In den vielen Jazzrichtungen, die in den 70er Jahren aus dem Bebop und dem Hardbop entstanden waren, hatte sich der Neobop als Ruhepol und als Oase des Friedens und der Entspannung für die Fans des Jazz ergeben. Aus der Reizüberflutung durch die Musik der Free Jazz und auch des Electric Jazz wurde im Neobop ein neues Bedürfnis an Ruhe entwickelt und das mit viel Erfolg. Seit den 80er Jahren gab es viele Musiker und Ensembles, die sich dem Neobop verschrieben hatten und die Neobop Bewegung populär machten. Zu nennen wären hier die Wynton Marsalis Band, das Branford Marsalis Quartett, die Mulgrew Miller Band oder das Terence Blanchard/Donald Harrison Quintett.

Im Neobop wurden zwar die klassischen Themen des Jazz aufgegriffen, aber es gab viele neue harmonische Errungenschaften und Instrumentaltechniken, eine bessere Verstärkung, die den Neobop stark beeinflussten und so das Musikgenre Neobop gestalteten. Das besondere Element am Neobop ist das Straight Ahead Spiel, das im klaren Gegensatz zum Free Jazz oder Creative Jazz, ohne Verzierungen und Kapriolen auskommt. Dadurch konnte natürlich in den Jam Sessions mit einem Straight Ahead Programm das Zusammenspielt der Jazzmusiker sehr vereinfacht werden.

 Video: Donald Harrison & Terence Blanchard – Alabama

Video: Wynton Marsalis – Montreal Jazz Festival 1982