Derart diversifiziert wie in diesem Jahr präsentierte sich das Rock in Vienna noch nie. War er in den vergangenen Jahren ein Schlaraffenland für Metal- und Hard Rock-Fans, wird heuer eine Vielzahl an Genres bedient. Selbsterklärend, dass daher nicht jedem Besucher das komplette Line Up zusagt. Doch was machen, wenn die favorisierte Band noch nicht auf der Bühne steht? Glücklicherweise bietet die Stadt Wien ein breites Kulturaufgebot, das keine Langeweile aufkommen lässt.

Schon zum dritten Mal hält das Rock in Vienna Festival heuer Einzug in Wien. Dieses Jahr stehen für euch Macklemore & Ryan Lewis, Kings of Leon, Die Toten Hosen und Deichkind als Headliner on Stage. Hier gibt es also ordentlich was auf die Ohren. Das Festival findet auch dieses Mal wieder auf der schönen Donauinsel statt. Zwischen dem 02. und 05. Juni wird hier wieder gerockt, was das Zeug hält. Und wenn man sowieso schon mal für das Festival in Wien ist, warum soll man dann sich nicht auch die Stadt sowie das Umland etwas genauer angucken? Denn Wien hat allerhand zu bieten. Hier gibt es nicht nur Kultur und Geschichte par Excellence, aber seht einfach selbst. Als Schmelztiegel von Kunst, Kultur und Geschichte kann man Wien sicherlich auch beschreiben. Neben unzähligen alten Bauten und tollen Museen bleibt auch der Spaß nicht auf der Strecke. Wien hat beispielsweise eines der schönsten Casinos überhaupt zu bieten, das Grand Casino in Wien ist wirklich eine Pracht. Erst vor Kurzem wurde ein Teil der altehrwürdigen Gemäuer von dem berühmten Architekten Günter Merckle komplett neugestaltet und renoviert, das Casino erstrahlt nun in völlig neuem Glanz. Und das vollkommen zu Recht, denn Casinos gelten nicht umsonst als relevanter Teil der Kunst- und Kulturgeschichte in Europa. Im Laufe der Jahre prägten die Spielbanken so immer wieder die Popkultur und galten ebenso als Treffpunkt der High-Society.

(c) Rudi R. / Wikimedia

Nicht nur das aufwendige Dekor der Räume und das Erscheinungsbild lassen den Atem stocken, sondern auch die unglaubliche Auswahl an Spielen, die dort zur Verfügung stehen. Unfassbare 290 Slots in verschiedenen Designs und Formen lassen das Zockerherz höherschlagen. Aber damit noch nicht genug: Neben den Spielautomaten gibt es auch noch Tischspiele wie Blackjack und American Roulette. Natürlich erklären euch die freundlichen Croupiers die Spielregeln, sofern ihr sie noch nicht kennt, aber vielleicht überfliegt ihr diese vorher noch einmal kurz, dann steht einem flüssigen Spiel nichts mehr im Wege. So ist der Nervenkitzel an diesem Abend euer ständiger Begleiter. Lasst es ordentlich krachen.

Die Ruhe vor dem Sturm: Auf dem Rock in Vienna können wir tanzen, bis uns die Füße bluten; das Kontrastprogramm hierzu gibt es dann wohl in der Wiener Staatsoper. Frei nach dem Motto „Im Niveau sind wir flexibel“ wäre doch eine Vorstellung des Schwanensees ganz passend. Das Stück ist wohl das bekannteste Ballett überhaupt. Einmal kurz zur Erklärung, die Kurzfassung des Stücks: „Es geht um einen Prinzen, der auf der Suche nach dem Glück ist. Sein Weg kreuzt einen See, auf dem verwunschene Schwäne schwimmen und es liegt Magie in der Luft.“ Traumhaft, oder?

Staatsoper Wien (c) Wikimedia

Das Ballett wird nun schon seit über 120 Jahren aufgeführt und zieht die Freunde gehobener Unterhaltungskunst nach wie vor in seinen Bann. Tschaikowsky komponierte dieses Stück der Meisterklasse einst in weniger als elf Monaten. Zu Anfang bekam das Ballett, dessen Uraufführung übrigens 1877 im Moskauer Bolschoi-Theater stattfand, noch wenig Zuspruch. Der große Erfolg ließ beinahe 20 Jahre auf sich warten, erst nachdem die Choreographien geändert wurden, konnte dieses Ballett unsterblich werden. Die Aufführung ist dabei genauso beeindruckend wie die Location selbst, in der sie stattfindet. Die Wiener Staatsoper besticht alleine schon durch die architektonische Meisterleistung. Die Vorderfront der Fassade ist noch vom originalen Bau 1869 erhalten geblieben und die Bronzestatuen sowie die alten Brunnen geben einem das Gefühl, dass man sich in der Renaissance befindet. Der Herr, die Dame? Dürfen wir bitten? Treten Sie ein! Viele der Wände in der Oper sind mit wunderschönen Gemälden verziert. Alleine, um das Deckengemälde von Karl Madjera „Die Musik auf Adlerschwingen“ im Teesalon zu betrachten, lohnt sich ein Besuch. Also entspannt vor dem Halligalli noch mal eine Runde Kultur tanken gehen und einen Besuch in der Wiener Staatsoper einplanen. Es lohnt sich.

