Ende der 1980er entsteht in Florida eine neue Fusion aus dem HipHop und dem Electro. In den Musikvideos des Miami Bass dreht sich das Meiste um explizit sexuelle Inhalte und fragwürdigen Humor. Nachdem die Diskokugel-Ära der 1970er Jahre bröckelt und sich Bands wie KC & The Sunshine Band auflösen, liegt die Musikszene Miamis in Trümmern. Mit dem Bass kommt die Rettung. Wegbereiter wie Afrika Bambaataa machen die Szene auf die neue Sample-Technik aufmerksam.

Mittels billigen Drum-Computern und funkigen Elektro-Sounds entwickelt sich in Miami rasch eine neue musikalische Identität. „Bass Rock Express“ von 1985 erinnert nicht zufällig an den Kraftwerk-Klassiker „Trans Europe Express“. Der Song von MC A.D.E. markiert die eigentliche Geburtsstunde des Miami Bass. Eine eigene Entwicklung des Genres ist die Verwendung von Cartoon-Samples.

Titel wie „We Want Some Pussy“ von Luther Campbell lassen bei besorgten Eltern die Alarmglocken schlagen. Mit weiteren unmissverständlichen Titeln wie „Shake That Ass Bitch“ wird die Booty Music geboren, die sich v.a. dem weiblichen Hinterteil widmet. Getunte Stereoanlagen in auffälligen Autos werden fortan zum Trend, um vor dem weiblichen Geschlecht möglichst imposant aufzutreten.

Video: 2 Live Crew – We Want Some Pussy

Im deutschsprachigem Raum kann sich Das Bo mit „Türlich, Türlich (Sicher Dicker)“ einen genreverwandten Hit einheimsen. Künstler, wie Frauenarzt feiern auch Jahre später noch Erfolge mit einer Musik, die in den Staaten mittlerweile zur Geschichte gehört. Vor allem aufgrund der frauenverachtenden Grundhaltung erhielt die Musikrichtung nur wenig Anerkennung aus der HipHop-Szene.

Video: Das Bo – Türlich Türlich