Gestern Abend wurde zum 17. Mal der größte heimische Musikpreis verliehen, der Amadeus Austrian Music Award.

Das Wiener Volkstheater war an diesem besonderen Abend (fast) bis zum letzten Platz mit honorigen Namen aus Musik und Kultur gefüllt. Schließlich erfreut sich der Amadeus Award als anteiliger Publikumspreis (50 Prozent Publikum / 50 Prozent Jury) auf Künstlerseite großer Anerkennung.

Amadeus Austrian Music Award für sein Lebenswerk

Diese ganz besondere Auszeichnung erhielt der großartige Willi Resetarits, der sich nicht nur unter seinem eigenen Namen, sondern vor allem als Kunstfigur Dr. Kurt Ostbahn, oder von seinen Fans liebevoll Ostbahn Kurti genannt, in die erste Reihe der heimischen Musikszene gespielt hat. Geboren wurde Willi Resetarits am 21. Dezember 1948 im Burgenland. Musik spielte in seinem Leben immer schon eine gewichtige Rolle, wie er im vergangenen Jahr in einem Interview mit FM4 erzählte: „Zum Singen hab ich schon im Mutterbauch begonnen. Meine Frau Mutter hat, als sie mit mir schwanger war, immer die Stinatzer Lieder gesungen. Stinatz im Südburgenland, eine kroatische Gemeinde, da komm ich ursprünglich her. Die Lieder hab ich zwar mitgesungen, aber immer gleich in der zweiten Stimme. Ein untrügerisches Zeichen für großes Talent!“
Überreicht wurde ihm der Preis von seinem Musikerkollegen Ernst Molden. Zusammen mit Molden, Walther Soyka und Hannes Wirth veröffentlichte Resetarits vor wenigen Tagen das dritte gemeinsame Album „yeah“.
In seiner Dankesrede rief Resetarits seine älteren und etablierten Kollegen und Kolleginnen dazu auf, jungen Künstlern und Künstlerinnen wieder eine Bühne zu bieten. Er dachte laut darüber nach, wieso es bei uns nicht mehr möglich sei, dass in jedem Lokal, bei jedem Würstlstandl eine Band spielt. Als Gegenbeispiel nennt er die irische Musikkultur, die sich nicht auf große Hallen und Stadien beschränkt.
Gleichzeitig betonte er, dass die Menschen für die Musik zahlen müssen, nicht der Staat, denn dabei würde nichts Brauchbares entstehen.

Gewinner der Genre-Kategorien

Viel Spannung wurde schon im Vorfeld aus der Preisverleihung genommen, da die Gewinner der acht Genre-Kategorien vorab bekanntgegeben wurden.

Alternative: Voodoo Jürgens


Electronic / Dance: Mynth


Hard & Heavy: Serenity


Hip-Hop/Urban: Nazar


Jazz / World / Blues: Ernst Molden


Pop / Rock: Paul Pizzera & Otto Jaus


Schlager: DJ Ötzi & Nik P.


Volksmusik: Andreas Gabalier

Sieger in den allgemeinen Kategorien

Spannender ging es bei der Preisverleihung in den allgemeinen Kategorien zu. Hier waren die Sieger und Siegerinnen bis zum letzten Moment geheim.

Band des Jahres: Bilderbuch


Künstler des Jahres: Julian le Play


Künstlerin des Jahres: Christina Stürmer


Album des Jahres: Zugvögel von Julian le Play


Song des Jahres: Jedermann – Paul Pizzera & Otto Jaus


Live Act des Jahres: Bilderbuch


Songwriter des Jahres: Lemo für Himmel über Wien


Tonstudiopreis Best Sound: AVEC – What If We Never Forget Lukas Hillebrand, Alex Pohn, Markus Weiß, Mix: Lukas Hillebrand, Martin Scheer, Mastering: Mischa Janisch, Künstlerische Produktion: Lukas Hillebrand, Alex Pohn

FM4 Award

Ein besonderes Highlight für Liebhaber alternativer Musik ist in jedem Jahr der FM4 Award, der im Zuge der Amadeus Austrian Music Awards verliehen wird. Führte man sich die Nominiertenliste vor Augen, war man völlig ratlos, wer den Preis 2017 gewinnen würde. Nominiert waren fünf Acts, die kaum unterschieldicher hätten sein können. Jeder Einzelne der Fünf prägte die heimische Musiklandschaft in den vergangenen 12 Monaten maßgeblich: Granada, Kimyan Law, Leyya, Mavi Phoenix und Voodoo Jürgens.

Gewinner des FM4 Award 2017: Leyya

AAMA 2017 Topabräumer

Die Topabräumer der Amadeus Austrian Music Awards im Jahr 2017 sind somit wenig überraschend Bilderbuch, Julian Le Play und Paul Pizzera & Otto Jaus mit jeweils zwei Awards. Neben Le Play war Voodoo Jürgens der Spitzenreiter bei den Nominierungen, gewinnen konnte er schlussendlich nur in der Kategorie Alternative.
Christina Stürmer hat ihren mittlerweile elften Amadeus Award gewonnen.

Über den Autor

Georg Zsifkovits

Aufgewachsen in Thal bei Graz und später in Graz, verschlug es mich, für ein knappes Jahr, in den steirischen Norden. Das Studium... Weiterlesen

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