Ein Kammermusikfestival der etwas anderen Art

„Groeien in Vrijheid“ ist ein Kammermusikfestival in Maastricht, um der Befreiung Limburgs (Südholland) 70 Jahre danach zu gedenken. Es beginnt am 28.April und endet am 2.Mai 2015 mit einem Wettbewerb. Das Festival vereint Musiker, internationale Meister und Schüler, Ziel ist es einerseits, den Opfern und der Geschichte zu gedenken, andererseits die Freiheit, die die Befreiung mit sich gebracht hat, in all ihren Facetten zu feiern. Das Festival wird ein einzigartiges Format haben, mit dem Ziel, den teilnehmenden Studierenden Aufführungsmöglichkeiten und praktische Erfahrung zu ermöglichen. Dies wird durch Aktionen wie öffentliche Aufführungen, Meisterklassen und Wettbewerb ermöglicht. Die teilnehmenden Kammermusikensembles kommen aus dem Konservatorium Maastricht und sind durch eine Vorausscheidung auserwählt worden. Unter der Woche gibt es die Möglichkeit, sowohl im Privatunterricht als auch in öffentlichen Meisterklassen zu arbeiten. Jeden Abend werden öffentliche Konzerte an bedeutenden Orten in Maastricht und Umgebung stattfinden. Diese Konzerte werden von einer Jury bewertet werden und haben Einfluss auf das Gesamtklassement.

der preis ist heiss

groeien in vrijheid - dekan

Herr Damrih Banawitayakit

Am letzten Tag gibt es ein Abschlusskonzert in Form eines Wettbewerbs für alle Ensembles des Festivals mit speziell ausgewählter Musik, die zum Thema des Festivals passt. Der Preis für das Siegerensemble wird ein Konzert in Bangkok, Thailand, sein, welches die Hochschule für Musik Silpakorn (Thailand) organisiert. Der Dekan Herr Damrih Banawitayakit wird Ehrengast des Festivals und Mitglied der Jury sein.

Am 12. September 1944 wurde das amerikanisch besetzte Südlimburg freigesetzt und die ersten niederländischen Gemeinden freigegeben. Am 14. September 1944 war Maastricht befreit. Zwischen 1944 und 1948 wurden mindestens 12 Millionen Deutsche ausgewiesen, es gab viele Todesfälle als Folge der fast immer mit Gewalt und Einschüchterung durchgesetzten Vertreibungen.

Das Festival will das Thema „Wachsen in Freiheit“ durch die globale Macht der Musik zelebrieren, will Menschen aus dem Westen, Osten, Deutschland und Limburg durch eine Reihe von Konzerten zusammen bringen. Im historischen Kontext der Programme dieser Konzerte gibt es Gelegenheit , sowohl zurückzuschauen als auch nach vorne, um die Potentiale der erkämpften Freiheit auszuloten. Die Konzerte werden an den Schauplätzen in und um Maastricht stattfinden, wo diese Menschen gelebt, gekämpft, gearbeitet haben und gestorben sind.

verbindung mehrerer kunstformen

Geplant sind – vor allem für die Fortsetzung in 2016 – Vorträge, Ausstellungen, Theaterstücke (Schauspielhaus) und Lesungen, z.b. über das Leben in Limburg / Maastricht während dem Übergang vom Krieg in die Freiheit, über das Jüdische Kulturerbe, oder über den 2.Weltkrieg an sich. Bus- oder Schifffahrten zu historischen Stätten, Pflegeheimen, Politische Exkursionen (Grafschaft / Bezirke), bei den Konzerten werden auch Kunstwerke des Bonnefanten Museum Maastricht vorgestellt. Die aufgeführten Werke sollen thematisch oder historisch mit dieser geschichtlichen Epoche verbunden sein, programmtechnisch wird es drei Hauptsäulen geben:

Westliche Musik in Kanada, USA und England aus der Zeit des 2. Weltkrieges,
Östliche Musik aus Polen und Russland, auch aus der Zeit des 2. Weltkrieges,
Freier Crossover: Improvisation, Kombination aus Ost und West.

grooien in vrijheid 2

Wer gewinnt die Reise nach Bangkok?

Jeden Tag gibt es Meisterklassen, folgende Meister sind u.a. eingeladen worden:

Henk Guittart (Schönberg Quartett), Ursula Smith (Cello, Zehetmair String Quartett, Solistin), Tamara Jongerden (Coach, Schauspiel, Bühnenauftritt)

groeien in vrijheid - vrijthof

Maastricht mit seinen gemütlichen cafes

Auf die Frage, welches Publikum erwartet wird, meinte der organisatorische Leiter Peter Steijvers: „Vor 70 Jahren, Du weißt schon, Holländer, Juden, Engländer, Amerikaner, Polen, Russen und vor allem die Deutschen. Wir wollen alle zusammen bringen und ein schönes Event machen. Zielgruppe sind die Jugendlichen!“

Wieder mal ein interessantes Konzept, das mehrere Kunstformen verbindet, für nächstes Jahr ist eine Erweiterung geplant, dann sollen auch Ensembles aus der ganzen Welt die Möglichkeit haben, teilzunehmen.

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