Der Industrial Hardcore ist ein Sub-Genre des Hardcore Technos und orientiert sich an der Gabber-Musik, die in den frühen 1990er Jahren entstanden ist. Die Melodien und Sounds klingen im Industrial Hardcore oft nach Maschinen- und Industriegeräuschen, ähneln teilweise dem Hard Techno oder auch „Schranz“. Eine Annährung der Szenen war ab 2007/2008 zu erkennen. Ähnlich wie die Gabber-Musik entstand Industrial Hardcore etwa zum gleichen Zeitpunkt – Anfang der 1990er Jahre in den Niederlanden, später auch in den Nachbarländern. Die bekanntesten Vertreter des Genres sind Gruppen wie Nasenbluten, Sebastian Hoff, Manu le Malin, Lawrence Ho, Ophidian und Marc Trauner.

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Dank einiger engagierter Independent-Label wie Bloody Fists Records, The Third Movement und Industrial Strength Records gewann das Genre schnell an Popularität. Der Industrial Hardcore hat ein eigenes Festival namens „Nightmare in Rotterdam“. Auf dem Thunderdome hat das Genre zudem einen eigenen Saal, genannt „The Industrial Dome“.

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In kontroversen Debatten wird unter anderem behauptet, die industrielle Musik wirke sich negativ auf Individuen aus. Die Hörer des Industrial Hardcore seien oft emotional instabil, oder würden durch aggressive Verhaltensweisen auffallen. Auch der Kritiker Simon Reynolds urteilte schon Mitte der 1990er Jahre, die „Avantgarde-Musik“ würde halluzinatorische Zustände auslösen. Im Vergleich zum Hardcore Techno ist das Tempo im Industrial Hardcore mit rund 130 Beats per minute relativ gering.

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Dabei ist die Kick-Drum aber häufig extrem verzerrt. Ähnlich wie im Mainstream-Hardcore folgt der Beat einem 4/4-Takt. In der Regel sind die Tracks instrumental, gelegentlich werden aber auch einige Stimmen verwendet. Die Melodie hat im Industrial Hardcore eine eher untergeordnete Rolle, ausschlaggebend ist das rhythmische Experimentieren mit industriellen Klängen.