Einschalten statt Abschalten: Kommerzielle Musikvideos erfreuen sich bei Internetnutzern hoher Beliebtheit und verzeichnen zahlreiche Klicks.

„CoBacardime on over, have some fun. Dancin’ in the morning sun…” – Denkst du bei diesem Songtext auch an prickelnde Strandpartys mit einem gekühlten Glas Bacardi? Der Bacardi-Song – offiziell unter dem Titel „Bacardi Feeling (Summer Dreamin‘) von Kate Yanai bekannt – ist ein Paradebeispiel für das erfolgreiche Zusammenspiel von Musik und Werbung. Dass die Marketingstrategie des so genannten „Audio oder Sound Brandings“ nicht nur bei TV Werbespots funktioniert, zeigen zahlreiche Musikvideos aus dem Netz.

Supergeiler Supermarkt, supergeiles Netz, supergeile Werbung

Während eedekas im Fernsehen zeitliche Einschränkungen für Werbung gibt, können Firmen im Netz ihr Produkt auf Plattformen wie YouTube oder MyVideo in kurzen Clips zur Schau stellen und im Idealfall Fans gewinnen. Jüngstes Beispiel für eine kreative Werbeidee, die musikalisch umgesetzt wurde und überraschend Millionen von Klicks verzeichnen konnte, war der Spot der Supermarktkette Edeka. Kaum jemand kennt den Supergeil-Song von Friedrich Liechtenstein noch nicht und jeder assoziiert nur beim Hören des Wortes „supergeil“ Bilder von Fritten, Milchtüten oder Tiefkühl-Croissants.

Auch der Getränkehersteller Coca Cola ist für seine musikbetonte Werbung bekannt. Im Fernsehen sehen wir oft nur Ausschnitte der speziell gedrehten Musikvideos wie etwa beim Fall der Werbung „Es gibt viele Gründe, um an eine bessere Welt zu glauben“. Das eigentliche Video dauert ca. 1:30 Min, von denen im TV lediglich etwa eine halbe Minute ausgestrahlt wird. Der Song „Whatever“ wurde von dem New Yorker Chor „Young People’s Chorus of New York City“ eingesungen und soll das Trinken einer Flasche Cola mit einem Glückgefühl verbinden. Vergessen ist das schlechte Gewissen, das einem aufgrund des Zuckers, des Kaloriengehalts und der chemischen Zusätze plagen könnte.

Aber nicht nur mit Pop-Songs geht das Prinzip auf, sondern sogar mit dem Verwenden klassischer Musik. Über den finnischen Komponisten Esa-Pekka Salonen wurde bis vor kurzem nur in Fachkreisen geredet und diskutiert, bis ihm die Werbung von Apple für das neue iPad Air einiges an allgemeiner Bekanntheit einbrachte. Seine eigens für die Werbung komponierte Musik lässt nicht nur die Herzen von Technik-Fans höher schlagen, sondern begeistert auch Klassik-Anhänger, die bis dato nichts mit Apps oder moderner Technologie anzufangen wussten.

Veränderte Technologie erfordert veränderte Werbung

Nie war es einfacher in Sekundenschnelle dank Smartphones oder Tablets Videos aus dem Netz anzusehen oder mit anderen zu teilen. Kein Wunder also, dass die Werbeindustrie das Potential von YouTube und Co. für sich erkannt hat und nun nutzt. Glücklicherweise sind die meisten der kommerziellen Musikvideos so gut gemacht, dass sie Spaß machen anzusehen. Meist sogar so gut, dass wir sie nicht wie im TV am liebsten verbannen möchten, sondern freiwillig anklicken, ansehen und mit Freunden teilen wollen.


Bild- und Videocredits:
Wallpho: Bacardi Cocktail

EDEKA: EDEKA Supergeil (feat. Friedrich Liechtenstein)

Apple iPad Air: Esa-Pekka’s Verse
Coca Cola: Es gibt viele Gründe, um an eine bessere Welt zu glauben

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.