Experimenteller Deep House aus Österreich trifft auf gefühlvolle Gesangseinlagen aus Deutschland – das Ergebnis: „Lovers Friends“. Eine eingängige Nummer, die sich dem gegenwärtigen Hype um melodieorientierte, minimalistische Sounds fügt.

MÖWE – das sind die ehemaligen Indie-Rocker Melanie Ebietoma „Mel“ und Clemens Martinuzzi „Clem“ aus Wien. Erfolge konnten sie bislang nicht nur mit Bootlegs und Remixes namhafter Singles, sondern auch mit Originalen wie „Blauer Tag“ oder „Chasing Clouds“ verbuchen. Gemeinsam mit dem deutschen Komponisten und Musikproduzenten Daniel Nitt lieferten sie kürzlich eine weitere Nummer aus eigener Feder, die sich mithilfe melodischer, gut tanzbarer Beats problemlos in die momentan stark House-gestützte österreichische Musikszene einordnet.

Entgegen so mancher Erwartung handelt es sich beim Electro-Duo keineswegs um pragmatische Laptop-Nerds. Vielmehr haben sie sich als wahre Vollblutmusiker (beide spielen Bass und Gitarre) in den letzten Jahren dem elektronischen Musikbereich verschrieben und legen bei Live-Auftritten gerade deshalb Wert auf akustische Elemente. Dadurch konnten sich die beiden eine beachtliche Fan-Base sichern, die sich mittlerweile nicht nur auf die österreichischen Grenzen beschränkt. Was die Weiterverbreitung der ersten Eigenkomposition „Blauer Tag“ anbelangt, verdanken MÖWE ihren Durchbruch einer strategisch besonders ausgeklügelten Vorgangsweise:

„Wir haben nicht gesagt, dass es von uns ist. Sondern: das ist superhot, ein Newcomer aus Berlin. Am nächsten Tag war Facebook voll.“

Eine Taktik, die ihnen zu einer beträchtlichen Anzahl von Klicks verhilft. Der Song erweist sich als Selbstläufer, der Schwall an positivem Feedback begünstigt überdies zahlreiche Label-Anfragen – hier fällt die Wahl schließlich auf das von ihnen persönlich geschätzte „Stil vor Talent“ unter Oliver Koletzki.

Die heimische Deep-House-Szene momentan ohnehin großen kommerziellen Erfolg und gewinnt mit „Lovers Friends“ passenden Zuwachs – der Weg in die Pop-lastigen Hörer Charts scheint jedenfalls geebnet. Gute Neuigkeiten, vorausgesetzt das Duo hat seine Zukunft der Massenkompatibilität (aka Mainstraim) verschrieben.

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