Raggacore oder auch Breakcore ist ein Stil der elektronischen Musik, der stark von Hardcore Techno, Drum and Bass, Digital Hardcore und dem Industrial geprägt ist. Stilmittel des Genres sind harte Kick-Drums, prägnante Breakbeats und exzessives Sampling. Das Tempo überschreitet oft 160 Beats per minute. Das Rhythm ´n´ Noise-verwandte Genre entstand Mitte der 1990er und 2000er Jahre fast zeitgleich in den Niederlanden, Deutschland, Belgien und Groß Britannien. In Nordamerika wird Raggacore auch als „Noisecore“ bezeichnet. Das prägnanteste Instrument der Stilgattung ist das Schlagzeug, welches häufig manipulierte Rhythmen des Amen-Break und anderen klassischen Jungle- und Hip-Hop-Breakbeats ausweist.

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Die Stile variieren von DJ zu DJ. So setzt manch einer eine ausgefallene Montagetechnik ein, während andere die Breakbeats stark verzerren oder ihnen Effekte wie Delay oder Hall zusetzen. Individuelles Stilmittel der Raggacore-Künstler sind die Melodien, die häufig klassischen Rave-Songs entnommen sind. Doch setzen heutzutage immer mehr Musiker auf live aufgenommene Instrumente in ihren Kompositionen, darunter u.a. Istari Lasterfahrer, Hecate, Benn Jordan, Qüatros und Venetian Snares.

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Im Unterschied zu Raggacore legt der Rhythm ´n´ Noise mehr Wert auf Eingängigkeit und Tanzbarkeit der Songs. Die Songs des Raggacore besitzen eine links-anarchistische, bzw. libertäre Attitüde. So sind auf den Konzerten des Raggacores vor allem Leute mit einer sozialistischen, anarchistischen, libertären oder gänzlich unpolitischen Haltung anzutreffen. Analogien zum Netzaktivismus und zur Hacker-Szene sind auffällig. Wie für andere Subkulturen der Elektronischen Tanzmusik typisch ist der offene Konsum von illegalen Drogen wie Marihuana, Amphetaminen und Ecstasy.