Das Museumsquartier in Wien wirbt selbst mit „Kunstgenuss und Lebenslust“ und genau das ist dort auch zu finden. Hier ist Kunst nicht etwas, das man sich anhört oder ansieht; hier geht es vielmehr um eine Lebenseinstellung. Unter anderem ist dort das Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien (kurz: Mumok) zu finden. Dieses wurde 1962 gegründet und ist seitdem das größte Museum im zentralen Europa für Kunst und Moderne. Werke von Pablo Picasso oder auch Franz West können hier beispielsweise hautnah erlebt werden. Im Juni könnt ihr dort die Werke von Hannah Black betrachten. Black abstrahiert in ihrer Ausstellung die Frage nach dem Leben und konnte so internationale Anerkennung erzielen.

Bei einem Essen können die Besucher dann die Ausstellungen noch einmal Revue passieren lassen. Im Museumsquartiert fehlt es den Gästen wirklich an Nichts: Ihr habt Lust auf die klassische Österreichische Küche? Kein Problem, denn im Corbai könnt ihr genau diese genießen. Aber auch wenn ihr keine Lust habt auf einen großartigen Restaurantbesuch, dann findet ihr ein Plätzchen im MQdaily. Das Essen wird hier schnell serviert und ist dazu auch noch recht preisgünstig. Aber es gibt noch mehr Möglichkeiten, den Hunger zu befrieden, denn außerdem sind noch zahllose Mensas, Kiosks und weitere Restaurants auf dem Gelände zu finden. Also könnt ihr für die Erforschung des Museumsquartiers gut und gerne einen ganzen Tag einplanen. Es gibt hier unzählige Dinge zu entdecken und das ist bei verregnetem Wetter wie bei Sonnenschein gleichermaßen möglich.

Museumsquartier Wien (c) Andreas Praefcke / Wikimedia

Die Museen sind generell in Räumlichkeiten des Quartiers zu finden, aber es gibt auch genug Möglichkeiten, um sich draußen aufzuhalten. Selbst die Höfe des MQ sind verschieden gestaltet, so kommt es, dass die Besucher in der Typopassage Wien Schriften von diversen Künstlern ansehen können und dass man sich in der KABINETT Comicpassage ein paar Comics reinziehen kann. In den Durchgängen sind überall Sitzgelegenheiten verteilt, die natürlich auch nicht einfach aussehen wie langweilige Sessel. Alle Möbel sind eigens für das Museumsquartier von Künstlern entworfen worden.

Aber in den Höfen wird natürlich nicht nur entspannt, neuerdings könnt ihr dort auch Minigolf spielen. Die Minigolf-Anlage wurde erst vor Kurzem im Quartier eröffnet, für läppische 4 Euro könnt ihr hier den Schläger auf der fetzigen Anlage schwingen. Übrigens würden wir den Architekturliebhabern unter euch noch das Architekturmuseum ans Herz legen. An diesem Ort erfahrt ihr wirkliches alles über Architektur und Baukunst, was ihr schon immer wissen wolltet. Es gibt Ausstellungen, Vorträge und eine besonders beeindruckende Bibliothek. Diese beinhaltet eine sehr umfangreiche Architektur-Sammlung über das 20. und 21. Jahrhundert.

Die Sonne scheint im Juni, grüne Wiesen sowie Brunnen, die gemütlich plätschern, vermitteln ein ganz besonderes Gefühl von Urlaub. Im frei zugänglichen Volksgarten Wien steht ein ganzes Meer voller Rosen. Und Sommerzeit ist Rosenzeit, das heißt, dass der Duft dieser zarten Pflanzen euch während dieses einzigartigen Spaziergangs die ganze Zeit in der Nase liegt. Im Park selbst gibt es zahlreiche Flächen, auf denen ihr es euch gemütlich machen könnt. Der Volksgarten ist über den Heldenplatz, das Burgtheater und die Ringstraße zu erreichen. Nehmt einfach eine Decke mit und gebt euch dem Zauber des Gartens hin.

Volksgarten Wien (c) Wikimedia

Von der Anlage aus hat man dementsprechend einen bombastischen Blick auf das Burgtheater. Glücklicherweise ist der Park im Sommer von 06:00 bis 22:00 Uhr geöffnet, so habt ihr auch die Möglichkeit, euch in den lauschigen Abendstunden dort aufzuhalten. Abends ist nämlich alles ganz wunderbar beleuchtet und ihr könnt euch ein bisschen so fühlen, als wärt ihr Teil eines Märchens. Das beleuchtete Burgtheater zum Beispiel eignet sich dann ausgezeichnet als Location für ein Fotoshooting. So habt ihr auch gleich schon ein paar überwältigende Fotos, die ihr euren Lieben zu Hause zeigen könnt. Zumindest welche, auf denen ihr nicht am Festival abrockt.

Ihr seht schon, reist einfach ein paar Tage früher an oder bleibt noch ein, zwei Tage länger, dann könnt ihr Wien auch in seiner ganzen Pracht genießen. Langweilig wird es während eures Aufenthalts hier schon mal nicht. Wir hoffen, wir konnten euch einige Anregungen geben, wie euer Ausflug zum Rock in Vienna noch viel mehr als nur ein Festivalbesuch wird.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.