A King without a Crown - bunt, harmonisch, vielseitig
Abwechslung
Kreativität
Songwriting
Cover
4.6Stars

Stefan Wedam tourt gerade mit seinem zweiten Album „King without a Crown“ durch Deutschland und die Niederlande. Grund genug, das Album genauer unter die Lupe zu nehmen.

Eigentlich ist es höchste Zeit geworden, dass Stefan Wedam seine Songs in einem neuen Album präsentiert. In drei Jahren des kreativen Schaffens ist so einiges zusammengekommen und da musste einfach eine neue CD her. In „King without a Crown“ sind zehn Songs bunt zusammengewürfelt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während er in „Ladrones“ spanische Rhythmen zum Besten gibt, beschreibt er im „Marble Cake Song“ seine Abneigung gegenüber dem doch eigentlich ganz leckeren Kuchen.

Reise rund um den Globus

Seine Familie, seine Freunde, seine Leidenschaft zur Musik und seine Liebe zu Reisen scheinen das Geheimrezept des Mürztalers zu sein. So packte er seine Kinder, seine Frau und seine Musikinstrumente zusammen und es ging unter anderem nach Spanien, Frankreich, die Niederlande, Deutschland und Australien. Zwischendurch wurden immer wieder kleine Konzerte gespielt, wobei ihn auch sein kleiner Sohn tatkräftig unterstützte.

Auf seinen Reisen hat er nicht nur die verschiedensten Leute kennengelernt, sondern auch einen Einblick in ihre Mentalität und die unterschiedlichsten Lebensweisen bekommen. Stefan genießt die Gelassenheit der Menschen und die Gastfreundschaft, die er in seiner Heimat Österreich doch manchmal vermisst. Wie das Land ausschauen sollte, in dem er gerne leben möchte? „Eine Mischung aus Australien, Spanien und natürlich darf das französische Essen nicht fehlen.“ Eine köstliche Kombination aus einem entspannten Lebensgefühl und leckerem Essen, wo selbstverständlich die Siesta eingehalten wird. Und obwohl er so viel unterwegs war, gibt es keinen bestimmten Ort, an dem er sich zu Hause fühlt. „Ich bin überall daheim, wo man sich aufgehoben fühlt.“ In nächster Zeit ist aber keine größere Reise geplant, dafür tourte er im Mai fleißig durch Deutschland und die Niederlande.

Geschichten werden erzählt

So unterschiedlich, wie die Länder sind, die Stefan bereist hat, so unterschiedlich sind auch die Geschichten, die in „King without a Crown“ erzählt werden. Mit der Unterstützung seiner Familie und seiner Freunden entstanden Songs im französischen Garten bei einer Freundin oder auch im „Homestudio“ auf der Alm. Oft wurde einfach nur auf der Gitarre herumgeklimpert und der passende Text wurde dann auch noch gefunden. Innerhalb von drei Jahren kamen viele Lieder zustande und für das Album wurden zehn ausgewählt, die gut zusammenpassen und die Sache abrunden. Cello-Rock, Akustik-Funk, Blues und Latin werden bunt zusammen gemixt und ergeben ein harmonisches Gesamtbild.
Den Auftakt macht „Let your Monkey of your Cage“. Durch die rockigen Cello-Klänge wird man sofort in den Bann gezogen. Wie Stefan verrät, soll man einfach einmal die Sau oder eben den Affen rauslassen. Der einfache englischsprachige Text lässt schnell verstehen, worauf der Musiker hinaus möchte.

Dass der zweiten Song „Ladrones“ in Spanien entstanden ist, ist schon den ersten Tönen zu entlocken. Spanische Rhythmen werden mit akustischer Gitarre, englischen und spanischen Phrasen kombiniert und bieten einen starken Kontrast zur ersten Nummer. In „Ladrones“ geht es um Diebe, die einen sozusagen aussaugen.
„Alive“ und „Free“ strotzen gerade so vor Gefühl und Stefan gibt auf der Gitarre sein Bestes. Lebenslust, Freiheit und seine Leidenschaft zur Musik werden hier spürbar. Auch selbst kann man hier einfach mal die Augen schließen und sich auf die sanften Gitarren-Klänge einlassen.
„In her Garden“ entstand, wie sollte es auch anders sein, in einem Garten, und zwar im französischen Garten einer Freundin. Stefan hat, wie er so schön sagt, einfach „herumgeklimpert“, dann fehlte nur noch der Text und schon war der Song fertig.
Bei „EL Lago Verde“ handelt es sich um das Instrumental des Albums, in dem Stafan sein Können noch einmal richtig unter Beweis stellt. Langsame und schnelle Rhythmen wechseln einander ab und auch hier kann man seine Gedanken in aller Ruhe baumeln lassen.
Für „Millions of Fishes“ hat sich Stefan Wedam prominente Unterstützung ins Boot geholt. Gemeinsam mit Werner Posekany von den Uptown Monotones hat er sich in einer Almhütte verschanzt und so entstand ein kreativer Text und der Song wurde aufgenommen. Nachdem Stefan schon beim ersten Album auf ihn zählen konnte, entwarf Werner auch das Album-Cover und spielte somit eine wichtige kreative Rolle.

Das Cover entwarf Werner Posekany (c) Stefan Wedam

Das Cover entwarf Werner Posekany (c) Stefan Wedam

Die Meisten lieben ihn, Stefan aber hasst ihn – den Marmorkuchen. Das geht sogar so weit, dass er dem verhassten Kuchen einen Song gewidmet hat. Seine Oma hat früher den Kuchen oft für ihn gebacken, doch er fand diesen einfach zu trocken und mag ihn bis heute nicht. Im „Marble Cake Song“ wird ihm von schönen Frauen immer wieder Marmorkuchen angeboten, doch da kann er einfach nicht nein sagen und nimmt sich noch ein Stück. Angeblich steckt aber kein Fünkchen Wahrheit dahinter.
Weiter geht es mit „The King without a Crown“ und hier heißt es sehr aussagekräftig „Wherever I may roam I´ll be the king without a crown“.
Den letzten Song „I embrace the Sun“ widmet er seinen Kindern. „Es ist ein Liebeslied. Doch man merkt schnell, dass es sich dabei um die Liebe zu einem Kind handelt. Sonst wäre es schon etwas zu kitschig.“ Das Lächeln des Kindes wird beschrieben und dabei geht die Sonne auf. Wenn man Stefan Wedam live auf der Bühne sieht, dann werden gerade bei diesem Song die Gefühle spürbar, denn durch den einfachen, verständlichen Text und die sanften Klänge hat man ein eindrucksvolles Bild vor Augen.

Fazit

Stefan Wedam hat sehr viel Kraft und Leidenschaft in „King without a Crown“ gesteckt. Die Songs sind im Zeitraum von mehreren Jahren entstanden und es wurden zehn Songs bunt zusammen gewürfelt, die aber doch ein harmonisches Ganzes ergeben. Stefan hat das große Talent, Emotionen und Herzblut mit vielen musikalischen Elementen und Instrumenten zu kombinieren und gefühlvoll zum Ausdruck zu bringen. In jedem Ton schwingt seine Leidenschaft zur Musik und den Menschen, die ihn umgeben, mit. Das macht ihn zu einem einzigartigen Künstler, von denen die Musikwelt mehr bräuchte.

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