Weibliches Rappotenzial aus Österreich ist kein Mythos, sondern existiert.

Betrachtet man das heimische Feld der Hip-Hop- und Rap-Künstler, lässt sich womöglich folgendes behaupten: Österreichischer Rap und Hip-Hop wird (eigentlich nur) von Männern betrieben. Eine völlig legitime Annahme, waren doch Rap und Hip-Hop auch im internationalen Raum lange Zeit eine absolute Herrenangelegenheit. Besonders die Rapszene war hauptsächlich maskulines Territorium.

Umso erfreulicher eine österreichische Hip-Hop-Künstlerin zwischen den etablierten Herren zu entdecken: Mavi Phoenix – eine junge, aufstrebende Künstlerin, die bereits einige vielversprechende Projekte veröffentlichte.

Ihre Anfänge lassen sich auf das Jahr 2015 zurückführen. Maurice Ernst, Frontman der Band Bilderbuch, bat die Oberösterreicherin, zunächst ein Support-Act für einen ihrer Auftritte in Steyr zu sein. Kurz darauf begleitete sie die Jungs auf ihrer Deutschland-Tournee als offizieller Support. Seither geht es für die junge Österreicherin steil bergauf.

Heuer wurde Marlene Nader, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, zweimal für den Amadeus Awards nominiert (Künstlerin des Jahres und FM4-Award).

Anders als viele ihrer hiesigen Kollegen, betreibt Mavi Phoenix englischsprachige Musik mit viel Auto-Tune, Trap und RnB; vereinzelt auch Electro-Nuancen. Ihre Tracks sind demnach sehr modern und entsprechen dem heutigen Zeitgeist. Doch damit nicht genug – fast alle ihre Songs komponiert und schreibt Mavi Phoenix selbst. Ihre individuelle Art Musik zu machen, verleiht der 22-jährigen einen Wiedererkennungswert in der österreichischen Musikszene.

Bis heute veröffentlichte sie einige Singles und zwei EPs. Zuletzt erschien Young Prophet im März 2017. Darauf zu finden sind vier Tracks, die absolut ins Ohr gehen. Ein Album ist bereits in Planung.
Es bleibt also spannend um Mavi Phoenix und ihre Musik. Sicher ist, dass wir noch einiges von ihr hören werden.

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