Electro basiert hauptsächlich auf dem Einsatz der ersten Drum-Maschinen von Roland in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren. Meist schwere elektronische Sounds paaren sich zu durchgängigen Beats. Vocals finden nur vereinzelt Verwendung – und wenn, dann meist mit Effekten, wie dem Vocoder.

In seinen Anfängen war der Electro eine Fusion aus dem New York Boogie und Funk. Bands wie Kraftwerk und das Yellow Magic Orchestra legten den Grundstein für die Musikrichtung. „Planet Rock“ von YMO gilt als ein Meilenstein der Elektroszene und wurde 1982 veröffentlicht. Neben der prägenden Drum-Maschine, dem Roland TR-808 kommen analoge Synthesizer, programmierte Basslines und Samples zum Einsatz.

Video: Kraftwerk – Autobahn

Im deutschsprachigen Raum gelten vor allem Kraftwerk als die Trendsetter der Electroszene. Songs wie „Trans-Europa-Express“ und „Nummern“ sind stilprägend. Die Welle elektronischer Musik breitet sich rasch in ganz Europa aus. Auch die Staaten erreicht der Trend. Afrika Bambaataa gilt hier als der Pionier. Ihr erster Hit ist ein Remake eines Kraftwerk-Songs. Die Electromusik übte auch einen entscheidenden Einfluss auf den amerikanischen HipHop. Bass Music nennt man die Fusion aus elektronischen Beats, HipHop und Rap.

Video: Yellow Magic Orchestra – Technopolis

Mittels elektronischer Klangerzeugung grenzt sich das Genre deutlich hörbar von der traditionellen handgemachten Musik ab. Techno und House sind Abwandlungen von Electro und längst eigenständige, gleichwertige Genres. Stilbildend für den Techno ist eine Bassdrum, die im 4/4-Takt schlägt und repetetive, d.h. sich wiederholenden Arrangements. In den 1990ern wird dieser Rhythmusstil oft in der Pop-Musik adaptiert, selbst volkstümliche Musik kommt oft nicht mehr ohne einen durchgehenden „Stampf-Beat“ aus.