Der Psychedelic Rock wird in Großbritannien und den USA um 1965 geprägt. Die Blütezeit dieser Stilrichtung reicht nur bis etwa 1969. Jedoch werden Bands bis heute von den ungewöhnlichen und neuartigen Klängen und der Experimentierkultur dieser Zeit beeinflusst. Der Begriff Psychedelic beschreibt eine von halluzinogenen Drogen beeinflusste Wahrnehmungsveränderung. In Anspielung auf die Droge LSD wird diese Musik auch als Acid Rock bezeichnet. In der Bay Area um San Francisco hat der Psychedelic Rock seine Wurzeln in der Hippiebewegung. Die Elektrifizierung der hiesigen Folkszene begünstigte deren Entwicklung. Die graphisch aufwendigen Konzertplakate wurden zu einer wichtigen Begleiterscheinung des Psychedelic Rock.

Video: The Beatles – Lucy in the Sky with Diamonds

Bands wie The Charlatans gehören zu den Ersten, die Konzerte unter dem Einfluss von LSD geben. Im Juli 1965 gründen sich die weltweit bekannten The Doors um Sänger Jim Morrison. In Großbritannien erscheint am 30. Juli 1965 die Single „See my Friends“ von The Kinks, einem von einer Reise inspirierten Song des Sängers Ray Davies, der von der traditionellen indischen Musik beeinflusst ist. „The Trip“ von Kim Fowley ist eine Hommage an LSD. Nachdem George Harrison auf dem Stück „Norwegian Wood“ auf dem Beatles Album „Rubber Soul“ eine indische Sitar mit der E-Gitarre simuliert, werden die indischen Melodien schnell zur Modeerscheinung. Neben zahlreichen Bühnen und Clubs, auf denen Psychedelic Rock gespielt wird entsteht am 03. Januar 1966 auch der erste Headshop in Haight-Ashbury, namens The Psychedelic Shop in denen neben Literatur von Hermann Hesse, Aldous Huxley oder Alan Watts auch Produkte der Undergroundkultur und Raucherutensilien verkauft wurden. Der Shop avanciert schnell zum Anlaufpunkt der Psychedelic Szene. Das dreitägige Trips Festival in San Francisco wird das wichtigste Ereignis der psychedelischen Bewegung in Kalifornien. „Paint It, Black“ von den Rolling Stones erscheint im Mai 1966 und enthält auch psychedelische Elemente. 1967 werden The Doors groß, ebenso wie Jefferson Airplane, die Jimi Hendrix Experience und Pink Floyd.

Video: The Kinks – See my friends

1968 wird die Zeit der Flower Power-Bewegung, welche musikalisch eine Mixtur aus Pop und Folk mit dem Psychedelic Rock darstellt. 1969 verebbte die Mode zunehmend und die Bands wandten sich wieder schlichterem Rock und Pop zu. Bis zum Jahre 1966 war der Konsum der Droge LSD in den USA legal, fand sogar Anwendung als Heilmittel für psychische Probleme. In dem Gitarrenspiel des Psychedelic Rock wurden technische Neuerungen wie das Wah Wah-Pedal und weitere Effektgeräte benutzt. Deren Verwendung spielte eine große Rolle für den oft sphärischen und ausufernden Sound der Bands. In den Texten der Musik geht es oft um Themen der Bewusstseinserweiterung, sowie Drogenerfahrungen. In den 1980er Jahren erfährt der Psychedelic Rock mit Neo Psychedelia-spielenden Punkbands ein Revival. Seit den 1990er Jahren entstand Goa Trance, oder auch Psychedelic Trance – eine Spielart elektronischer Musik mit psychedelischen Wurzeln. Der zur gleichen Zeit aufkommende Stoner Rock besitzt ebenfalls einen stark psychedelischen Charakter. Auf Hippiefestivals ist der ursprüngliche Psychedelic Rock bis heute noch populär.