Kontra K zerlegt Arena Wien
Gesang/Rap
Entertainment
Stimmung
Beats
4.4STERNE

Der deutsche Rapper Kontra K überzeugt das Publikum in Wien mit viel Humor, endloser Sympathie, ehrlicher Dankbarkeit und jede Menge guter Musik.

Er ist einer der bekanntesten Rapkünstler der deutschsprachigen Szene. Seine Texte sind einzigartig und motivieren eine immer weiter wachsende Fanbase. Kein Wunder also, dass die Abendkasse am 5. Dezember 2017 nur noch mit wenigen Karten gefüllt und das Konzert von Kontra K in der Wiener Arena im Laufe des Abends ausverkauft war. Das Publikum setzte sich aus allen möglichen Altersgruppen zusammen. Es ist der elfte Stop der „Gute Nacht Tour“.
Als der Support-Act Rico dann mit zwanzig Minuten Verspätung die Bühne betritt, reagiert das Publikum verhalten. Die Stimmung ist zu Beginn nicht sonderlich auf der Höhe. Der Preact Rico ist seit einiger Zeit mit Kontra K unterwegs. Sein Rap ist gut und auch seine Singstimme ist sehr angenehm. Er spielte einige Tracks und Features, die auf seinem neuen Album zu finden sind. Sein Auftritt war nur 20 Minuten lang, allerdings versorgte er seine Zuschauer mit viel Humor und schaffte eine gemütliche Atmosphäre.

„Eierflattern“ inklusive

Ein weißer Vorhang verdeckt die Bühne. Plötzlich wird der Raum mit Licht durchflutet und man erkennt auf dem Vorhang einen Schatten. Schnell wird klar, dass es sich wohl um den Mann des Abends handelt. Er beginnt einige Zeilen des Tracks „Ratten“ zu rappen. Der Vorhang fällt erst, als der Beat zu „Diamanten“ einsetzt. Kontra K wird von einer jubelnden Menge begrüßt und animiert von Anfang mit ganzem Körpereinsatz zum Mittanzen und Mitnicken. Die Pausen zwischen seinen Liedern nutzt der Berliner für Erzählungen, kleine Witze und dankt seinen Fans immer wieder für die Unterstützung. Man kann sagen was man will, aber Kontra K ist einer der wenigen Rapper, die unglaublich sympathisch wirken, bescheiden und absolut am Boden geblieben sind.

Highlights des Abends

Vor kurzem gründete er sein eigenes Label „Tag1er“. Er ließ es sich nicht nehmen, seinen Fans zu erzählen, was es mit diesem Namen auf sich hat. Ein „Tag1er“ ist jemand, der von Beginn an an der Seite ist und dich in allen Lebenslagen unterstützt. Daraufhin gibt er seinen zweiten Support als seinen persönlichen „Tag1er“ zu erkennen, lässt ihn aber namenlos.
Das Lied „Adrenalin“ kündigt Kontra K mit einer schönen Anekdote an und erzählt von dem Eierflattern, welches er vor jedem Auftritt hat. Einstimmig wird vom Publikum gefordert, seinen Kindern ab sofort zu erzählen, das man Eierflattern hat und keinen Adrenalinschub. Die musikalischen Highlights des Abends sind zahlreich: „2 Seelen“, „Gute Nacht“, „Power“ (mit einem kleinen Gitarrensolo), „Hände weg“ und „Hassliebe“. Auch einige Featuretracks gibt er zum besten, allerdings nur seinen eigenen Part („Gift“, „Kreis“ und „Plem Plem“).

Mit vollem Körpereinsatz

Eines muss man Kontra K auch lassen: unansehnlich ist er absolut nicht. Im Laufe des Konzerts lässt er immer mehr Hüllen fallen, bis er gegen Ende oberkörperfrei vor seinem Publikum steht. Besonders für weibliche Fans sicherlich ein absolutes Highlight. Man spürt die Freude, die der Rapper an seinem Auftritt mit seinen Fans hat. So ist es auch kein Wunder, dass er sich gleich zweimal in die tobende Menge schmeißt. Das sogenannte „Stage Diving“ scheint seine kleine Leidenschaft zu sein. Einmal schmeißt er sich allein rein, dann mit seinem Support-Act Rico und zu guter Letzt lässt er seinen Drummer Uwe in die Menge springen. Das Konzert endet mit einer Zugabe mit seinen erfolgreichsten Liedern: „Erfolg ist kein Glück“, „Soldaten 2.0“ und „Wölfe“.

Fazit

Zu Ende des Konzerts hält Kontra K eine kleine Rede und bedankt sich immer wieder für den Support durch die Fans und seine Crew. Er möchte nicht nur ein gutes Konzert liefern, sondern will, dass jeder einzelne etwas mitnimmt für seinen Alltag. Seine Musik, seine Perfomance auf der Bühne und seine Persönlichkeit ergänzen sich perfekt. Man hat nie das Gefühl, er würde eine Rolle spielen. Er ist echt und das ist das tolle an Kontra K und seiner Musik. Die Begeisterung des Publikums spiegelt sich in vielen motivierten und gut gelaunten Gesichtern wieder, die einem beim Verlassen des Gebäudes entgegenkommen. Es hat etwas gedauert bis sich das verhaltene Publikum in eine tobende Menge gewandelt hat, dafür war die Stimmung danach umso besser. Ein Konzert mit viel Humor, Persönlichkeit und Spaß – beide Daumen nach oben.

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