Alternative Metal stellt nicht nur eine Unterrubrik des Metal als solches dar, denn die Grenzen zu anderen Bereichen des Alternative (Alternative Rock etc) oder auch des Grunge und Crossover, können mitunter fließend sein. Sehr charakteristisch sind hierbei viele modern angehauchte Details und Experimentierfreudigkeit, die auch Brücken zwischen traditionellen Stileinflüssen anderer Musikrichtungen einfließen lassen – etwa des Psychedelic, wie zum Beipsiel „The Doors“. Ebenso findet sich viel Ideenreichtum in den Texten wieder. Breaks (Tempowechsel) und Überleitungen in andere Tonarten stellen kleine Finessen dieser Richtung dar. Die Grundausrichtung des Alternative-Sounds ist hierbei so vielfältig wie die publizierenden Künstler selbst. So kann der Sound raubeinig wirken, sehr trocken und markant, doch auch verspielt und leicht progressiv versehen. Einer der Vorreiter des Alternative Metal dürfte wohl Henry Rollins sein, dessen Stil selten klar und eindeutig zu kategorisieren war. Fanden sich doch auch intensive und düstere, schwere Elemente des Doom Metals, andererseits auch wieder aus dem Konzept gerissene, wie es scheint, jazzige Anleihen und Fusionselemente.

Video: Rollins Band – Ghost Rider


Auch die Instrumentenwahl kann mitunter sehr unterschiedlich ausfallen und nicht selten ist es der Fall, dass der Sound mit wirklich ungewöhnlichen Dingen, wie Banjos oder Didgeridoos veredelt wird. Der Begriff des Alternative Metal selbst tauchte in den 90er Jahren vermehrt auf, es sollte auch namentlich eine klare Grenze zu den bis dahin üblichen Spielarten des Heavy Metal gezogen werden.

Video: Rage Against The Machine – Killing in The Name Of

Dieser Terminus gliederte sich auch sehr schnell ins Gebräuchliche ein. Inhaltlich wenden sich die Vertreter dieser Stilrichtung keinen bestimmten Themen zu. Vielmehr ist man auf der Suche nach ungewöhnlichen Betrachtungsweisen alltäglicher Themen, komplett ausgefallenen Konzepten – oder einem lauten aufmerksam machen. So verwundert es auch nicht, dass sich, bei Künstlern, die mehr Aussagekraft in ihre Texte legen als durch die des Klangs, mit Rap-Elementen liebäugeln. Erlaubt ist im Alternative Metal alles was gefällt. Grenzen und Tabus sind weder inhaltlich noch musikalisch strukturell gesetzt. In diesem Sinne schließt sich der Alternative Metal hinsichtlich der Einstellung auch mehr den Jahrgängen der 68er an – es soll eine Botschaft vorhanden sein. Trends und dergleichen spielen keinerlei Rolle. Mehr Gewicht finden pikante Themen wie Politik, Gesellschaftskritik – die jeweilige Aussage will unverblümt auf den Punkt gebracht sein. Nah an der Grenze bewegen sich die Vertreter dieser Stilrichtung mitunter dabei auch, man bedenke nur die Band Bodycount um den Rapper Ice-T, deren Song Copkiller auf den Index gesetzt wurde.

Video: Body Count – Cop Killer

Ein hervorragenden Beispiel stellen auch Nine Inch Nails dar, deren Frontmann Trent Raznor nicht nur ungewöhnlichen Strukturen und der Verwendung von Kirchentonarten in den sonst sehr prägnanten Sound der Band aufwartete, sondern auch mit Hurt (das Original zu Johnny Cash´s Cover) schon fast brutal mit der Einstellung eines Drogensüchtigen prahlt und diese ungeschönt darstellt.

Video: Nine Inch Nails – Hurt

Bands dieser Stilrichtung übertreten nicht nur textlich die eine oder andere Grenze. Künstler wie Marylin Manson zum Beispiel fallen durch ihr breites musikalisches Spektrum in mehrere Kategorien, werden ebenso im Metal wie im Gothic hofiert.

Die ersten kleinen Gehversuche dieser Musikrichtung fanden bereits in den 80er Jahren statt, sie kann als Gegenbewegung zum sogenannten Hair Metal und Poser Metal genannt werden. Szenen, in denen das optische Erscheinungsbild oftmals an erster Stelle stand. Auch gediegene Heavy Metal-Bands oder Vertreter anderer Metal-Sparten wie etwa Anthrax aus dem Thrash-Bereich nahmen nuanciert Elemente und Merkmale des Alternative Metal in ihren Songs auf. In seiner Weiterführung wird der Alternative Metal auch oft als wichtiger Einfluss und Inspiration für den Nu Metal genannt. Bands wie Guano Apes, die mehr im Crossover-Bereich angesiedelt sind, nutzen diese Entwicklung ebenso.

Video: Guano Apes – Lords Of The Boards