Grindcore an sich ist nicht einfach zuzuordnen und zählt zu den Subgenres des Metal. Die Wurzeln dieses Stils liegen im Hardcore Punk und dem Crustcore, wobei die ersten Gehversuche in den USA und Großbritannien gleichermaßen stattfanden. Dieser Stil verfügt über eine große Underground-Kultur und nur wenige aktive Bands wenden sich an Labels, sondern veröffentlichen ihr Material in Eigenregie. Neben der instrumentell typischen Ausstattung des Metal, E-Gitarre, Drums und Bass finden mittlerweile auch elektronische Einsätze ihren Platz. Besonders charakteristisch ist der Gesang im Grindcore, der zum Teil kaum mehr als Gesang zu bezeichnen ist. Vielmehr greifen die Akteure auf tiefes, herzhaftes Growling zurück, welches ein leichtes Textverständnis nicht ermöglicht. Thematisch war die Ausrichtung meist sozialkritisch, aus eher linker politischer Sicht, gestaltet, doch wurde dies natürlich im Laufe der Jahre erweitert. Brachiale und grenzwertige Themen, ausuferndes Aufgreifen von Gewalt und Pornographie gehören ebenfalls dazu. Die bekanntesten Vertreter in dieser Richtung dürften die Schweizer Gwar sein, die bei ihren Live-Auftritten mit obskurem und abstraktem Make-up, wenig Bekleidung, einer Menge Kunstblut und Themen wie Gewalt an Kindern, sexuellen Missbrauch etc. auch optisch massiv anprangerten. Es muss nicht erwähnt werden, dass Bands mit dieser provokativen Form der künstlerischen Darbietung polarisieren.

Video: Gwar – Let Us Slay

Besonders in den ersten Jahren strotzte der Grindcore nicht unbedingt vor musikalischer Virtuosität, vielmehr herrschten diletantische, einfache Songstrukturen und mitunter schlechten Abmischungen vor. Im Gesangsbereich wurden diesem mit der entsprechenden Intonation durch Screaming, Growling und Shouting, Formen des gutturalen Gesang, Abhilfe geleistet. Im Laufe der Zeit wandten sich aber einige Bands der Verfeinerung dieses absolut rohen Sounds zu und Bands wie Six Feet Under verleihen dem Grindcore heutzutage einen salonfähigeren Touch.

Video: Six Feet Under – TNT

Die Anfänge der Szene gebaren sich sozusagen aus sich selbst heraus, standen doch die einzelnen Bands und Musiker untereinander in Kontakt und nahmen die Zügel selbst in die Hand. Nach und nach rückte der Grindcore als Stilrichtung immer mehr ins Blickfeld und Bands wie Carcass, Unseen Teror, Fear Of God oder auch Bolt Thrower, die später dem Death Metal zugeordnet wurden, sollten einige Erfolge verbuchen. Im gleichen Zeitraum öffneten sich auch die Labels und die gesamte Musikbranche mehr für diesen Sektor und sahen darin selbstverständlich auch eine weitere Einnahmequelle.

Video: Napalm Death – Scum

Nicht nur das Scheuklappendenken der Fans war es, welches zu einem Einbruch und zu einer Zerstreuung der Szene führte. Bands, die ganz klar musikalisch den Death Metal verfolgten, wurden von ihren Fans abgelehnt, da die aktuellen Texte mehr den Inhalten des Grindcore entsprachen, dies nur als kleines Beispiel. Grindcore-Bands, die bei großen Plattenfirmen unter Vertrag genommen wurde, sorgten somit ebenso für Unmut innerhalb der Szene, Worte wie Ausverkauf und dergleichen fielen. Die Szene erlebte einen neuen Aufschwung ab Ende der 90er Jahre und zahlreiche Bands, quer über den Globus verstreut vertraten den Grindcore. Zuvor hatte die antikapitalistische, ursprüngliche Einstellung des Grindcore unter den Fans Einzug gehalten. Die Szene ist auch durch ein gewissen Misstrauen und kritisches Beäugen geprägt, was die politische Ausrichtung der Bands betrifft, so wird manchen latenter und versteckter Rechtsradikalismus vorgeworfen, was durch aus der Szene an sich den fahlen Beigeschmack einer musikalischen Antifa-Bewegung verleiht. Der Grindcore diente als Fundament für weitere Unterkategorien wie etwa Powerviolence, Detah Grind, Porngrind.