Unter den Begriff der afroamerikanischen Musik fallen verschiedene Musikkulturen, die aus der Region Südamerika, Mittelamerika und dem karibischen Raum stammen. Dazu kommt der starke Einfluss der traditionellen afrikanischen Musik, die aus der Verschleppung und Versklavung der Menschen seit dem 16.Jahrhundert aus Afrika nach den heutigen USA zu erklären ist. Die afroamerikanische Musikkultur und ihre Geschichte sind sehr eng mit der Sklaverei verbunden, die sich seit dieser Zeit zwischen Afrika und Amerika abgespielt hat. Der afroamerikanische Musikstil beinhaltet eine große Anzahl von Musikstilen, wie den Worksong, das Spiritual, Gospelmusik, Blues, Jazz, Rhythm & Blues, Rock & Roll, Soul, Funk. Aber auch Hip-Hop, R&B und House sind die Nachfolger der afroamerikanischen Musik, die bis in die heutige Zeit unsere Musik, wie keine andere Musik beeinflusst haben.

Video: Rosie – African American Work Song

Die Merkmale der afroamerikanischen Musik

Die Improvisation hat immer einen großen Anteil an der afroamerikanischen Musik getragen

Es gibt eine Reihe von Merkmalen, die der afroamerikanischen Musik entstammen und aus der Geschichte dieser Musik hervorgegangen sind. So sind Frage und Antwortmotive, eine starke Betonung der Rhythmik, Synkopierung und der Perkussion vorherrschend. Die Improvisation hat immer einen großen Anteil an der afroamerikanischen Musik getragen und kann jeden Teilaspekt der Musik ansprechen, sei es die Musikmelodien, die Harmonie oder auch der Rhythmus. Typische Merkmale des Gesangs in der afroamerikanischen Musik sind die Effekte mit dem Gaumenlaut und eines hineinrufenden Gesangs während des Liedes. Eine melodische Besonderheit war die Blue Note, die durch eine niedrig intonierte Terz und Septime erzeugt wurde oder auch der Off Beat, der bestimmte metrische und rhythmische Eigenheiten besitzt. Die Trommeln sind ebenfalls eines der afrikanischen Instrumente, die in den lateinamerikanischen Ländern wie Brasilien und auf Kuba in der Musik der Afroamerikaner vorherrschten. In den Vereinigten Staaten wurden die Trommeln unterdrückt und verboten, da sie zu religiösen Aspekten gehörten, die dort nicht geduldet wurden. Die Musikstile aus Mittelamerika und Südamerika wurzelten fast alle in der Karibik, die ebenfalls der afrikanischen Tradition entstammten und besonders die kubanische, jamaikanische und haitianische Musik prägten. Die brasilianische Musik hat ist am deutlichsten hörbar der afrikanischen Tradition entnommen und ist auch heute noch mit den Trommeln und der starken Rhythmik am besten nachvollziehbar.

Video: Slave Spiritual Story – Wade in the Water

Musikstile und Entwicklung der afroamerikanischen Musik

Dass die afroamerikanische Musik einen so großen Einfluss haben und die Musik so nachhaltig beeinflussen würde, konnte damals niemand absehen

Ein anderer Begriff für die afroamerikanische Musik ist die Black Music, die besonders in den Vereinigten Staaten benutzt wird. Die Sklaven, die in erster Linie für die Arbeit auf den Baumwollfeldern verschleppt wurden, mischten ihre Musiktraditionen aus Afrika mit den Musikrichtungen aus Europa, wie der Polka und dem Walzer. Die gesamte Entwicklung der Popmusik mit ihren Musikstilen des Rock & Roll, der Beatmusik und der Rockmusik gehen auf diese prägenden Einflüsse der afroamerikanischen Musik zurück. Die USA selbst hatte in ihrer Geschichte bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Bereich der Musik keine tragende Rolle gespielt, was im Wesentlichen durch zwei Fakten zu erklären ist. Die gesellschaftlichen Verhältnisse waren, anders als in Europa, ohne eine eigene kulturelle Identität geführt worden und mussten von den Mutternationen der einzelnen Kolonien weitergetragen werden. Erst im Laufe der Jahrzehnte konnte sich in den Vereinigten Staaten eine eigenständige kulturelle Struktur aufbauen und damit auch ein Musikstil geprägt werden. Dass die afroamerikanische Musik einen so großen Einfluss haben und die Musik so nachhaltig beeinflussen würde, konnte damals niemand absehen oder voraussagen.

Die afroamerikanische Musiktradition

Seit dem 16. Jahrhundert hatten portugiesische, englische und spanische Handelsunternehmen mehr als 10 Millionen Afrikaner in die Südstaaten der USA und nach Südamerika verschleppt, um sie dort als billige Hilfskräfte und unter Sklaverei vor allem auf den Baumwollplantagen einzusetzen. Diese Menschen stammten in erster Linie aus den westlichen Teilen von Afrika, aber auch aus anderen Teilen des afrikanischen Kontinents. Die Afrikaner durften ihre eigene Musikkultur in den neuen Ländern nicht mehr ausüben und mussten das Wissen um ihre Kultur und Musik unterdrücken. Die Kultur ging aber nicht vollständig verloren, sondern fand zum Beispiel besonderen Ausdruck im Instrumentenbau. Die Eigenheiten der afrikanischen Musik und der in Amerika ausgeübten Musik vermischten sich und es entstanden die neuen afroamerikanischen Musikstile, die Grundlage vieler neuer Musikstile von heute ist. In jüngster Zeit wird die amerikanische Musik unter dem Begriff Americana zusammengefasst, die alle Stilrichtungen und Elemente der afroamerikanischen Musik beinhaltet.

Video: 12 Years A Slave – Choir song – “Roll Jordan Roll“ 2013

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