Zum 20. Todestag von Cobain.

05. April 1994 – Zu der Zeit war ich sechs Jahre alt, hatte mein erstes Instrument bekommen, wurde gerade eingeschult und war besessen von MTV. Damals war MTV auch noch ein reiner Musiksender. Ich erinnere mich genau, wie im flackernden, grünstichigen Röhrenfernseher meiner Tante auf einmal ein Song abgebrochen wurde und ein MTV-Kommentator mit zitternder Stimme meinte: “Kurt Cobain ist tot!“

Als mein älterer Cousin, der zu der Zeit gerade 15 geworden war, in Jeans, Chucks und Holzfällerhemd in sein Zimmer ging, die „Nevermind“ einlegte und sich aufgelöst in sein Bett legte, spürte ich, dass gerade etwas Großes geschehen war: Die Legende einer Generation wurde tot im Gewächshaus seines Gartens aufgefunden. Um ihn lagen ausgedämpfte Zigarettenstummel, eine Spritze und eine Browning Auto-5 Selbstladeflinte. Es wird angenommen, dass er Suizid begangen hatte, da die Flinte nachweislich in seinem Mund abgefeuert wurde. Mit diesen Informationen konnte ich natürlich als Sechsjähriger nichts anfangen. Aber zwanzig Jahre später kann ich es nicht fassen, sitze da und schreibe über jenen Tag, der für immer unvergesslich bleiben sollte …

… unfassbar.

Nirvana war mit einem Schuss Geschichte. Ein Schuss, der eine ganze Generation nach Seattle pilgern ließ, um Cobains Grab zu besuchen. Noch exzessivere Nächte, noch mehr Drogen und Alkohol, in anderen Worten, ein Leben am Rande des menschlichen Abgrundes wurde für den Rest der Band Alltag. Dieser Lebensstil schwappte genauso auf die Fans über. Zu der Zeit gab es einen signifikanten Anstieg an Suizidversuchen, der tragischerweise viele Opfer forderte.
Das war eigentlich, im Nachhinein betrachtet, der Beweis für die Macht, die dieser Mensch hatte und eine ganze Generation, die hinter ihm stand und teilweise noch bis heute hinter ihm steht.

Heute, 20 Jahre später, veröffentlichte die Polizei neue Tatortfotos von Cobains Suizid. Meiner Meinung nach sind sie nicht wirklich aussagekräftig, nur neuer Stoff für Verschwörungstheoretiker.
… unglaublich, R.I.P. Kurt.

Ich habe bewusst keinen reinen Informationstext gewählt, da ich von einem Song inspiriert wurde, welcher mich dazu veranlasste, einen persönlichen Ansatz zu wählen.

An dem Tag als Kurt Cobain starb, lagst du in meinen Armen, das war die schönste Zeit!
(Textzeile: Die schönste Zeit – Bosse)

Photocredit: Michel Linssen/Redferns

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