Der Terminus für die Musikrichtung Industrial Metal, wie auch der des Industrial Rock, hat seinen Ursprung in den 80er Jahren. Unter anderem wurde dieser Begriff für den Sound von Bands, wie den Einstürzenden Neubauten oder auch Swan verwendet. Im Laufe der Jahre bürgerte sich dieser Begriff immer mehr ein. Man konnte sich unter Industrial Metal sehr bildlich vorstellen, welche Musik gemeint war. Besonders die Einstürzenden Neubauten prägten diesen Begriff immens und auch die Bezeichnung Noise-Rock trat an manchen Stellen auf. Metal lastiger Sound mit unkonventionellen Gegenständen zur Sound Untermalung wie mit Werkzeuge und Metallgegenständen. Der Kreativität waren hier keine Grenzen gesetzt.

Video: Einstürzende Neubauten – Sabrina

Der Jahreswechsel der 80er auf die 90er sollte den Industrial Metal endgültig etablieren. Nine Inch Nails, Ministry und auch KMFDM machten sich auf diesen Stil zu verfeinern und zu einer eigenen Kunstform zu erheben. Industrial Metal entstand aus mehreren Genres heraus aus deren Kombination. Zu nennen seien hier der Thrash Metal, Electro Industrial, EBM, Hardcore Punk u.v.a. Für den Metal-Bereich an sich untypische Klanginstrumente, wie Drumcomputer, die Verwendung von Samples, Einsatz von Sequenzer standen und stehen im Industrial Metal an der Tagesordnung – sind doch an sich solche „Werkzeuge“ in der puristischen Metal-Szene eher mit verächtlichen Blicken bedacht. Industrial Rock und Industrial Metal können dabei nicht wirklich unterschieden und kategorisiert werden. Die Grenzen sind zu fließend.

Video: Nine Inch Nails – Ghosts

Typisch für diesen Sound ist also die bestimmende Songführung durch metallische, rockige Elemente einerseits, satten und federführende Gitarren, eher tiefer und wenig nuancierter Bassgestaltung, zackigen Drums und einer Menge Elektro in den Effekten und den End-Arrangements. Das Riffing gestaltet sich sehr akzentuiert, sauber auf den Punkt gebracht, eher verhalten melodiös und häufig findet man in der einen oder anderen CD-Rezension zu einem Output dieser Musikrichtung auch die Beschreibung der Maschinengewehr-Riffs. Das Songwriting selbst ist nicht sonderlich komplex oder knifflig gestaltet und man konzentriert sich auf das Wesentliche. Die Songs werden durch eingängige und wiederkehrende, prägnante Hauptthemen bestimmt. Die Rhythmussetzung unterliegt hier auch oftmals weniger dem Bass selbst, als dem Einsatz von Sequenzern.

Auch die Verwendung von Samples gehört beim Industrial Metal sozusagen zum guten Ton, denn Filmgeräusche, Sirenen und dergleichen finden häufig im Industrial Metal Verwendung. Am Rande kann auch Body Count genannt werden und einige Songs der Band um Ice-T fallen durchaus in dieses Genre.

Video: Body Count – Body Count

Der Gesang ist dabei meist nicht klar, sondern verzerrt und reicht ebenso nicht selten bis zum Screaming, Kreischen oder anderen gutturalen Lauten. Natürlich ist diese Bewegung stark geprägt durch experimentelle Metal-Vertreter, wie auch des ursprünglichen Industrial allgemein. Erweiterungen und Ausprägungen des Einsatzes von Synthesizern und Samplern wurden allerdings erst durch die Post-Industrial und Electro-Industrial Bewegung salonfähig gemacht. Beim Industrial Metal handelt es sich eher um eine Weiterführung der Electronic Body Musik und des Electro Industrial. Beides Stilarten des sogenannten Industrial Dance, als direktem Vergleich zum Industrial Music.

Ähnlich Musikstilen wie dem Hardcore Punk, dem Thrash oder Elctro Industrial drehen sich die Themen der Vertreter zumeist um Missstände politischer, gesellschaftlicher und sozialer Natur. Endzeitvisionen werden thematisiert und als Zukunftsvisionen eingebaut, Systeme an sich und Religionen kritisch behandelt. Als Vorreiter neben den bereits erwähnten Einstürzenden Neubauten sind auch Cabaret Voltaire zu nennen.

Video: Cabaret Voltaire – Nag Nag Nag

Im Laufe der Zeit reiften in diesem Genre Größen wie Ministry, Screw, Pailhead, Jello Biafra, Skatening heran, die ihre Wurzeln in den unterschiedlichsten Bereichen rockiger und harter Musik hatten. Die Vermengung zum Industrial allgemein und auch zu einem Teil der schwarzen Szene findet sich vor allem bei Nine Inch Nails und auch bei deren Fronter Trent Raznor. In den Jahren 1993 bis 1996 schien es für den Industrial Metal kein Halten mehr zu geben, denn immer mehr Bands schossen aus dem Boden. The Cassandra Complex, White Zombie (Rob Zombie machte danach solo auch von sich reden und dies nicht nur mit seinen Filmen, die das Horror-Genre bedienen) und Killing Joke, um nur einige zu nennen.

Als derzeitige Vertreter des Industrial Metal sind hier auf keinen Fall Bands wie Nihil, Fear Factory, The Electric Hellfire Club und Front 242 zu vergessen. Der Hype des Industrial Metal sollte aber nicht ewig anhalten und so versank dieses Subgenres immer mehr im Untergrund. Dabei sei aber bemerkt, dass sich nach wie vor beherzte Bands diesem Sound widmen und sich auch standhaft behaupten. Die bereits erwähnten Fear Factory sind auch in der heutigen Zeit in diesem Genre federführend.