All That Glitters Is Not Gold
Inhalt
Songwriting
Abwechslung
Kreativität
Individuell
4.5Stars

Mit ihrem neuen Album „All That Glitters Is Not Gold“ sind A life, A song, A cigarette in aller Munde. Wir haben der Platte einen Qualitätscheck unterzogen

A life, A song, A cigarette. Hinter diesem langen und aussagekräftigen Bandnamen verbergen sich Stephan Stanzel, Martin Knobloch, Hannes Wirth, Lukas Lauermann und Daniel Grailach. Mit ihrem Album „All The Glitters Is Not Gold“, das ursprünglich als EP gedacht war, melden sich die Wiener zurück und sorgen mit ihrem bereits vierten Album für mächtig Gesprächsstoff. Im Radio, Stichwort FM4, wird die erste Singleauskopplung „Blindhearted“ bereits rauf und runtergespielt und dafür ernten die Jungs sehr viel positives Feedback. Das Album wurde daraufhin bereits mit Spannung erwartet und auch hier sind die Reaktionen bislang äußerst positiv.

Auf Erfolgskurs

Der Erfolg kam nicht über Nacht. Mit neuem Label und mit Produzenten Stefan Deisenberger, dem sie von Anfang bis Ende ihr vollstes Vertrauen geschenkt haben, ist es ALASAC nun gelungen, den gewünschten Erfolg zu verbuchen. Doch die fünf Wiener sind trotzdem, wie sie uns verraten, ziemlich bescheiden unterwegs: „Erfolg ist ein zu großes Wort. Es ist aber schön zu sehen, wenn ein Album bzw. einzelne Songs und Videos gutes Feedback bekommen. Vor allem wenn man bedenkt, wie viel Zeit und Herzblut darin steckt.“ Seit dem Bestehen der Band hat sich einiges verändert. Mittlerweile sind alle Bandmitglieder am Songwriting beteiligt und dadurch, dass sie nun auch ein eigenes Studio besitzen, geht es ohne finanziellen Druck gleich etwas leichter.

Der Albumtitel „All That Glitters Is Not Gold” ist an Shakespeare angelehnt und gibt genug Raum für Interpretationsmöglichkeiten. Das vierte Album steht vor allem bei FM4 hoch im Kurs und die Unterstützung war ihnen von Anfang an sicher: „Wir hätten kein Problem, auch auf anderen Sendern gespielt zu werden. Aber dem Vernehmen nach stehen sich da manche Rundfunkstationen selber im Weg (Formatradio).“ Auch hier ging es ihnen, wie in den Alben zuvor, um gute Songs und gutes Songwriting. Das Ziel ist es, dass am Ende alle mit dem Ergebnis zufrieden sind.

Mehr als nur Melancholie

Elf Songs befinden sich auf „All That Glitters Is Not Gold“ und der erste Song der Platte bekam auch gleich denselben Namen verpasst. „ATGING“ bietet einen starken, emotionsgeladenen Einstieg, der sofort Lust auf mehr macht. Diese Stimmung zieht sich durch das ganze Album und auch durch den nächsten Song „Snow“. Ruhiger Gitarrensound und langsame Rhythmen runden auch diesen Song ab und beim Refrain ist Gänsehautfeeling angesagt.

Vor kurzem ist dazu ein Video entstanden, in dem das Treiben einer Katze zu beobachten ist. Einmal hüpft sie auf die Gartenmöbel, dann starrt sie aus dem Fenster. Klingt jetzt nicht so spannend, ist aber auch einmal etwas anderes. Zwischendurch ist ein Läuten, vermutlich von einem Telefon, zu hören, was die Katze aber nicht zu stören scheint.
Wie bereits erwähnt, ist die Single „Blindhearted“ bereits seit längerem bekannt und wird als der Pop Klassiker schlechthin bejubelt. Im Gegensatz zu den beiden vorigen Songs scheint dieser etwas lauter zu sein und bietet eine angenehme Abwechslung. Das Klavier und die starke Stimme von Sänger Stanzel treten in „Blindhearted“ in den Vordergrund, wobei die verlorene Liebe und auch der Schmerz besungen werden.

„Is this a war we started or are we just blind-hearted? Where are we going to? Darling I have no clue.“

Mit „Simmering (Part II)“ nennen sie nicht nur einen beliebigen Wiener Bezirk, sondern auch hier steckt wieder mehr dahinter, wie die Lyrics zeigen:

„I feel easy and free with all the sadness I see/let´s go and kill another day“

“Storybook” sorgt weiterhin für Melancholie und inzwischen weiß man wirklich nicht mehr, wo ALASAC zwischen Alternative Country und Indie-Americana einzuordnen sind. Wer versucht, Country- oder Pop-Elemente zuzuordnen, der scheitert hier, wie auch im gesamten Album, kläglich. Und auch sie selbst sind sich uneins darüber, also belassen wir es dabei, dass man ALASAC in keine Schublade stecken kann, was auch „Poisoned by the News“ beweist. Wie der Titel schon sagt, geht es darum, wie wir von den sozialen Medien „vergiftet“ werden. So handelt es sich um einen sehr inhaltsschweren Song, der sich auch mit aktuellen Themen beschäftigt.
In „Say“ stellt man sich schon zu Beginn die Frage:

„How can you say love will finally make it alright“

und in „Take me back” und “If Love” scheint man sich der Liebe verschrieben zu haben. Vor allem Letzterer hört sich stark nach einer Liebesballade an.
„To Axion Esti” ist ein Instrumental, das einen 18 Minuten lang in eine ganz eigene Stimmungswelt entführt. Die experimentellen Klänge weichen von dem bislang gewohnten Bild von ALASAC ab und erschweren den Einordnungsversuch der Band umso mehr.
Die Sehnsucht, die die Band als unpackbar beschreibt, wird im letzten Song ihres Albums spürbar. Im Americana/Country-Versatzstück „Intercity 69“ heißt es:

„It’s the whole world made of old steel/it’s the real stuff, it’s a lie/Hamburg, you’re my true love, but you know that I am Greek/ and all stations could not stop us/I’m the teardrop on your cheek“.

Fazit

Das vierte Album von ALASAC ist sehr inhaltsschwer und emotional aufgebaut. Man merkt sofort, dass viel Herzblut und Arbeit dahinter steckt. Obwohl die elf Songs teilweise sehr melancholisch, und hin und wieder schon etwas zu ruhig daherkommen, gelingt es ALASAC doch, Abwechslung hineinzubringen und ihren eigenen Stil zu verkörpern. Mit „All That Glitters Is not Gold“ haben sie bewiesen, dass sie keinem Genre, keiner Musikrichtung zuzuordnen sind und dass die stimmungsgeladenen Songs bei ihren Fans und auch bei den Kritikern gut ankommen. Nach zehn Jahren ist es ihnen mit dem anscheinend richtigen Label und dem passenden Produzenten gelungen, mit tiefgründiger Musik an die Öffentlichkeit zu treten. ALASAC überzeugen mit starken Texten und haben ihr Ziel, gutes Songwriting abzuliefern, auf jeden Fall erreicht. Einem weiteren Ziel, auch im Ausland gehört zu werden, sollten sie bald näher kommen.

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