Wird die große Ton-Wolke bald weinend einpacken müssen?

Soundcloud – der Streaming-Gigant im Netz

Soundcloud und Musik. Ein wichtiges Duo wie Youtube und Video. In der heutigen Zeit für jeden seriösen Musiker eine wichtige Werbe und Fanbase-Plattform, die sich über Jahre hinweg zur meistgenannten Referenz bei der Zurschaustellung eigener Kompositionen hinaufgearbeitet hat. Das 2007 von einem Audio-Designer namens Alexander Ljung in Berlin gegründete Unternehmen hat es in weniger als einer Dekade geschafft, sich eine gewisse Monopolstellung in der Internetwelt der Musik aufzubauen.

Die Wolke und der Sturm

Kurz bevor nun Soundcloud seine Payment-Plans für die User einführt, scheint ein abruptes Ende der Musik-Streaming-Plattform plötzlich im Bereich des Möglichen zu sein. Bisher konnte sich die Geräuschwolke von Anzeigen der großen Mutterkonzerne Sony, UMG, RIAA, Warner Group etc. fernhalten, jedoch blieb die Gefahr einer Anzeige aufgrund von massiven Copyright-Verletzungen weiterhin im Raum. Bisher mussten schon ganze Kataloge der Major Artists auf Soundcloud entfernt werden. Gegen eine dieser Anzeigen hätte man vielleicht noch eine Chance, aber wenn alle simultan Verfahren einleiten, würde das den Untergang von Soundcloud bedeuten, da es schier unmöglich ist gegen die big player mit Ihren Anwaltsteams und unlimitierten Geldmitteln anzukommen.

Nun scheint es so, als ob sich Universal Music Group (UMG), Sony und der „big dog“, die Recording Industry Association of America (RIAA), auf eben einen solchen groß angelegten Schlag gegen Soundcloud vorbereiten. Zu den Gerichtsverfahren kommt es voraussichtlich deshalb, weil in bisherigen Gesprächen keine Einigung mit Universal und Sony in punkto Vermeidung von Copyright Verletzungen erreicht werden konnte. Die beiden Konzerne sind die größten Player im Musikgeschäft, da sie zusammen gut 50% aller Rechte auf Musik weltweit halten. Die Warner Music Group sah nach einem von Soundcloud zugesprochenen 5%igen Anteil am Einkommen von einem Verfahren ab. Bei einer User-Base von 250 Millionen Usern monatlich ist das schon ein stattliches Sümmchen.

Wird Soundcloud das nächste Grooveshark?

Auch das ähnliche Projekt Grooveshark wurde so aus der Welt gestanzt. Sie mussten nach einem fast 10 Jahre dauernden Kampf Ihre gesamte Seite aufgeben und alle Daten zerstören, um den Forderungen der Industrie gerecht zu werden. Jedoch hatte sich hier ein paar Tage vor dem Gerichtsurteil ein Team geformt, das die Seite am Tag der Urteilssprechung bereits zu 90% kopiert hatte und kurz nach dem Untergang von Grooveshark eine neue Seite (Grooveshark.io) aufgesetzt hatte, die ein Duplikat der alten und somit nicht mehr Gerichtsgegenstand war. Das Statement, wie man denn vermeiden wolle, dass auch diese Seite vom Netz genommen wird, war eine deutliche Ansage .“We have all the servers/domains infrastructure in place, it’s going to be a roller coaster and we’re ready for it.“

Ob es Souncloud möglich sein wird, dem Ansturm der Großen noch für einige Jahre standzuhalten, oder ob dieses Gerichtsverfahren das Ende der werbungsfreien Musikstreams bedeutet, wird sich wohl in den nächsten Wochen und Monaten weisen. Künstler und Ihre Werke gehören nunmal leider oft nicht dem Künstler, sondern der Firma die Sie gekauft hat. Natürlich gelten die hier durchgesetzten Gesetzte hauptsächlich in der kommerziellen Musikindustrie, jedoch wird bei solchen Verfahren die Underground Section leider mitleiden müssen.

Bildquelle: Scott de Jonge (www.flaticon.com)

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