Das Musikgenre Gothic Metal bildete sich im Laufe der Zeit aus dem Doom Detah, dem Gothic Rock und auch dem Black Metal heraus, wobei viele Bands ihren Stil nach und nach Richtung Gothic Metal verfeinerten. Mehr ins Blickfeld der Metal-Szene rückte dieser Stil insbesondere durch Bands wie Paradise Lost, Theatre Of Tragedy, die insbesondere durch die härteren Black Metal-Elemente im Hintergrund dem Wechsel aus Growling und zarten, weiblichen Gesang brillierten. Die Anfänge starteten allerdings Bands wie Danzig oder auch die Schweizer Celtic Frost und Christian Death, die sich besonders durch den opernhaften Gesang abhoben.

Video: Danzig – Mother

Ebenfalls als Wegbereiter gelten My Dying Bride, die mit zu den bekanntesten Vertretern des Gothic Metal gelten. Sehr erfolgreich zeigen sich auch Tiamat und Lacrimosa. Paradise Lost, die wohl als der Inbegriff des Gothic Metal gelten, wurden durch den damaligen britischen Doom und Death Metal-Underground inspiriert und entwickelten daraus einen eigenen Stil, der melodiebetonter und stets mit einer akkuraten Mischung aus Kraft und Schwermut bestückt war. Sister Of Mercy hingegen präsentieren ihre Form des Gothic Metal mit mehr Dynamik und Rhythmusbetonung, die Melodiegebung und Songstruktur ist sehr eingängig gestaltet.

Video: The Sisters Of Mercy – This Corrosion

Sehr weit verbreitet ist im Gothic Metal der Einsatz von Keybaords und teils auch orchestralen Soundeffekten wie Streichern und, wie im Falle von Tiamat, ganze Ausflüge mit einem Orchester. An dieser Stelle seien auch die Mitstreiter von Haggard erwähnt, die einen stilistischen Mix aus Folk, Gothic Metal und orchestraler Aufmachung mit einer festen Besetzung bilden. Auch der Einsatz weiblicher Stimmen, ob nun als Frontcharakter oder als Backgroundsängerin, oder wie im Falle von bereits erwähnten Theatre Of Tragedy, als Wechselspiel zweier gleichberechtigter Stimmen. Die Diskrepanz zwischen elfengleichem und zartem Gesang, im Fall eines Sängers tiefen und sehr harmonischem Gesang und harten Gitarren, warmen Bass- und Drumeffekten machen den Gothic Metal aus.

Video: The Love Crave – Vampires

In den frühen 90er Jahren bildete sich der Gothic Metal sozusagen als fester Kern und eigenes Genre endgültig heraus und bildet innerhalb des Metal eine feste Größe. Ab diesem Zeitpunkt schwenktehn nicht wenige Bands in diese Musikrichtung über, ebenso formierten sich immer wieder neue Bands, die die Szene bereicherten. Mal melancholischer, mal dynamischer ist dabei abhängig von der jeweiligen Band bzw des Künstler, so stehen bei Anathema melancholische Melodien und ausgeprägte Instrumentalparts im Vordergrund, auch das Aufgreifen eines bereits verwendeten Thema in einem Songfragment etwa findet sich ähnlich wie beim Symphnic Metal oder Melodic Metal deröfsteren.

Video: Anathema — Untouchable

Im Laufe der Zeit fanden sich auch immer öfter Überschneidungen zum Dark Wave hin, doch auch Richtung Alternative Rock und Metal wurden einige Gehversuche gestartet. Eine besondere Rolle für den Gothic Metal spielten auch stets Type O Negative, die vor allem durch die Monotonie ihres Sounds einerseits, der wirren Tiefgründigkeit und ausufernden Songlängen an manchen Stellen für Wiedererkennungswert sorgten. Songs wie Christian Woman, Black No One stellen Klassiker dieser Band um den verstorbenen Sänger Peter Steel dar. Pete Stelle hob sich auch durch sein enormes Stimmvolumen von der Masse ab.

Sehr melodisch präsentierten auch The Gathering imemr wieder glanzvolle und dominierende Melodien, der Gesang von Sängerin Anneke van Giersbergen schwamm nicht mit dem Strom weiblicher Sängerinnen, der expansive Einsatz von dramatischen Sopran-Einlagen hält sich in Grenzen.