Bereits vor einigen Monaten zeichnete sich ein schlimmes Bild um die Finanzen des EDM Giganten SFX-Entertainment ab. Nun hält die tragische Realität nach erster Verleumdung Einzug und das trifft auch das beliebte Online-Download-Portal Beatport

Beatport, das größte Online-Portal für den Erwerb von elektronischer Musik, oder genauer genommen, dessen Mutter-Konzern – SFX Entertainment, der von dem „EDM-Milliardär“ Robert F. Sillerman gegründet und von der Musiker-Community oft als der „Ausverkauf“ der digitalen Musik verschmäht wurde, ist pleite. Der Bankrott steht aufgrund wilder Investitionen und dem eigenwilligen Geschäftscharakter von Sillerman ins Haus und nun muss eine Privatisierung den Musik-Giganten aus der Misere retten. SFX Entertainment ist für große Festivals wie Tomorrowland oder Nature One bekannt, die durch einen Zukauf von Firmen wie ID&T und i-Motion unter einem Dach vereint wurden. Über 500 ausgerichtete Veranstaltungen und mehr als zwei Millionen Besucher allein im ersten Halbjahr 2015 zeigen, was für ein großes Potential die elektronische Musikszene in finanzieller Hinsicht aufweist.

Hochmut kommt vor dem Fall

Ungeachtet der großen Erwartungen, generierten die Aktivitäten von SFX Entertainment eher große Verluste als horrende Gewinne. Mehrere Quartalsabschlüsse mit den Zahlen im sieben- und achtstelligen Minusbereich ließen den Graph des Wertes der Firma im Steilflug ins Bodenlose fallen. Dies ist bei den großen Ambitionen von Sillerman, der sich selbst an die alleinige Spitze des EDM Marktes setzen möchte, für ein Firmenkonglomerat dieser Größe durchaus nicht unüblich. Man zockt hier schließlich mit einer All-In Strategie, die auch schnell zu dem Verlust von wichtigen Geldmitteln führen kann. Nachdem sich nun aufgrund des Abfalls der Aktienwerte von ehemals fünf auf mittlerweile unter einen Dollar ein klares Bild zeichnet, wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis alle Aktionäre Ihre Anteile an dem sinkenden Schiff verkaufen um zu große Verluste zu meiden. Dies führt nun SFX Entertainment und in weiterer Folge Beatport zu einer großen finanziellen Umstrukturierung. Auch wenn die finanziellen Probleme derzeit das Prestige der Plattform überschatten, geht es laut Führungsriege ungebrochen weiter und DJ’s, Künstler und Labels sollen nicht um den Verlust einer Einnahmequelle und Community-Plattform fürchten.

„Wir sind zuversichtlich, dass SFX diese Reorganisation erfolgreich navigieren wird und in der Zwischenzeit werden wir weiter unser Ziel verfolgen und uns darauf fokussieren, die beste Musikerfahrung für die Fans, DJ’s und Künstler, die die musikalische Gesellschaft der elektronischen Musik ausmachen, aufzubauen. Bereits seit zwölf Jahren versorgt Beatport alle Facetten der Community und das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Schon immer haben wir mit Weitblick gehandelt, die Mainstream Musiktrends und -blasen ignoriert, die nur zu Ablenkung und Polarisierung führen. Unser Fokus liegt weiterhin auf der Musik und wir werden kontinuierlich in die kreative Community investieren. Wir haben große, aufregende Pläne für die Zukunft und können es kaum erwarten, diese mit allen zu teilen“, heißt es im letzten Beatport Statement.

Beatport versucht derzeit eine Soundcloud-ähnliche Plattform zu erschaffen, die es Usern ermöglichen wird, Mixes hochzuladen. Weiters ist eine „Expandierung“ hin zu weiteren lokalen Services geplant. Erst kürzlich hat Beatport eine speziell auf die Niederlande zugeschneiderte Plattform gelaunched. Einige neue Features in den News und Video Sektionen sollen in den nächsten Wochen folgen.

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