Dark Ambient ist ein Genre der postindustriellen Musik und zeigt sich stark durch Elemente der Ambient-Musik inspiriert. Roger Karmanik prägte den Begriff Anfang der 1990er Jahre. Seine Wurzeln hat die Musik in den 1970er Jahren, welche mit der Einführung kostengünstiger Effektgeräte, Synthesizer und Sampler entstand. Ein wichtiger Vorläufer des Genres ist das Doppelalbum „Zeit“ von Tangerine Dream im Jahr 1972. Projekte wie Lustmord, Nocturnal Emissions und Zoviet France entwickelten sich in den 1980er Jahren – Künstler, die sich erstmals ganz dem Dark Ambient verschrieben. Dabei machen sich die Künstler Geräusche wie z.B. Lärm zunutze.

Video: Lustmord – Zoetrope

Der Dark Ambient zeigt oft starke okkultistische Tendenzen. In der Musik überwiegen dissonante Harmonien und Resonanzen mit niedriger Frequenz. Auch Maschinengeräusche, ergänzt durch Gongs, percussive Rhythmen, verzerrte Stimmen und andere Geräusche werden in diesem Genre verarbeitet. Dabei werden diese oft bis zur Unkenntlichkeit bearbeitet. Ganze Werke basieren teilweise auf Radioteleskop-Aufnahmen oder dem Geplapper von Neugeborenen.

Video: Kammarheit – The Starwheel

Im Allgemeinen neigt die Musik dazu, beim Hörer Gefühle wie Einsamkeit, Melancholie, Haft und Isolation zu evozieren. Veröffentlichungen die größtenteils dem Dark Ambient entsprechen sind z.B. „Eostre“ von Zoviet France oder das 1986er-Album „Paradise Disowned“ von Lustmord. Wechselbeziehungen zum Ambient, welcher ungefähr zeitgleich entstand sind nicht ganz sicher. Künstler geben allerdings an, von beiden Genres – Industrial und Ambient – beeinflusst worden zu sein. Einige der bedeutendsten Vertreter des Dark Ambients sind Deutsch Nepal, Illusion of Safety, Kammarheit, Lustmord, Nordvargr, Vladimir Hirsch und Stone Glass Steel.