Mit Udo Lindenberg erreichte die deutschsprachige Rockmusik, auch als Deutschrock betitelt, Mitte der 1970er Jahre den musikalischen Mainstream. Der Begriff Deutschrock beschreibt ein eher unklares Musikgenre, welches im Allgemeinen aber deutschsprachige Musik mit rockiger Ausrichtung meint. Einzelne Pop-Interpreten werden aber nicht selten ebenso dem Deutschrock zugeschrieben. Stilprägende Elemente des Deutschrock sind direkte Texte und meist Rock- und Blueslastige Songs. Als Debüt für das Genre gelten die Essener Songtage 1968. Auf der westdeutschen Seite sind Bands wie Can, Organisation (später Kraftwerk), Embryo, Tangerine Dream und Guru Guru zu nennen. Auf ostdeutscher Seite machen Bands wie Reinhard Lakomy, Die Puhdys, Petra Zieger oder die Klaus Renft Combo von sich reden. Im Inland fanden die Bands zunächst wenig Anklang. Die Band Kraftwerk hatten damals als erste deutsche Band ein Album in den Top Ten der USA. Sogar in der Tagesschau wird der Titel „Charline“ von Udo Lindenberg und Wallenstein als erster deutscher Rocksong vorgestellt.

Video: Udo Lindenberg – Sonderzug nach Pankow (Live 1987)

Daraufhin wird der Deutschrock ab Mitte der 1970er Jahre kommerzialisiert. Die Grenzen zum Krautrock wurden zunehmend fließender und der Deutschrock hat zudem Berührungspunkte mit Progressive Rock, Hard Rock, Jazz Rock und dem Folk. Ähnlich wie Udo Lindenberg suchte ein Marius-Müller-Westernhagen den Übergang deutschsprachiger Rockmusik zum Pop. In den 1980er Jahre setzt die aufkommende Neue Deutsche Welle einen rockigen Gegentrend. Die Musik besteht aus elektronischem Punk Pop, kann anfänglich aber durchaus der Rockmusik zugeordnet werden. Auch die Nina Hagen Band, später Spliff, kann man dem Deutschrock zuordnen. In den späten 1980er Jahren entsteht eine neue an Punkrock und Oi! angelehnte Generation des Deutschrock.

Video: Die Ärzte – Westerland

Bands wie die Bösen Onkelz, Die Ärzte oder Die Toten Hosen geben fortan den Ton an. Im Zuge des nationalen und internationalen Booms der NDW enstehen einzigartige Erfolge, die teilweise bis heute anhalten. Künstler wie Herbert Grönemeyer geben dem Deutschrock eine poppige Note. Auch Österreich kann mit Musikern wie Wolfgang Ambros den deutschsprachigen Mundart-Rock etablieren. Mit dem Titel „Nackt im Wind“ für das Live-Aid Konzert 1985 mit deutschsprachigen Musikern erreicht die Welle ihren Höhepunkt. Die Wiedervereinigung gab der Musikszene neue Impulse.

In den 1990er Jahren wird der Deutschrock aufgrund weiterer moderner Einflüsse wie Metal, House, Schlager, Liedermachertum und Folklore zunehmend differenzierter. Auch nicht zu unterschlagen ist die Hamburger Schule, die mit Bands wie Blumfeld, Die Sterne oder Tocotronic dem Deutschrock eine eigene Note mit regionalem Bezug geben. Nachdem viele Stile in den Deutschrock einflossen, kann man heute eigentlich jede deutschsprachige Rockmusik als Deutschrock bezeichnen, auch wenn sich einige linke Bands von der eher konservativ geprägten Musik abzugrenzen versuchen.

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