Streetpunk bezeichnet eine Subszene des Punkrocks, welche in den 1970er Jahren in Großbritannien aufkam. Die Streetpunks oder auch Realpunks verabscheuten sogenannte Poser, die durch auffällige Mode zu beeindrucken versuchten. Auch waren sie gegen die extreme kommerzielle Vermarktung des Punks. Stattdessen favorisierten die Streetpunks eine von musikalischer Professionalität „unverdorbene“ Version des Punks. Die Musik spiegelte die politischen Ansichten der Arbeiterjugend wieder. „Straßen-Sozialismus“, „Stadionkameradschaft“ und „Mobchoräle“ sind gepflegte Werte der Streetpunkszene, dessen Musik melodisch und dennoch aggressiv, eingängig und energiegeladen war. Auch wenn die Realität manches Mal anders aussah wurde der Stil als Musik „von der Arbeiterklasse für die Arbeiterklasse“ vermarktet.

Video: Sham 69 – If the Kids are United

Eine sich damals weltweit entwickelnde Szene spricht sich gegen Rassismus, staatliche Bürokratie und Repression aus. Vertreter der Szene Garry Bushell war der Meinung es gäbe keinen prinzipiellen Unterschied zwischen Streetpunk und Oi!, während die Labelmacher von Havoc Oi! dieses „überladene“ Genre zu meiden versuchen. Tatsächlich ist der Streetpunk aber älter als der Oi!. Zu den wichtigeren Labels der Szene gehören Cherry Red, Get Back, No Future und Riot City. Sham 69, Red London, Menace, UK Subs, The Ruds und The Skids gehören zu den klassischen Prä-Oi!-Streetpunkbands. Anfang der 1990er Jahre kommt es zu einem Revival des Streetpunks mit Bands wie den amerikanischen The Casualties und The Unseen, sowie europäischen Gruppen wie Oxymoron. Außerdem ist der britischen Band The Business eine große Rolle beim Revival des Streetpunks und des Oi! in den 90ern zuzuschreiben. Die dadurch aufkommenden Streetpunk-Bands der neuen Generation haben oft auch Einflüsse von Hardcore und Ska.

Video: The Skids – Vanguards Crusade

Manche betiteln diese Musik als Streetcore. Daily Terror, Cotzbrocken und Hass, aber auch Slime, die das Oi!-beeinflusste Lied ACAB schrieben und KFC, die als eine der ersten deutschen Bands den Slogan Oi! Oi! Oi! benutzten sind vom Streetpunk beeinflusste Deutschpunk-Bands. Viele Streetpunker pflegen eine spezielle Affinität zu Stanley Kubricks Film „A Clockwork Orange“ und imitieren den Kleidungsstil der „Droogs“. Auch das Album „Ein kleines bisschen Horrorschau“ mit dem Hit „Hier kommt Alex“ von den Toten Hosen ist dem Theaterstück von „A Clockwork Orange“ gewidmet.