At Pavillon: Disco Demolition Night EP
Produktion
Songwritting
Texte
Musikalische Performance
4.3Sterne

Jede Menge Schallplatten in die Luft jagen, das wäre doch mal ein Spaß.

Diese Idee hatte auch schon mal jemand, und zwar vor 36 Jahren, die haben das auch wirklich gemacht. Das Ganze nannte sich damals „Disco Demolition Night“. Genau auf diesen Namen haben die Jungs von AT PAVILLON ihre brandneue EP getauft.

Man muss schon zugeben, dass die vier Wiener auf den ersten Blick ein wenig so aussehen, als wären sie aus einem H&M Katalog herausgesprungen. Das ist allerdings eine zu einfache Erklärung, denn in Wirklichkeit vermischen sie das Disco Feeling der Achtziger mit dem Stil der modernen Popkultur und bauen so zugleich auch eine Brücke. Das setzen sie natürlich in ihrer Musik auf eine sehr gekonnte und sympathische Weise fort.

DISCO DEMOLITION NIGHT

Disco Demolition night at pavillon

Disco Demolition Night Cover ©Phlop Design

Ein funkiges und sehr eingängiges Gitarrenriff eröffnet den ersten Song „Hidden Key“. In der Strophe nehmen sich die Gitarren stilvoll zurück und lassen Sänger Mwita den Platz, den er verdient hat, denn eine Stärke der Wiener ist ganz klar die durch und durch herausragend gute Leistung am Gesang. Musikalisch wird die schon vorher erwähnte Brücke gebaut, denn gleichzeitig sehr nach alter Schule und doch modern klingen, das ist eine Herausforderung an der schon viele gescheitert sind. AT PAVILLON offenbar nicht. Auch wenn es sich bei „Hidden Key“ um einen der älteren Songs der Band handelt, den sie nach eigenen Angaben auch noch in Zukunft umschreiben wollen, gibt es kaum etwas daran auszusetzen.

Die im Vorhinein als Single veröffentlichte Nummer „Face it“ überzeugt vor allem durch die klare Botschaft. Ein Text der Mut macht, sich selbst Probleme einzugestehen und motiviert: „Come on let’s face it“. Passend dazu haben AT PAVILLON auch ein überaus professionell wirkendes Musikvideo veröffentlicht, das man sich unbedingt ansehen sollte.

Mit einer Hymne, die ihre Message zur Toleranz, Gleichberechtigung und Ablegung der alteingesessenen Geschlechterrollen mehr als nur hinausschreit, geht es weiter. Spätestens jetzt werden wohl auch die mitgerissen, die sich bislang noch immer nicht auf die Tanzfläche haben entführen lassen, sofern es solche überhaupt noch gibt. „Disco Demolition Night“ also, aber diesmal werden plakative Sprüche und nicht die Schallplatten explosionsartig hinauskatapultiert.

Abgerundet wird die EP mit „Cindy“, einem Song bei dem es nicht nur um die gleichnamige imaginäre Freundin von Sänger Mwita geht, nein, es geht vor allem um die in Routine gefangenen Menschen, wie er selbst erklärt. Am Ende gibt es noch einen Radio Mix von „Disco Demoltion Night“, also einfach eine gekürzte Version vom vorher gehörten Song, und das war’s dann auch leider schon.

Überzeugend ist sehr viel an AT PAVILLON’S neuer EP. Alles hört und fühlt sich sehr professionell an und sieht auch so aus. Die Produktion ist also ein weiterer großer Pluspunkt, den die Wiener hier einheimsen können. Mit Musik, die einem gefühlsmäßig sofort in die Wiener Nachtszene entführt, und das auf eine sehr sympathische Art und Weise, haben AT PAVILLON gezeigt, was sie können und übrig bleibt nur die Frage: Wann gibt es mehr zu hören?

TRACKLIST:

Hidden Key

Face It

Disco Demolition Night

Cindy

Disco Demolition Night (Radio Edit)

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