Gabber ist eine Variante des Hardcore Technos. Stiltypisch sind Geschwindigkeiten von 150 bis 190 Beats per minute. Oft auf dem Drumcomputer TR-909 programmiert, erklingen im Gabber verzerrte, lang ausklingende Bassdrums. Dazu begleiten grobe, harte und synthetische Klänge und Samples. Gabber ist nicht „nur“ eine Musikrichtung, der Begriff wird auch für die Anhänger der dazugehörigen Szene verwendet. Der Begriff Gabber kommt aus den Niederlanden, letztlich aber aus dem Hebräischem und ist ein umgangssprachlicher Begriff für „Kerl, Typ“ bzw. „Kumpel, Kamerad“.

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Insbesondere in Berlin und dem Osten Deutschlands ist Gabba die vorherrschende Schreibweise und steht für eine schnellere Variante des Gabbers – mit 190 bis 270 Beats per minute. Paul Elstak gilt als Urheber der Stilrichtung Gabber, dessen Klänge verglichen mit dem späteren Gabber jedoch noch zahm waren. Vor allem die Thunderdome-Compilations trugen entscheidend zur Verbreitung des Gabbers bei. Prägende Vertreter der Szene waren unter anderem Stickhead, E-De Cologne, Lenny Dee und The Speed Freak. Ausgehend von den Niederlanden ist der Stil heute in Ländern wie Belgien, der Schweiz, Deutschland, Österreich und Italien verbreitet. Manche Szenekenner, wie auch der Begründer des Hardcore Technos – Marc Acardipane meinen, Gabber wäre lediglich ein Modewort für den niederländischen Hardcore Techno und keine eigene Musikrichtung.

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Der Tanzstil zum Gabber/Hardcore Techno wird als „Hakke“ bezeichnet. Dabei wird im Takt der Basslinie ein Fuß ruckartig hinter den anderen bewegt, was aussieht, als würde man rückwärts auf der Stelle laufen. Dabei wird meist charakteristisch auf der Ferse getanzt. Obwohl die Musikkultur selber keine politische Komponente enthält, bekam sie im Laufe der Zeit in der Öffentlichkeit ein rassistisches Image. Dies wurde von Szenebeobachtern auf die Symbolik des Gabbers zurückgeführt.

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Aufgrund modischer Ähnlichkeiten kommt es oft zu Verwechslungen von Gabbers mit Neonazis, insbesondere den Skinheads. Gabbers tragen ebenso Glatze, Bomber- und Harrington-Jacken sowie andere Kleidung von Lonsdale und Fred Perry. Einziger Unterschied: Die Schuhe. Während Skinheads Springerstiefel tragen, tragen Gabber häufig Sneakers. Aufgrund dieser Ähnlichkeiten werden Gabber-Veranstaltungen häufig auch von Hooligans und Neonazis besucht.