Der Begriff Power Metal tauchte ab 1997 immer mehr in den einschlägigen Gazetten und im Sprachgebrauch der headbangenden Zunft auf. Doch bis heute scheiden sich die Geister, was eigentlich genau darunter zu verstehen ist. Selbst die Metal zelebrierenden Musiker sind sich da nur in einem Punkt einig: Dass sie sich nicht einig sind. Nicht selten hört man hier Heavy Metal an sich ist doch schon Power, was also ist das Power Metal? Ist das dann Metal Metal? Und dann kam auch noch der Begriff des True Metal.

Video: HammerFall – Legacy Of Kings

Losgetreten wurde diese Subgenre-Bezeichnung durch das Aufkommen von Bands wie den Schweden Hammerfall, die mit ihrem unbedarft dem klassischem Heavy Metal vergangener Tage frönten. Die liebevoll Bärenchöre genannten heroischen mehrstimmigen Gesänge, rasante, knackige Riffs, druckvolle Bass-Lines und gekonnt eingebrachte Double-Bass-Passagen mit großen Gesangsmelodien waren angesagt. Der Tenor machte sich wieder breit, der typische Heavy Metal Ur-Schrei gesellte sich wieder mehr zum guten Ton, ein Touch klassischen Stimmeinsatzes durch Vibrato konnte nicht schaden.

Nun zählen Hammerfall nicht unbedingt zu den Vertretern des Power Metal, sondern werden mehr dem True Metal zugerechnet, die Grenzen verlaufen fließend. So kristallisierte sich im Laufe der Zeit immer mehr heraus, dass Bands dem Genre des Power Metals zugeteilt wurden, deren Sound einfach einen Zacken düstere, schwerer daherkam. Das ja, aber noch weit entfernt von der Schwerfälligkeit des Doom Metal, der Melancholie des Gothic Metal ebenso.

Dafür traten besonders extrovertierte, enorm gefühlsbetonte Vocal-Intonationen nach vorne, das Tempo ist bei schnelleren Songs knackiger als beim Heavy Metal und druckvoller ins Szene gesetzt. Am Sped Metal aber weit vorbei, ebenso an der diesem eigenen Leichtigkeit in der Melodiegebung. Thrashige Absätze, etwa im Drumbereich bewegen sich ebenso in einem Rahmen, der nicht ausschließlich diesem Subgenre zufällt.

Zwei gute Beispiel für diese Mixtur an Tiefe und Kraft stellen die Angel Dust und Squealer dar.

Video: Angel Dust – Bleed

Es wird auch deutlich, dass Power Metal nicht zwingend für einen massiveren Härtegrad steht, vielmehrt lässt sich eine Intensivierung der Songs ausmachen. Epische Songstrukturen mit bissigen Spannungsbögen und Steigerungen sind ebenso keine Seltenheit wie theatralische und dramatische Inszenierungen. Bestes Beispiel dafür dürften die US-Metaller Virgin Steele um Sänger und Mastermind David DeFeis darstellen oder auch Savatage.

Video: Virgin Steele – Emalaith

Video: Savatage – Chance

Große Melodien und Hooks, die unter die Haut gehen dominieren die Struktur eines Songs und dessen Aufbau nicht, die wirklichen Parts, die im Ohr hängenbleiben, stellen nicht zwingend die Refrains oder die Gitarrenriffs dar. Balladen, noch vielmehr Halb-Balladen, gehören im Power Metal ebenfalls zum guten Ton und ist der Versuch, eine solche zu verfassen, auch gut in der Umsetzung gelungen, faszinieren diese durch eine enorme Tiefe und Ausstrahlung.

Video: Evergrey – For Every Tear That Falls

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