Die Musikindustrie befindet sich im ständigen Wandel, doch ein Grundkonflikt bleibt immer derselbe: Wer als unabhängiger Künstler sein Leben der Musik widmen möchte, wird früher oder später zwangsläufig mit dem Widerspruch zwischen Selbstverwirklichung und regelmäßigem Einkommen konfrontiert.

Veröffentlichungen, die einzig der künstlerischen Selbstverwirklichung dienen, sind nicht immer kommerziell erfolgreich. Gleichzeitig sind kommerziell erfolgreiche Veröffentlichungen nicht zwangsläufig auch Ausdruck der musikalischen Selbstverwirklichung des Schaffenden. Der Film „Freiheit, Freiheit, Wirklichkeit“ erforscht diesen Konflikt und begleitet fünf Künstler und Bands des Leipziger Independent Labels Analogsoul in Proberäume, ins Aufnahmestudio, auf Konzerte – und zu ihrer „Lohnarbeit“.

„Die Frage, ob man es sich leisten kann, die eigene Musik als Beruf zu verfolgen, ist natürlich immer präsent – eigentlich bei jedem Blick aufs Konto. Die Möglichkeiten, Musik selbst zu veröffentlichen, haben vielleicht zugenommen, aber die Sicherheit, dass man damit auch Geld verdient, gleichzeitig natürlich nicht“, berichtet Fabian Schütze. Er ist Verantwortlicher für die kreative Leitung bei Analogsoul. Das Label macht es sich zur Aufgabe, Künstler bei der Veröffentlichung ihrer Musik zu unterstützen. Ob das fertige Produkt dann auch kommerziell erfolgreich ist, ist dabei zweitrangig.

Der Traum, von der Musik leben zu können

FFW_Premierenplakat_Relativ_Kollektiv

Ein eigenes Album veröffentlichen zu können, und das ohne finanziellen Druck – was im ersten Moment wie eine große Chance klingen mag, stellt in der Realität schnell ein Problem für die Künstler dar: „Mein Traum ist es, dass ich mir die Zeit, die ich brauche, um die Musik zu entwickeln, bezahlen kann, und dass ich nicht die ganze Zeit gucken muss: Wo kommt die Kohle her, oder die Arbeit unterbrechen muss, um Geld zu verdienen; für die Lohnarbeit“, erzählt Daniela Grimm von der Berliner Band Earnest And Without You. Dass sie von diesem Ziel momentan noch weit entfernt ist, belastet sie sehr: „Ich bin auch schon öfter gefragt worden ‚Und was machst du nach deinem Urlaub?‘, wenn ich auf Tour war. Das tut dann schon weh, denn das verkennt meine komplette Lebens- und Arbeitssituation.“

Zusammenarbeit mit dem Relativ Kollektiv

„Freiheit, Freiheit, Wirklichkeit“ ist ein Filmformat des Leipziger Relativ-Künstlerkollektivs. Das Team unter der Leitung von André Klar und Benjamin Büttner hat in der Vergangenheit bereits mit Analogsoul zusammengearbeitet: Es entstand Landgang, eine sechsteilige Reihe von Portraits über Musiker und Bands, die die Grundlage für „Freiheit, Freiheit, Wirklichkeit“ bildete.

Premiere feierte „Freiheit, Freiheit, Wirklichkeit“ bereits am 15. Mai 2015. Jetzt ist der Film auch kostenlos auf YouTube abrufbar:

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