White Metal stellt weniger eine Beschreibung eines besonderen musikalischen Sunbgenres des Metal dar, vielmehr steht hier der inhaltliche Kontext im Mittelpunkt. Der Begriff wurde durch Metal Blade Records geprägt, die hiermit das damals neue Album der Doom-Verteter Trouble bewarben. Der Grundgedanke war dabei die Abgrenzung zu Bands, die aufgrund ihrer textlichen Inhalte als Black Metal bezeichnet wurden. Insofern stellt die Bezeichnung White Metal einfach Metal in verschiedenen musikalischen Kategorien dar, der christlich ausgelegt ist. Der Begriff des christlichen Metal, wie auch des Unblack Metal ist ebenso gängig. Eine dezente Unterscheidung gibt es aber dennoch. Dabei wird streng zwischen säkular ausgelegten Bands, die sich in ihren Lyrics komplett dem christlichen Glauben verschrieben haben und solchen Formationen, in deren Reihen sich Christen befinden, unterschieden.

Video: Stryper – No More Hell to Pay

Der White Metal war in seiner Anfangszeit sehr nah dem Glam, Power und 80er Heavy Metal inszeniert und strukturell aufgebaut. Durch die Entfaltung weitere Genres innerhalb des Metal finden sich heutzutage natürlich entsprechend auch Vertreter in anderen Subgenres. Die grundlegende Nähe ist allerdings geblieben und grenzt den White Metal von christlichen Metal größtenteils ab. Als ein Beispiel seien hier Seventh Avenue zu nennen, die rein musikalisch dem melodischen Speed Metal zuzuordnen sind.

Video: Seventh Avenue – Sailing

Deutlicher als der Begriff des White Metal ist hier der des christlichen Metals und lässt erahnen, wie auch der textliche Inhalt dargelegt wird. Evangelien finden ebenso Verwendung, wie Bibelauszüge allgemein. Bei manchen Vertretern wirkt gar so, als würden sie die Werbetrommel für Jesus Christus rühren. Ein besonders beeindruckendes Werk stellen dabei die Veröffentlichungen der Band Saviour Machine dar, deren Vorhaben es lediglich war, eine bestimmte Anzahl an Alben nach einer zuvor festgelegten Struktur zu veröffentlichen. Die Alben gipfelten so am Ende in einer Trilogie mit dem Namen „Legend I“, „Legend II“, und dem zweigeteilten Abschluss „Legend III:I“ und „Legend III:II“. Diese Alben stellen eine Abhandlung der Apokalypse dar, allerdings nicht mit übernommenen Texten aus der Bibel, sondern einer gekonnten Interpretation, einer gewissen Worttreue, aber auch gedankliche Freiheiten symbolisierend.

Video: Saviour Machine – Legion

Das radikale Vorgehen mancher Bands, die das Wort Gottes unbedingt an die Fans bringen wollten, nahm mitunter kuriose Formen an. Bibeln wurden unters Volk geworfen und auch in Interviews schien es keine anderen Themen zu geben. Dies dürfte mit ein Grund sein, weshalb dieses Subgenre bereits kurz nach seinem begrifflichen Erscheinen belächelt wurde. Der christliche Glaube ist, wie Religion und Mystizismus im Metal keine Seltenheit, doch wird dies im Falle christlicher Musiker kaum mehr derart von jenen selbst breitgetreten. Bands des White Metal aus den 80er genießen allerdings auch heute noch große Beliebtheit. Vor allem der südamerikanische und japanische Markt sind beständig. Auch scheint der Reiz nicht verflogen, machen sich doch auch Stryper wieder auf, aktiv zu werden.

Während sich White Metal musikalisch hauptsächlich im melodischen, teils dem Hardrock zugeneigten Metal tummelt, handelt es sich bei christlichen Bands um Vertreter, die ihre Einstellung in Texten deutlich machen, doch dabei auf Bibelverse und dergleichen nicht zwingend zurückgreifen. Auch stilistisch werden Genres wie Thrash Metal etwa nicht selten bedient.

Beispiel: Vengeance Rising. Crush Evil stellen ebenso einen bekannten Vertreter des Unblack Metal dar. Eigentlich unnötig, darauf hinzuweisen, dass sich hierüber manche Black Metal-Bands und Künstler wie Oystein Aarseth von Mayhem über diese Entwicklung nicht begeistert zeigten.

Video: As I Lay Dying – A Greater Foundation

Sehr weit über die Grenze des Genres hat es die Band As I Lay Dying geschafft, die den Metalcore bedient, aber auch P.O.D. seien als Beispiel für die Nu Metal-Szene genannt.