Im Gegensatz zum normalen Techno ist Happy Hardcore ein fröhlicher Stil mit einer hohen Geschwindigkeit von 160 bis 180 Bpm. Weibliche Vocals, gehören ebenso zu den stilprägenden Elementen wie schnelle Piano-Hooklines und Breakbeat-Elemente. Die Vocals sind oft hochgepitcht und stammen häufig von bekannten Pop-Songs. Teilweise werden auch Breakbeat-Tracks ohne Hardcore-Techno-Beat als Happy Hardcore bezeichnet, solange diese den fröhlichen Charakter mitbringen. Seinen Ursprung hat die Musikrichtung in Groß Britannien, wobei die Elemente des aus dem Hardcore entstandenen Jungle, wie polyrhythmische Percussion-Samples, tiefe glissandierende Bässe und ein nicht ausschließlich durchschlagender Beat den Happy Hardcore besonders beeinflussten. Hinzu kamen synkopierende E-Pianos, „Flächen“, und gepitchte Vocal-Samples.

Video: Dune – Hardcore Vibes

Musikproduzent Scott Brown brachte den niederländischen Hardcore Techno zudem nach Groß Britannien und schuf zusammen mit Happy Hardcore noch eine weitere Stilrichtung, den Bouncy Techno. Zahlreiche DJs wie Paul Elstak oder The Prophet produzieren seitdem neben den Hardcore Techno auch Happy Hardcore, einem Stil der wenig später in ganz Europa Verbreitung findet. Der Einfluss von Scott Brown wirkte sich v.a. dahingehend aus, dass die Breakbeats allmählich verschwanden und dem 4/4 Takt, auch „Four to the floor“ genannt, wichen. Eine Sonderrolle in der Szene spielt Deutschland, in der die Musik nie eine Szenebewegung war, aber dafür umso kommerzieller vermarket wurde.

Video: Scott Brown – Elysium Plus

Acts wie Blümchen oder Scooter sorgen in Folge für reichlich Präsenz in den deutschen Chartplatzierungen, haben aber oft nichtmehr den typischen Hardcore-Techno-Beat. Weitere Vertreter des Happy Hardcore sind Dune, Dolls United, Das Modul, DJ Paul Elstak, Party Animals, Gabber Piet und Hakkuhbar. Von 1995 bis 1997 herrschte in großen Teilen Europas ein regelrechter Boom der Happy Hardcore-Kultur. Danach entwickelte sich die Musikrichtung in Groß Britannien, ihrem Ursprungsland, weiter zu Sub-Genres wie Freeform, verschwand aber zum großen Teil von der Bildfläche. Um die Jahrtausendwende wurde der als oft zu kindlich empfundene Happy Hardcore durch den UK Hardcore abgelöst.