Angry Nation über den Niedergang der Menschheit
Instrumentals
Vocals
Professionalität
Ambiente
4.5Sterne

Die frisch zusammengefundene Band Angry Nation haben am 20. Juni diesen Jahres ihr Debüt-Album „The Fail Decade“ auf den Markt gebracht. Von den typischen Erstlingswerk-Macken findet man hier jedoch keine Spur.

Angry Nation – kein zufälliger Bandname, der wegen seines markanten Klanges ausgewählt wurde. Der Name der Trash-Metal Konstellation aus Wiener Neustadt wurde aufgrund der Themen gewählt, die seit letzem Jahr die Schlagzeilen beherrschten. Wut spürt man auch in ihrem ersten Album durchsickern, welches am 20. Juni diesen Jahres beim Label „Wolfblood Productions“ veröffentlicht wurde. Das elf Tracks starkes Erstlingswerk trägt den Titel „The Fail Decade“ – spätestens jetzt sollte klar sein: auf Kuschelkurs ist hier niemand.

Ein Erstlingswerk, das keines sein will

Bei Angry Nation handelt es sich nicht um Jungs, die noch grün hinter den Ohren und in ihrer Garage eine Band gründen, mit der sie herum experimentieren ohne jedoch so richtig zu wissen was sie eigentlich erreichen wollen. Nein, Angry Nation wissen wohin sie wollen, wissen wie sie sich anhören wollen und scheinen ihre Band verdammt ernst zu nehmen und das hört man auch. Jede ihrer Nummern ist straff und mit klarer Zielrichtung konzipiert, der Hörer wird am Genick gepackt und für keine Sekunde während des Albums wieder losgelassen. Jeder Riff, jeder Ton sitz genau dort wo er sein soll – kurz, auch wenn es sich bei „The Fail Decade“ um das Debüt-Album von Angry Nation handelt, ist es kein unsicherer Gehversuch, sondern ein selbstsicheres Aufstampfen mit dem Fuß, von dem der Boden durchaus nachbebet.

Diese Selbstsicherheit ist jedoch kein Wunder, handelt es sich bei den Mitgliedern der Band immerhin um keine unbeschriebenen Blätter. Gitarrist Walter Oberhofer war seit 1985 bei diversen Bands, unter anderem bei Disgrace und Dark Shadow. Oberhofer und der Sänger Wolfgang Süssenbeck kennen sich bereits von Walters erstem Bandprojekt EXCESS und arbeiteten auch bei Disgrace zusammen. Alessandro Vagnoni, Angry Nations Drummer, war unter anderem Mitglied der höchst hörenswerten italienischen Death-Metal Band Infernal Poetry.

Von Geigenklängen bis Growling

Auch wenn man den Musikstil von Angry Nation grob unter Trash-Metal einsortieren könnte, zeugt das Erstlingswerk der drei Musiker von einem Facettenreichtum und Offenheit gegenüber anderer Stile. So scheut man sich nicht, auch Symphonic Elemente unterzumischen – schon der erste Track, „The Descent of Men“ beginnt mit fiebernden Violinenklängen. Auch die Vocals sind nicht so einfach dem Trash Genre zuzuordnen – oftmals kommen guttural Gesänge zum Einsatz, doch wird auch ins Mikro gefaucht und gegeifert was das Zeug hält.

Ein weiterer Pluspunkt des Albums ist, dass es sich zwar um ein Konzeptalbum handelt, die einzelnen Nummern sich aber auch wunderbar als Albumauskopplungen behaupten könnten, wie schon „In the name of race“ eindrucksvoll beweist. Was sämtliche Nummern gemeinsam haben, ist ihre Kritik an der Gesellschaft. So werden Themen wie künstlich hervorgerufenen Migrationsströme, Extremismus und der Irak-Krieg in den Texten aufgegriffen.

Das Album endet fulminant mit dem The Wings Cover „Live and let die“, das für einen guten Adrenalin-Schub sorgt. Kein Wunder, handelt es sich doch um einen typischen Mitgröl-Klassiker durch den jede Menge Glückshormone ausgeschüttet werden und den man sich auch wunderbar als Livenummer von Angry Nation vorstellen kann.

Bei „The Fail Decade“ handelt es sich sicherlich um kein Album, das nach einmaligen Anhören im Regal verstaubt. Die Tracks sind gut abgemischt und abwechslungsreich, so dass bei Hören nie die Spannung verloren geht. Ein rundum gelungenes Erstlingswerk, das auf mehr von Angry Nation hoffen lässt.

Eine Antwort

  1. Franz Steinhuber

    Liebe Stefanie! Franz aus OÖ hier, ich will Dir wirklich nicht zu Nahe treten, aber beim ANGRY NATION-Review bist Du über einen der schlimmsten Fauxpas´ der musikschreibenden Zunft gestolpert, der Dich leider (nicht bös gemeint!) als nicht sehr profunden Kenner des Genres enttarnt, also kurz gesagt: TRASH = englisch für „Müll/Abfall“, THRASH = Musikstil, das „H“ ist in dem Fall also fast schon (über)lebenswichtig. Nix für ungut & up the irons, Franz

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