Der Post Punk geht Ende der 1970er/Anfang der 1980er v.a. in Großbritannien aus dem Punk hervor. Auch die alternative Rockmusik dieser Zeit kann man im weiteren Sinne als Post Punk verstehen, die sich zwar stilistisch vom Punk zu entfernen begann, die Punkaffinität aber gewissermaßen weitertrug. Der Begriff Post Punk tauchte 1977 erstmals in dem britischen Musikmagazin Sound auf. Bands wie Gang of Four, The Raincoats oder Essential Logic werden 1980 in einem Rolling Stone Artikel von Kritiker Greil Marcus der „britischen Postpunk Pop-Avantgarde“ zugeschrieben.

Manche Kritiker verwendeten den Begriff synonym zu New Wave, Independent oder Dark Wave, andere differenzierten stärker zwischen den eher poppigen New Wave-Bands wie Human League oder Visage und dem vergleichsweise eher rauem Post Punk. Typische Vertreter der Stilrichtung sind Joy Division, Bauhaus, The Sound, Siouxsie and the Banshees, Wire, die frühen The Cure sowie The Sisters of Mercy. Im Gegensatz zum ursprünglichen Punk mit maßgeblicher „No Future“-Attitude zeigen sich die Post Punk Bands konstruktiver, teils politisch und weniger negativ.

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Die Künstler des Post Punk verwendeten mitunter Synthesizer, brachten Spielweisen des Funk und Blues ein, hatten einen allgemein höheren Anspruch als Punk Rock in ihren Texten und spielten weitaus mehr als drei Akkorde auf der Gitarre. Aktuell spielt der Post Punk wieder eine größere Rolle, da sich Bands wie Franz Ferdinand, Interpol und die Arctic Monkeys an der Ästhetik der Stilrichtung orientieren. Inhaltlich ähnelt der Post Punk sehr der „No Wave“-Strömung, die sich v.a. in und um New York konzentrierte. Die „No Wave“-Bands gaben der Bühnenperformance allerdings eine höhere Bedeutung, als es im Post Punk üblich war. Als Vertreter dieser Strömung gelten James Chance, Lydia Lynch und Material.

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