Als ein Debüt wollen ALASAC ihr viertes Album verstanden wissen. Tatsächlich legen die fünf Wiener im zwölften Bandjahr mit „All That Glitters Is Not Gold” einen Neustart hin.

Unter der Ägide von Produzent Stefan Deisenberger (Naked Lunch) drosselten Stephan Stangel und Co. das Tempo ordentlich und schufen ein gereift wirkendes Album mit fiebriger Intensität. Bei den Aufnahmen im eigenen Studio ging die Band den Songwriting- und Recording-Prozess gelassener als jemals zuvor an, was dem Album an jeder geschickt platzierten, anmutig gespielten Note anzuhören ist. Deisenberger sorgt zudem mit seinem Gespür für Melodien und weite Klangflächen für einen atmosphärisch dichten Sound, der sich in endlose Weiten auszubreiten scheint und dennoch genug Luft zum Atmen lässt. Musik zum Loslassen und Träumen. Zum Träumen an einen anderen, vielleicht besseren Ort, wie es der Abschlusstrack „Intercity 69“ vormacht. Dass sich mit „Blindhearted“ der wohl poppigste Song der Bandgeschichte wie auch mit „To Axion Esti“ ein 18-minütiges sphärisches Instrumentalstück mit NoiseAnleihen auf dem Album befindet, zeugt von absoluter Selbstsicherheit. Das herzzerreißende Sehnsuchtsgefühl, das ihre Songs immer schon kennzeichnete, hat sich die Band bewahrt. Erstaunlich, wie es der Combo gelingt, ihre musikalische Identität zu bewahren und sich gewissermaßen doch neu zu erfinden. Dass das Album textlich gleichermaßen von Aufbruch wie von Ankunft handelt, ist dabei die perfekte Abrundung.

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