Um den Terminus Heavy Metal zu übersetzen, bedarf es keiner großen Künste, entspringt doch dieser Begriff allerdings einer Art Steigerung des Hard Rocks. Einen wirklichen Auslöser oder Startschuß für diese Bezeichnung zu nennen, ist allerdings nicht möglich. Dennoch gibt der Begriff Heavy Metal durchaus Hinweise auf den zu erwartenden Klang der Musik: Wuchtig, hart und vor allem elektronisch ausgerichtet. Dominanter Einsatz von E-Gitarren steht an erster Stelle, wobei natürlich auch hin und wieder Akustik-Songs zum Einsatz kommen. Aus den verschiedenen Richtungen des Hard Rocks, Heavy Rocks resultierend fand sich immer öfter die Verwendung der Beschreibung Hard´n´Heavy und im Laufe der Zeit kam es schleichend zu einer Einbürgerung dieses Begriffs. Musikalisch liegen die Wurzeln nicht nur im Blues Rock oder einer kompromißloseren Variante des Rocks an sich, auch viele klassische Themen und Anleihen sind im Heavy Metal zu verzeichnen, die in den weiteren Sparten innerhalb des Heavy Metals verschiedene Gewichtung erhalten. Auch opernhaft anmutende und musical-ähnlich Ausgestaltungen finden sich nicht selten, als Beispiel sei hier Meat Loaf genannt.

Video: Judas Priest – Breaking the law

Im Heavy Metal sind Einflüsse und Abwandlungen verschiedener Rock Stile erkennbar, die Grenzen etwa bei dem psychedelisch genannten Sound, besser zu beschreiben mit etwas sperriger Songführung, unüblichen Wendungen und mitunter der Verwendung von Kirchentonarten, was etwa im Popbereich undenkbar scheint, von Black Sabbath sind hier zwischen Rock und Heavy Metal fast fließend. Was dem klassischen Heavy Metal, klassisch deshalb, da innerhalb der Musikszene hier ganz klar getrennt und unterschieden wird, ist allerdings eine gewisse Form der Tradition bezüglich des Songwriting und der Soundgestaltung: 4/4-Takt, eingängige Hooks und kraftvolle Vocals sind ebenso wichtig wie ein beständiger und warmer Baß.

Video: Iron Maiden-Seventh Son of a Seventh Son


Bezüglich des Songwriting ist das Material im Heavy Metal stets auf ein klares Konzept festgelegt, das sich meist in Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – Bridge und/ oder Gitarrensolo und zum Ende hin eine Steigerung in Tempo oder Oktavenlage in abermals Strophe – Refrain widerspiegelt. Besonders das Gitarrenspiel weist stets folgende typischen Merkmale auf. Abwechselnd mit Gesang und/ oder anderen Harmonie-Linien, durch Keyboards etwa, bestimmt die Melodieführung der Gitarren an einigen Stellen wiederkehrend die Struktur eines Songs, die zumeist ihre Steigerung in einer sogenannten Bridge erlebt und mitunter in sogenannten Soli ausbricht. Bei Chorusparts wird weitestgehend die Gesangslinie fokussiert, die Gitarren treiben allerdings jene stets voran und untermalen die Dramatik oder Wucht des jeweiligen Songs. Hierbei wird auf einen klaren, differenzierten Klang geachtet. Die Gitarren rücken im Heavy Metal im Gegensatz zum Rock und Hard Rock mehr in den Mittelpunkt, erhalten mehr Raum für Melodien neben ihrer Aufgabe als Rhythmusinstrument. Hier kann ein Vergleich zum Einsatz von Streichern in der klassischen Musik gezogen. Gesang und Gitarren stehen abwechselnd im Vordergrund.

Video: Rage – The Edge of Darkness


Wichtig sind dabei auch der hohe Wiedererkennungswert des Gitarrenspiels und eine eingängige Melodieführung im Akkordspiel. Ein sehr gutes Beispiel stellen die Briten Iron Maiden dar, bei denen oftmals gar die Gitarrenführung schneller im Gedächtnis haften bleibt als die Melodie des Gesangs. Ebenso wichtig ist im Heavy Metal der Wiederholungseffekt innerhalb eines Songs. Ein wunderbares Beispiel stellen die Briten Iron Maiden dar, eine jener Bands, die den Begriff des New Wave Of British Heavy Metal geprägt haben, ebenso wie Judas Priest. Dieser Terminus ist gleichzusetzen mit Heavy Metal an sich, musikalisch existiert hier kein Unterschied. Besonders auffällig bei der Auswahl der Sänger sind die oftmals klassisch geprägten Stimmen und ebensolcher Gesang. Der Einsatz von Keyboards findet eher selten Verwendung und dient mehr der Akzentuierung.

Eine besondere Gewichtung kommt im Heavy Metal den Balladen zu, die durch ihre zumeist intensive Darbietung, besonders im stimmlichen Bereich und der Übernahme der Hauptmelodie in das Gitarrenspiel einerseits und ihren unkomplizierten Aufbau auf viele Hörer eine eindringliche und zündende Wirkung haben.