Die Einkommensunterschiede sind in wenigen Branchen so eklatant wie in der Musik. Während nur die wenigsten Musiker überhaupt von ihrer Musik leben können, verdienen andere noch immer ein Vermögen – trotz rückläufiger Tonträgerverkäufe.

Während die meisten Musiker und Musikerinnen trotz großer Ambitionen und Talent ihren schrottreifen Tourbus mehr schieben als fahren und dabei hoffen, bis zur nächsten Werkstatt zu kommen, oder und während des Winters im Proberaum dem Kältetod nahe sind, gibt es sie auch heute noch, die Musiker und Musikerinnen, die sich mit ihren Plattenverkäufen „dumm und dämlich“ verdienen.
In einer interaktiven Grafik von smava wurden sämtliche Verkaufszahlen seit Beginn des Jahrtausends aufgearbeitet. Es sei jedoch angemerkt, dass sich die folgenden Daten ausschließlich auf den deutschen Markt beziehen und Einnahmen durch Konzerte, Merch-Verkäufe und Ähnliches nicht berücksichtigt wurden.

Top of the Pops

Oder eher Schlager…?
Eigentlich möchte man ja glauben, dass die Big Player des österreichischen wie auch des deutschen Musikmarkts aus den USA und Großbritannien stammen. Dass dem jedoch auf alle Fälle in Deutschland nicht so ist, wird auf den ersten Blick auf die Gesamtübersicht der vergangenen 16 Jahre deutlich. Geschuldet ist das nicht zuletzt dem geldgeschwängertem Schlager-Genre.
Vier der fünf Top-Verdiener in dieser Kategorie kommen aus Deutschland, die Top 2 machen Schlager:

1. Andrea Berg – 10.950.975 €


2. Helene Fischer – 10.306.800 €


3. Herbert Grönemeyer – 7.454.025 €


4. Unheilig – 5.521.500 €


5. Adele – 5.153.400 €

Andrea Berg ist die unangefochtene Queen des Deutschen Schlagers. In beinahe allen Jahren des Betrachtungszeitraums ist sie topplatziert.
Mit geringem Abstand folgt ihre Thronprinzessin Helene Fischer, die zuletzt 2014 das Maß aller Dinge war.

Ebenfalls im Schlager finden sich übrigens die einzigen österreichischen Beteiligungen in der Rangliste der Reichen und nicht immer Schönen des Musikmarkts. Im Jahr 2015 war, wer könnte es anderer sein, Andreas Gabalier Spitzenreiter. In diesem Jahr veröffentlichte er sein Album „Mountain Man“, besser verkaufte sich dennoch das dreifach Platin ausgezeichnete „Home Sweet Home“ aus dem Jahr 2013.
Die zweite Nummer 1 aus österreichischer Sicht ist der nicht mehr ganz junge, dafür aber immer noch überraschend erfolgreiche DJ Ötzi, der schon in den Neunzigern begann mit in den Wahnsinn treibenden Ohrwürmen um sich zu werfen. Er verdiente im Jahr 2007 durch Plattenverkäufe rund 268.000 Euro.
Abseits des Schlager-Genres haben Herbert Grönemeyer und Unheilig groß zugeschlagen. Beide Acts werden dem Rock zugeordnet – Pop oder Rock, darüber kann man hier natürlich streiten. Im Pop ist auf jeden Fall Adele das Maß aller Euros.
Im Hip Hop ist Eminem wenig überraschend tonangebend, genauso wie EDM-DJ David Guetta im Electro-Bereich.

Wenn ihr euch durch die Grafik klickt (die Jahre sind durch einen Klick darauf einzeln abrufbar), stoßt ihr auf viele weitere aufschlussreiche Zahlen zum deutschen Musikmarkt.

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