendenz am beeindruckendsten. Während im ersten Jahr lediglich fünf der 40 Lieder einen Cannabis-Bezug aufwiesen, waren es 2016 satte 30, also 75 Prozent. Damit nimmt unter den vier untersuchten Substanzen Cannabis eindeutig am meisten Raum ein.

Warum der Anstieg?

Die Forscher wiesen darauf hin, dass in dem Zeitraum, den die Studie einschließt, auch die öffentliche Akzeptanz gegenüber Cannabis entsprechend angewachsen sei. Vor allem dem medizinischen Einsatz gegenüber, aber auch dem Konsum für Freizeitzwecke, zeigt man sich heutzutage wesentlich aufgeschlossener als vor 30 Jahren. Hinsichtlich der offensichtlichen Zusammenhänge zwischen Musik- und Drogentrend äußerten sich die Wissenschaftler beunruhigt. Angesichts des in den Vereinigten Staaten herrschenden Opioid-Problems müsse man bei anhaltenden Trends mit einer Eskalation der sogenannten Opioid-Krise rechnen. Da in den letzten Jahren auch Opioide zunehmend in Liedtexten Erwähnung fanden, während die realen Schwierigkeiten mit Abhängikeit, und Auswirkungen der Substanz ebenso anwuchsen, ist das nicht von der Hand zu weisen.

Gras und Gesundheit – Kein Widerspruch

Bei der Betrachtung der Studie fällt auf, dass Cannabis stark an Bedeutung zunimmt, während im gleichen Zeitraum Tabak allmählich an Bedeutung verliert. Diese Erkenntnis lässt Raum für einige Schlüsse. Entweder ändert sich mit den Jahren das Mischungsverhältnis für Joints, die Leute rauchen mehr Pur. Vielleicht greifen mehr Konsumenten zum Vaporizer oder konsumiert anderweitig rauchfrei. Wahrscheinlich stimmt von allem ein bisschen. Alle diese Gründe führen aber zu einer weiteren Erkenntnis. Die Menschen denken heute gesundheitsbewusster. Aber während man auf Alkohol und Tabak eher verzichtet, wächst das Interesse an Cannabis. Folglich scheinen Cannabiskonsum und Gesundheit sich in den Köpfen der Menschen nicht wirklich zu widersprechen. Ja, und klar, Cannabis und Musik sowieso nicht.

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