Screamo ist eine Spielart des Emo und setzt sich aus dem englischen „scream“ (schreien) und „emo“ (emotional) zusammen. Im Screamo ersetzt das Schreien weitestgehend den klassischen Gesang. Musikalisch zeichnet sich das Genre durch die Schnelligkeit und Härte des Hardcores aus. Der Screamo entwickelt sich Anfang der 1990er Jahre aus dem Emo der späten 1980er und frühen 1990er Jahre. Erste Vorläufer des Genres sind Bands wie Iconoclast und Merel aus New Jersey, manifestieren tut sich dieses aber v.a. in San Diego mit Bands wie Heroin. 1992 entstehen Bands wie Portraits of Past, Mohinder und andere, die den Stil auch an der Ostküste der USA bekannt machen.

Video: ICONOCLAST – Born Of Malice

Die Innovation der Bands wurde fortan überall in den USA aufgegriffen. Bands wie Orchid, pg. 99 und Saetia beeinflussen Screamo Bands bis heute. Ende des Jahrtausends war das Genre bereits über den gesamten Globus gewachsen, so kommt einer der prominentesten Vertreter des heutigen Screamo, eine Band namens Envy, aus Japan. In Europa entstand eine eigene Spielart des Genres, welches aus einer Vermischung von Screamo mit dem Post Rock bestand. Um das Jahr 2005 lösten sich die meisten ersten Screamo Bands größtenteils auf, was der Musikrichtung aber keinen Abbruch tat. Ab diesem Zeitpunkt entstand auch eine namensgleiche Bewegung, die das Schreien ebenso als Stilmittel benutzt, mit dem eigentlichen Screamo aber wenig zu tun haben. Dazu gehören Bands wie Underoath, Silverstein, Distance in Embrace und Alesana.

Video: Envy – A Warm Room

Zu der Entwicklung beigetragen haben vor allem das Musikfernsehen und das Internet. Von echten Screamos wird diese Richtung scharf kritisiert, gilt als verpönt und wird herablassend als „Fake Screamo“, „Mall Emo“, „Emopop“ oder „Mainstreamo“ bezeichnet. Während Screamo seine Wurzeln im Hardcore und der Nähe zum Punk hat, sind moderne „Screamo“ Bands Teil der Plattenindustrie. Spieltechnisch ist der Screamo von Laut-Leise-Dynamiken, sowie Tempowechseln geprägt und widersetzt sich der gängigen Strophe-Refrain-Strophe-Struktur. Das Schreien der Texte steht im Vordergrund, Screamo-Lieder beinhalten aber auch ruhigere Stellen mit gesprochenen oder gesungenen Teilen, die sich trotzdem dem klassischen Gesang verwehren.