Emo ist ein Sub-Genre des Hardcore Punks und beschäftigt sich inhaltlich mit Gefühlen wie Verzweiflung und Trauer, sowie gesellschaftlichen, politischen und zwischenmenschlichen Themen. Die Musik entstand Mitte der 1980er Jahre in Washington D.C.. Seit dem Jahr 2000 wird eine jugendkulturelle Modeerscheinung auch als Emo bezeichnet, steht mit der Musik aber nur mittelbar in Verbindung. Ähnlich wie beim Grunge ist Emo ein von außen hereingetragener Begriff für eine nicht ganz klar abgrenzbare Szene.

Video: Rites of Spring – For Want O

In einem Interview mit Guy Picciotto der Band Rites of Spring sagte dieser: „Für mich war Emo nie ein Musikgenre. Ich hielt es für den dümmsten Begriff überhaupt“. Des Weiteren führte er aus, dass sich die Bands durch den Begriff stigmatisiert fühlten – v.a. weil Musik generell immer mit Emotionen verbunden sei. Ein weiteres Problem der Abgrenzung des Genres stellt die gleichnamige Jugendkultur (bzw. das Modephänomen) dar, welche zwar Haarschnitte und Kleidungsstücke einiger Interpreten übernahm, aber nicht mit dem eigentlichem Musikgenre in Verbindung steht. Entstanden ist der Emo aus dem Hardcore Punk. Einige Musiker suchten nach Wegen, um auf die zunehmende Härte und den Machismo in Teilen der Hardcore-Szene zu antworten. Als wichtigster Wegbereiter gilt die Band Rites of Spring, die Mitte der 1980er Jahre aktiv war. Nach deren Auflösung formierten sich Embrace und Fugazi, die zu den wichtigsten Bands im Emo und Post Hardcore-Bereich zählen.

Video: Policy Of Three – Nine Years Old

Das heute bekannte Schema – laut/leise und geschriener/cleaner Gesang – stammt von der Band Moss Icon und wurde von vielen nachfolgenden Bands übernommen. Der Gesang wechselt also oft zwischen anklagend, melancholisch, traurig und explosiveren geschrienen Momenten. Ende der 1980er Jahre und Anfang der 1990er Jahre beginnt sich Emo über die ganzen Vereinigten Staaten zu verbreiten. Als stilprägende Bands gelten bis heute Policy of 3, Indian Summer und Still Live. Wichtigstes Unterscheidungsmerkmal zum artverwandtem Indie Rock ist das Hauptaugenmerk auf „emotionalen Hardcore“. Zu den bekanntesten Labels des Genres gehören Dischord Records, Ebullition Records, Lovitt Records, Level Plane Records und Jade Tree Records.